JBerg-Verlag
Bergwandern
klettersteig

Klettersteig Zugspitz Region: Auf die Zugspitze

Anspruch:
schwer
Dauer:
08:00 Std.
Länge:
9.5 km
Aufstieg:
2200 m
Abstieg:
2200 m

Zwei Tage durchs Höllental. Der Anstieg aus dem Höllental auf die Zugspitze gilt als der schönste auf Deutschlands höchsten Berg. Berühmt sind die luftigen Passagen an Leiter und Brett im unteren Teil, der Höllentalferner und die anstrengende, fast durchgehend versicherte 500 Meter hohe Gipfelwand.

Beschreibung

Zur Höllentalangerhütte 

Von Hammersbach wandern wir zunächst auf breitem Weg taleinwärts. Die Steilheit des Weges wechselt immer wieder, erst gegen Ende führt der Weg in einigen Serpentinen steil zur Höllentaleingangshütte (1045 m). Dort bezahlen wir die Eintrittsgebühr (Ermäßigung für AV-Mitglieder) für die Höllentalklamm. Die bereits 1905 eingeweihte Steig­anlage beeindruckt mit ihren Tunneln, Galerien und Brücken über dem rauschenden Wasser. In der Mitte wird die Klamm etwas weiter, verengt sich zum Schluss aber nochmals. Da man auch bei Sonnenschein immer nass wird, empfiehlt es sich in diesem Abschnitt einen Regenschutz anzuziehen.Nach der Klamm weitet sich das Tal und der Bach ist friedlicher. Wir folgen noch ein wenig dem Bach, überqueren ihn auf einer Brücke und steigen in Serpentinen nach rechts aufwärts. Der Weg verflacht wieder und wir gelangen in den wunderschönen Talboden des Höllentalangers. Wenig später sind wir dann schon an der Höllentalangerhütte (1387 m), die in einem lieblichen Wäldchen steht, umgeben von einer eindrucksvollen Szenerie. Die DAV-Hütte, in der wir übernachten, wurde 2014–2015 neu errichtet, sodass sie sehr modern ausgestattet ist.

Zum Gletscher 

Am nächsten Morgen starten wir gut ausgeruht und gestärkt in Richtung Zugspitze. Der Anstieg beginnt gemächlich und führt bis an das Ende des Höllentalangers. Dort wenden wir uns nach rechts und steigen in ein paar Kehren zu einer drahtseilgesicherten Spalte hoch. Direkt danach stehen wir vor der sogenannten Leiter, einer mit Klammern gangbar gemachten 20 Meter hohen Felsstufe. Die nächsten Drahtseile leiten nach links zum sogenannten Brett, das ziemlich luftig über eine Felsplatte führt. Diese beiden berühmten Passagen sind deutlich leichter zu überwinden, als es den Anschein hat. Das Gelände legt sich zurück und wird wieder leichter. Wir wandern zum Grünen Buckel und blicken hoch zum Zugspitzgipfel. Dieser scheint bereits zum Greifen nah, aber der Weg dorthin ist noch sehr weit. Schon der Steig zum Gletscher zieht sich, über Schutt gelangen wir zu den Ausläufern des Höllen­talferners. Bei Blankeis sind für den Gletscher unbedingt Steig­eisen erforderlich, dies erfährt man im Vorfeld idealerweise durch einen Anruf beim Hüttenwirt der Höllentalangerhütte. Auf dem Gletscher steigen wir zuerst ziemlich gerade hinauf, um dann in einer langen Querung nach rechts die Gipfelfelsen zu erreichen.

Gipfelwand 

Je nach Jahreszeit kann die Überwindung der Randkluft Probleme bereiten, auch der erste Aufschwung an den Felsen ist anspruchsvoll. Die Stahlseile führen ständig himmelwärts nach oben. Nach einer steilen Klammernpassage und einer lang ansteigenden Querung stehen wir an der Irmerscharte. Besonders beeindruckend ist von hier oben der Tiefblick auf den Eibsee. Dieser schöne Gebirgssee am Fuße des Zugspitzmassivs entstand durch einen gewaltigen Bergsturz am Ende der letzten Eiszeit. Das letzte Stück zum Gipfel ist nochmals etwas steiler, mithilfe der Drahtseile kommen wir aber ganz gut nach oben. Kurz vorm Gipfel passieren wir links die Abzweigung zum Jubiläumsgrat, und bald danach stehen wir auf der Zugspitze (2962 m) mit ihrem berühmten goldenen Gipfelkreuz und einer grandiosen Aussicht.Weit reicht der Blick nach Norden ins Werdenfelser Land. Aber auch die Aussicht nach Süden über die Mieminger Kette hinweg in die Zentralalpen sucht ihresgleichen. Über Drahtseile, eine Leiter und ein paar Klammern kraxelt man in wenigen Minuten zum Westgipfel mit den Bergstationen und diversen Gipfelrestaurants.

Talfahrt 

Der Abstieg zurück ins Tal erfolgt am bequemsten mit der Seilbahn Zugspitze zum Eibsee und der Zahnradbahn nach Garmisch-Partenkirchen. Alternativ kann man auch mit der Gletscherbahn zum Restaurant Sonn-Alpin am Zugspitzplatt und mit der Zahnradbahn der Bayerischen Zugspitzbahn nach Garmisch-Partenkirchen abfahren.

Touren-Charakter

Anspruchsvolle Tour, die über einen kleinen Gletscher führt, der nicht unterschätzt werden darf. Auch der Klettersteig ist aufgrund der Länge und Höhe nicht zu unterschätzen. Trotzdem eine großartige Tour.

Ausgangspunkt

Hammersbach, GPS 47.465096, 11.045377

Endpunkt

Bergstation der Zugspitzbahn, GPS 47.421151, 11.985543;

Überschreitung

Wer das Zugspitzerlebnis noch intensivieren möchte, der kann die Überschreitung ins Reintal anhängen. Dazu fährt man mit der Gletscherbahn zum Zugspitzplatt hinab und steigt über das Platt zur Knorrhütte ab (Ende Mai bis Anfang Oktober, www.knorrhuette.de). Nach einer Übernachtung in der DAV-Hütte geht es über die Reintalangerhütte und die Partnachklamm nach Garmisch-Partenkirchen.

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Bitte beachten!

Für die Richtigkeit und Aktualität der Angaben kann trotz größtmöglicher redaktioneller Sorgfalt keine Haftung übernommen werden. Insbesondere bei GPS Daten können Abweichungen nicht ausgeschlossen werden.
Sicher unterwegs: Ein glücklicher und erfolgreicher Tag in der Natur setzt nicht nur die richtige Vorbereitung, sondern auch auch verantwortungsbewusstes Handeln auf Tour voraus. Das solltet ihr bei der Tourenplanung immer beachten.