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Orientierung in den Bergen

Damit dichter Nebel und Regen nicht zu Orientierungsverlust führen, sollte man auch ohne Bergführer, GPS-Gerät oder Wegweiser den Weg finden. Wir erklären, wie man topografische Karten richtig interpretiert und ins Gelände »übersetzt«.

Richtig Kartenlesen - Orientierung in den Bergen.
Richtig Kartenlesen - Orientierung in den Bergen.© Alexander Römer

Egal ob Tagesausflug oder Alpenüberquerung – eine Wanderkarte gehört immer in den Rucksack. Oft reicht nämlich schon ein Schlechtwettereinbruch mit starken Regenschauern und dichtem Nebel und die Orientierung ist dahin! Wanderkarten helfen aber nicht nur unterwegs, sondern auch schon zu Hause bei Planung und Vorbereitung einer Tour.

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Wie lese ich eine Wanderkarte?

Das Lesen einer Wanderkarte ist recht einfach, hat man sich erst ein wenig mit der Art und Weise der Darstellung beschäftigt. Nach wenigen Übungseinheiten entwickelt man »ein Auge« für die Kartenlandschaft und kann diese in die echte Umgebung (ins Gelände) übersetzen.

Dafür zunächst einen Kartenausschnitt eines bekannten Gebietes wählen und versuchen, vertraute Details wie Orte, Brücken, Berggipfel, Wegkreuzungen oder Hütten auf der Karte wiederzufinden. Dazu sollte man die Bedeutung der Karten-Symbole kennen. Diese wichtigen Informationen findet man in der Zeichenerklärung (Legende) am Kartenrand oder auf der Rückseite.

Wo befinde ich mich auf einer Wanderkarte?

Will man unterwegs wissen, wo man sich befindet, muss man seine Karte »einnorden«. Das bedeutet, die Karte im Gelände so auszurichten, dass ihr oberer Rand nach Norden zeigt. Die Himmelsrichtung bestimmt man am besten mit einem Kompass oder grob anhand des Sonnenstandes.

Ist Norden gefunden, legt man seine Karte entsprechend vor sich auf den Boden. Anschließend sucht man sich noch einige gut sichtbare Geländepunkte, die man kennt und vergleicht sie mit der Karte. So findet man schnell seinen eigenen Standpunkt.

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Was ist der richtige Maßstab für eine Wanderkarte?

Der Maßstab ist das Verhältnis von Karte zu Realität. 1:50000 bedeutet: Ein Zentimeter in der Karte entspricht 50000 Zentimetern (= 500 Meter) in der Natur. Dieser Maßstab ist für das Bergwandern auf befestigten Wegen ausreichend.

Zum Wandern, Bergsteigen und Skitouren- bzw. Schneeschuhgehen abseits befestigter Wege ist ein kleinerer Maßstab sinnvoll. Hier verwendet man am besten Karten der Größe 1:25000. Dort ist das Gelände feiner abgebildet und kann besser interpretiert werden – sowohl bei der Planung als auch auf Tour. Natürlich ist der sichtbare Ausschnitt damit aber auch kleiner.

Wie messe ich die Wegstrecke auf einer Karte?

Auch unterwegs kann man ohne technischen Aufwand eine Wegstrecke schnell aus der Karte herausmessen. Dazu braucht man nur einen Bindfaden oder eine dünne Reepschnur. Diese legt man so präzise wie möglich auf den Weg in der Karte. Anschließend nimmt man den abgemessenen Faden und vergleicht ihn mit der Längenangabe (Maßstab) in der Legende.

Zur Berechnung ungefährer Gehzeiten legt man bei trainierten Alleingehern und kleinen Gruppen eine Geschwindigkeit von 300 Höhenmetern pro Stunde im Aufstieg zugrunde. Im Abstieg sind es 500 Höhenmeter pro Stunde und auf flachen Strecken vier bis fünf Kilometer pro Stunde.

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Was sind Höhenlinien auf einer Wanderkarte?

Höhenlinien verbinden benachbarte Geländepunkte gleicher Meereshöhe miteinander. Ihre Anordnung verleiht topografischen Karten erst das plastische Aussehen. So kann man sich bereits zu Hause ein Abbild der Umgebung machen und bestimmen, ob der geplante Weg bei den momentan herrschenden (angenommenen) Verhältnissen, machbar erscheint oder nicht.

Anhand der Höhenlinien kann man außerdem Hangexposition (Nord, Ost, Süd oder West), Hangform (Rücken, Kamm, Rinne, Mulde, Felswand etc.) und die Höhe bestimmen. Bei Karten im Maßstab 1:50 000 beträgt die Äquidistanz zwischen den Höhenlinien 40 Meter, Hunderterschritte sind mit einer dicken Linie gekennzeichnet.

Wie erkenne ich auf einer Karte die Steilheit des Wanderweges?

Anhand der Höhenlinien lässt sich auch grob die Steilheit des Geländes erkennen: Je enger die Höhenlinien beieinander liegen, desto steiler ist es. Will man die Steilheit eines Abschnittes genauer wissen, bedarf es eines Neigungsmessers. Auf diesem sind verschiedene Abstände (Höhenlinien) definiert, die einer bestimmten Steilheit entsprechen. Einfach an die zu messenden Höhenlinien anlegen und entsprechend des Kartenmaßstabs ablesen!

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