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Bergwandern
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Wandern Allgäu: Zur Rappenseehütte

Anspruch:
schwer
Dauer:
07:00 Std.
Länge:
16.6 km
Aufstieg:
1200 m
Abstieg:
1200 m

Hoch hinauf im Stillachtal. Das Stillachtal hat eine Unmenge schönster Touren im Angebot. Auf dieser Wanderung lassen wir den ­Trubel des Talbodens hinter uns und steigen hinauf zur ­Rappenseehütte sowie zum malerischen Rappensee in­mitten einer weiten Wiesenwanne. Schroffe Gipfel ­bilden den Rahmen, und die Ausblicke über das Tal sind ­berauschend.

Beschreibung

Gemütlich zur Buchenrainalpe

Auch wenn man wegen der Fellhornbahn recht weit ins Stillachtal hineinfahren darf, ist für Autofahrer am Parkplatz Fellhornbahn-Stillachbrücke Schluss. Wer mit dem (halbstündlich ab Oberstdorf verkehrenden) Bus anreist, kann sich noch gut drei Kilometer tiefer ins Tal ­hineinbringen lassen (und damit pro Strecke einen etwa 45-minütigen Fußmarsch sparen).

Wer mit dem Auto anreist, startet die Wanderung am südöstlichen Ende des Parkplatzes (910 m), wo ein breiter, angenehm zu gehender Schotterweg beginnt, der sich für etwa drei Kilometer über den völlig ebenen Talboden von Birgsau südwärts zieht. Es geht durch ausgedehnte Wiesen, vorbei an vereinzelten Bauernhäusern, und dabei beständig auf den felsigen Gipfel der Trettachspitze zusteuernd, der sich in der Ferne erhebt. Schließlich enden die Wiesen und die Straße gabelt sich (hier befindet sich auch die Bushaltestelle): Links führt eine Schotterstraße Richtung Einödsbach (von dort werden wir zurückkommen); wir halten uns jedoch rechts und wandern auf der autofreien Teerstraße durch dichten Wald in einigen, teils recht steilen Kehren hinauf zur Buchenrainalpe (1127 m).

Aufstieg zur Enzianhütte

Bei der Hütte haben wir auch den Wald hinter uns gelassen, stehen auf einer offenen Wiese und haben einen herrlichen Blick auf die fotogenen Dolomitgipfel von Trettachspitze, Mädelegabel und Co., die auf der gegenüberliegenden Talseite in den Himmel ragen. Auf dem Rückweg werden wir diesen Bergen noch etwas näherkommen. Hinter der Buchenrainalpe verliert die Straße wieder etwas an Höhe und führt hinab zum Rappenalpbach, den wir auf einem Holzsteg überqueren.

Auf der gegenüberliegenden Seite steigen wir einen steilen, schattigen Waldweg hinauf zur Petersalpe (1296 m). Oberhalb der Hütte geht es steil weiter, der Weg ist streckenweise unangenehm matschig und rutschig. Schließlich erreichen wir ein weitläufiges Wiesenplateau mit der Enzianhütte (1804 m); ab hier wird der Weg sehr viel aussichtsreicher. Unser Blick schweift über die Gipfel des hinteren Rappenalptales, während wir auf ­einem weitgehend ebenen Pfad durch die hübschen Wiesen wandern.

Zur Rappenseehütte

Kurz darauf queren wir steile Wiesenhänge unterhalb des Linkerskopfes, die etwas Konzentration verlangen. Einige kleine Rinnsale sind zu überqueren, ehe wir vor einer weiteren Felswand stehen und es für uns abermals recht steil bergauf geht. Am Ende dieses Anstiegs haben wir eine Passhöhe erreicht, hinter der sich erneut eine schöne Wiesenlandschaft ausbreitet. Wir halten uns links und steigen in steilen Serpentinen an der nördlichen Abbruchkante dieses Plateaus hinauf zur Rappenseehütte (2091 m), die lawinensicher auf einem Karriegel steht. Der Begriff »Hütte« mag angesichts ihrer Größe mit über 300 Schlafplätzen etwas unpassend erscheinen, trotzdem wirkt das Gebäude in der Berglandschaft nicht fehl am Platz. Ihre Popularität verdankt die Hütte in erster Linie dem Heilbronner Weg, den man von hier aus erreichen kann und der über den Allgäuer Hauptkamm hinüber zur Kemptner Hütte im oberen Trettachtal verläuft. Umso erstaunlicher ist die relative Stille rund um den malerischen Rappensee, der nur wenige Minuten entfernt liegt (siehe Tipp).

Der Rückweg

Der Rückweg ist fast identisch mit dem Hinweg und führt über Enzianhütte und Petershütte. Eine kleine Alternative bietet sich unten im Tal beim Erreichen des Rappenalp­baches. Den vom Hinweg bekannten Steg lassen wir links liegen und wandern stattdessen am rechten Bachufer durch Wald hinüber zum Gasthof Einödsbach (1114 m). Ein krönender Abschluss dieser Tour, denn das hübsche Ensemble aus Kapelle, zwei alten Bauernhäusern und dem hoch aufragenden Allgäuer Hauptkamm ist nicht ohne Grund eines der meistfotografierten Motive des Allgäus.

Anschließend bringt uns eine breite Schotterstraße bei angenehmem Gefälle talauswärts, bis wir bei den Wiesen von Birgsau wieder auf unseren Hinweg treffen. Hier wartet entweder der Bus oder noch ein ca. 45-minütiger Rückweg durch die Wiesen­ebene zum Parkplatz.

Touren-Charakter

Lange Tour mit einigen steilen Passagen für konditionsstarke Wanderer; nach Regentagen streckenweise matschig.

Ausgangspunkt

Stillachtal, Bus-Endhaltestelle Eschbachalpe ganz hinten im Tal, 949 m

Endpunkt

Stillachtal, Bus-Endhaltestelle Eschbachalpe ganz hinten im Tal, 949 m

Bergseeidylle

Wer den weiten Weg hinauf zur Rappenseehütte bewältigt hat und nach Einkehrschwung und Erholung noch konditionelle Reserven hat, dem sei ein Besuch des nahe ge­legenen ­Rappensees ans Herz gelegt: Ein weiter Kessel, umrahmt von gewaltigen Dolomitgipfeln, eine leicht gewellte Wiesenlandschaft mit ­einem blau schimmernden Bergsee mittendrin, in der Ferne der Widderstein und die zackigen Gipfel von Geißhorn und Liechelkopf. Ein herrliches Fleckchen!

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Bitte beachten!

Für die Richtigkeit und Aktualität der Angaben kann trotz größtmöglicher redaktioneller Sorgfalt keine Haftung übernommen werden. Insbesondere bei GPS Daten können Abweichungen nicht ausgeschlossen werden.
Sicher unterwegs: Ein glücklicher und erfolgreicher Tag in der Natur setzt nicht nur die richtige Vorbereitung, sondern auch auch verantwortungsbewusstes Handeln auf Tour voraus. Das solltet ihr bei der Tourenplanung immer beachten.