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Fahrradhelme: Auf was du beim Kauf achten musst

Fahrradhelme tragen zur erheblichen Steigerung der Sicherheit bei Radtouren bei. Auf was du beim Kauf unbedingt achten musst und welche unterschiedlichen Helme es gibt, erfährst du hier.

Fahrradhelme sind in allen Größen und Farben erhältlich.
Fahrradhelme sind in allen Größen und Farben erhältlich - und damit ist auch für jeden Geschmack etwas dabei.© Yakobchuk Olena - stock.adobe.com

Fahrradhelme für Herren und Damen unterscheiden sich kaum, Fahrradhelme für Kinder sehen dagegen oft ganz anders aus: Hier gibt es Fahrradhelme mit Licht und auch welche mit Blinker, lustigen Aufsätzen und viele mehr. Was davon macht Sinn, was ist in Sachen Sicherheit eher ungünstig?

Die Stiftung Warentest hat im Juli 2021 einen Fahrradhelme-Test veröffentlicht, der durchaus aufschlussreich ist: Sicherheit und Tragekomfort gehen beim Fahrradhelm nämlich durchaus zusammen.

Je nach Art des Fahrradhelms gibt es allerdings ein paar Abstriche. Hier erfährst du alles, was du rund um den Kauf wissen musst.

Fahrradhelme: Die wichtigsten Infos im Überblick

Fahrradhelm kaufen: Wann passt welcher Helm?

Leicht, luftig, kaum spürbar und trotzdem sicher: Der ideale Fahrradhelm lässt den Kopf nicht schwitzen, sitzt schwerelos und bietet bei Stürzen und Kollisionen trotzdem Sicherheit. Sucht man im Handel nach einem Fahrradhelm, findet man ganz unterschiedliche Modelle: Einige Helme sehen aus wie ein Motorradhelm ohne Visier, andere bestehen aus einem luftig-leichten Skelett aus Styropor und nicht viel mehr.

Die Vermutung liegt nahe, dass die "Topfhelme" allein aufgrund ihrer massiven Bauweise mehr Sicherheit und Tragekomfort bieten. Das stimmt aber nur zur Hälfte. Die Helme sind für unterschiedliche Einsatzbereiche konzipiert. Auch Fahrradhelme für Damen und Fahrradhelme für Herren zeigen diese Unterschiede.

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Fahrradhelme für hartes Gelände

Die topfartigen Helme sind für den ruppigeren Radsport gedacht. Wer im Gelände fährt, Downhill oder BMX, der braucht einfach eine andere Art von Schutz. Diese Helme bestehen aus einer weichen Styroporschale innen und einer damit verklebten und recht dicken Hartplastikschale außen.

Unterschiedlich dicke Polster im Helm und ein ausgeklügeltes Gurtsystem sorgen für den richtigen Sitz. Diese Helme sind geschlossen und schwer. Sie halten Steinschlag ab, verhindern Verletzungen bei schweren Stürzen auf felsigem Untergrund und bieten auch noch bei höheren Geschwindigkeiten Schutz.

Leichte Fahrradhelme für die Straße

Die leichten Helme mit ihrer filigranen Bauweise bestehen ebenfalls aus einem weicheren Innenhelm und einer härteren äußeren Schicht. Da sie aber für den Einsatz im städtischen Bereich gemacht sind, darf die harte äußere Schicht etwas dünner ausfallen. Und der Helm muss auch nicht komplett geschlossen sein, denn einzelne spitze Steine gibt es im Straßenverkehr eher selten.

Das Skelett genügt, um bei mittleren Geschwindigkeiten schwerere Kopfverletzungen abzufangen. Gleichzeitig sind die Helme so leicht, dass sie im Alltag gerne getragen werden. Die vielen Durchbrechungen sorgen für einen kontinuierlichen Luftstrom. Wer Rennrad fährt, wird diese Helme ebenfalls lieben: Sie sind stromlinienförmig gestaltet und bieten kaum Luftwiderstand.

Der Fahrradhelm ist ein wichtiger Faktor für die Sicherheit des Fahrers.
© carballo - stock.adobe.com

Besonderheit Hövding beim Helm fürs Radfahren

Zu guter Letzt muss noch der Hövding erwähnt werden: Der Airbag-Kragen aus Skandinavien läuft eigentlich außer Konkurrenz, denn er ist deutlich teurer als herkömmliche Fahrradhelme. Seit Mai 2022 steht bereits der Hövding 3 zur Verfügung, der Helmersatz wird kontinuierlich weiterentwickelt.

Bei einem Unfall mit dem Rad soll der Airbag auslösen und sich wie ein Helm um den Kopf legen. Bei Erwachsenen funktioniert das auch, die gängigen Fahrradhelm-Tests bewerten den Hövding in Sachen Sicherheit und Tragekomfort hervorragend. Allerdings ist der Hövding schwer und am Hals eben doch nicht so angenehm zu tragen.

