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Vergessene / Entdecker Pfade
wandern

Wandern im Allgäu: Über die Vilser Alm zum Füssener Jöchle

Anspruch:
mittel
Länge:
14.8 km
Aufstieg:
1070 m
Abstieg:
1070 m

Ungewöhnliche Tour in den Tannheimer Bergen. Die Vilser Alm ist ein beliebtes Familienziel, die Wege im Alptal sind also gut besucht, und auch am Umkehrpunkt der Tour am Füssener Jöchle herrscht dank Seilbahn-Bergstation etwas Betrieb. Auf anderen Abschnitten hingegen wird uns vermutlich nur vereinzelt ein Wanderer entgegenkommen …

Beschreibung

Der Parkplatz liegt direkt neben dem Kühbach, den wir auf einer breiten Schotterstraße queren, um danach in weiten Kehren mäßig steil den bewaldeten Hang hinaufzusteigen.

Durch das Alptal zur Vilser Alm 

Ab und zu erhaschen wir einen Blick auf den gewaltigen Steinbruch auf der gegenüberliegenden Talseite – oder hören den Knall einer Sprengung. Es geht stetig bergauf, bis wir nach einer knappen Stunde oberhalb des Alpstrudelfalls erneut den Bach überqueren.

Kurz darauf stehen wir am Beginn eines wiesenbedeckten Hochtals, über das sich im fernen Hintergrund die hohen Felswände der Großen Schlicke erheben. Die Steigung hat merklich nachgelassen, und etwas später haben wir auch die Hütte der Vilser Alm erreicht – und können das Gipfelpanorama im weiten Rund genießen.

Aufstieg zum Vilser Jöchl  

Wir wandern für einige Minuten weiter taleinwärts, biegen dann am ersten Abzweig rechts ab und queren erneut den Kühbach. Im Anschluss zieht sich eine breite Schotterstraße den bewaldeten Westhang des Hochtals hinauf. Nun heißt es gut aufpassen.

Nach ca. 300 Metern – kurz nachdem wir eine nach links führende Schotterstraße passieren – beginnt links ein schmaler und wegen der recht versteckten Beschilderung (Bad Kissinger Hütte) leicht zu verfehlender Waldweg (wer den Abzweig aus irgendeinem Grund verfehlt hat: Waldweg und Schotterstraße stoßen später wieder zueinander, allerdings ist der Straßenweg mindestens doppelt so lang).

Der Waldweg zieht sich steil durch den Wald hangaufwärts, trifft – wie erwähnt – schließlich wieder auf das Ende der Schotterstraße und führt dann als schmaler Pfad weiter bergwärts. Den Wald lassen wir sehr bald hinter uns und steigen nun durch die stillen und sehr idyllischen Almwiesen der Daurachalpe weiter hinauf. Rückblickend haben wir mit jedem gewonnenen Höhenmeter einen schöneren Blick auf die Gipfel des Vilser Kegels und die Große Schlicke auf der gegenüberliegenden Talseite.

Bis wir nach einigen letzten Serpentinen schließlich den kleinen Wiesensattel des Vilser Jöchls erreicht haben, den Übergang ins Tannheimer Tal. Rechts steigt das Gelände als steile Wiese zum Brentenjoch an, während der Sattel zur Linken von den Felsen des Sebenkopfes eingerahmt wird. Der Blick Richtung Süden ist durch den lang gestreckten Zumberger Grat eingeschränkt, während sich direkt vor uns das tiefe Engetal ausbreitet mit den Gipfeln von Einstein und Aggenstein.

Auf dem Gräner Höhenweg  

Vom Pass steigen wir recht steil durch Latschenbestände hinab bis zur nahen Sebenalpe, wo wir auf den Gräner Höhenweg treffen, der rechts Richtung Aggenstein hinüberzieht. Wir halten uns links und wandern durch die wunderbare Landschaft aus Almwiesen und kleinen Baumgruppen Richtung Füssener Jöchle.

Der Weg gewinnt zunehmend an Höhe und steigt dann zum Ende in vielen Serpentinen zu einem Grat hinauf, hinter dem uns ein herrliches Panorama erwartet: Das Tannheimer Tal liegt uns zu Füßen, und links erheben sich die hellen Kalkgipfel von Gimpel, Köllenspitze und Co. Auf einem schönen Höhenweg spazieren wir gemütlich hinab zur Bergstation der Füssener Jöchle Bahn.

Rückweg zur Vilser Alm  

Der Abstieg in östlicher Richtung erfolgt anfangs über leicht geneigte, wellige Wiesenmatten, während sich rechts über uns die hohen, hellen Kalkwände von Hahnenkopf und Schlicke erheben. Wir erreichen eine hübsche Wiesenebene, durch die sich ein kleiner Bach hindurchschlängelt, biegen an deren Ende links ab und steigen in zahlreichen Serpentinen einen von Buschwerk und Bäumen bestandenen Einschnitt hinab.

Schließlich haben wir den Talboden und die ebenen Wiesen der Vilser Alm erreicht. Der weitere Rückweg verläuft dann auf der vom Hinweg bekannten Almstraße durch das Alptal hinab zum Ausgangspunkt.

Touren-Charakter

Einige längere, steile An- und Abstiege auf guten Bergwegen. Zwischen Parkplatz und Vilser Alm Schotterstraße

Ausgangspunkt

Vils im Tiroler Vilstal, Parkplatz beim Steinbruch (872 m)

Route

P Vils – Vilser Alm 1:20 Std. – Vilser Jöchl 1:20 Std. – Füssener Jöchle Bahn Bergstation 1:10 Std.–Vilser Alm 1:00 Std. – P Vils 1:10 Std.

Höchster Punkt

Sefensattel (1893 m)
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