Wann ist ein Fahrradhelm ein guter Fahrradhelm?

Die Stiftung Warentest agiert im Testen von Fahrradhelmen eindeutig: Nur ein Helm, der gut sitzt und Sicherheit bietet, ist ein guter Fahrradhelm. Und zu diesem Schluss kommt auch der ADAC, der im Juni 2021 14 verschiedene Fahrradhelme aus den Bereichen City und Urban getestet hat.

Unfallschutz, Handhabung und Komfort sowie Hitzebeständigkeit und Schadstoffe im Helm waren den Testern besonders wichtig.

Fahrradhelme für Herren, Damen, Kinder: Auf die Passform achten!

Ein Fahrradhelm schützt den Kopf nur dann, wenn er bei der Kollision noch auf dem Kopf sitzt. Das bedeutet: Der Fahrradhelm muss passen. Wie funktioniert das, wenn jeder Kopf eine andere Form hat und sich auch noch die Größen deutlich unterscheiden?

Austauschbare Polster innen im Helm helfen, die Größe so weit wie nur eben möglich anzupassen. Ist der Kopf länglich und schmal, sind an den Seiten dickere Polster und vorne und hinten dünnere Polster die perfekte Lösung. Der Fahrradhelm funktioniert so ein bisschen wie das Paket samt Polstermaterial im Versandhandel: Wenn es fliegt, darf es nicht wackeln.

Aber ein guter Fahrradhelm hat mehr zu bieten: Das komplexe Gurtsystem sorgt dafür, dass der Helm auch bei heftigen Stürzen mit Überschlag und Wucht noch genau da bleibt, wo er sein soll. Für Kinder ist das immer etwas lästig, aber die Gurte müssen öfter mal nachgestellt werden.

Fahrradanhänger helfen bei Familienausflügen mit kleinen Kindern.
© ARochau - stock.adobe.com

Fahrrad: Zubehör und Extras erhöhen die Sicherheit

Fahrradhelme müssen in zweierlei Hinsicht Sicherheit bieten: Sie sollen bei einem Unfall vor schweren Verletzungen schützen, und sie müssen für Sichtbarkeit im Straßenverkehr sorgen. Damit der Helm sichtbar ist, braucht er reflektierende Elemente. Das ist das Minimum. Besser sind Fahrradhelme mit Licht.

Vorsicht: Dieses Licht ersetzt nicht die Beleuchtung am Rad! Fahrradhelme mit Blinker sind ähnlich gut sichtbar, können aber im Straßenverkehr blenden und insbesondere bei nasser Fahrbahn die anderen Verkehrsteilnehmer irritieren.

Haben Fahrradhelme mit Visier Vorteile? Es kommt darauf an. Es ist natürlich angenehm, wenn man sich beim Sturz nicht die Visage zerschrammt. Das Visier hält Insekten ab, was insbesondere im Sommer bei längeren Radtouren ein großer Pluspunkt ist. Visiere schützen außerdem vor Wind und tränenden Augen sowie bei einigen Helmen vor Blendung. Denn die Visiere gibt es auch abgedunkelt, dann fungieren sie als Sonnenbrille.

Fahrradhelme kaufen mit Augenmaß beim Preis

Ein Hövding liegt im Bereich von 250 bis 300 Euro – die meisten Fahrradhelme sind deutlich günstiger. Der Fahrradhelm-Test des ADAC hat sogar bei einem der günstigsten Helme (45 Euro) den besten Unfallschutz festgestellt. Das teuerste getestete Modell dagegen (160 Euro) war bei Dämmerung schon nicht mehr sichtbar.

Insgesamt schlossen Helme im Bereich von 70 bis 120 Euro gut ab. Es muss also nicht der teuerste Helm sein. Ist der Helm mit MIPS ausgerüstet, bietet er etwas mehr Sicherheit, aber laut Stiftung Warentest geht es auch ohne das spezielle System.

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Fazit: Fahrradhelme für Damen, Herren oder Kinder mit Verstand kaufen

Damit Fahrradhelme die notwendige Sicherheit bieten, müssen sie gut sitzen. Ein weiteres Kaufkriterium ist die Bauart des Helms: Sie muss zum Radsport passen. Fahrradhelme mit Blinker oder mit Licht sind vorteilhaft, wenn man auch bei Dunkelheit und im Regen fährt. Gute Helme sind bereits für unter 100 Euro zu haben.

Wichtig zu wissen: Fahrradhelme altern. Die verklebten Kunststoffe reagieren auf Temperaturveränderungen und Luftfeuchtigkeit sowie Sonneneinstrahlung. Nach fünf bis sieben Jahren sollte es auch ohne Unfall immer ein neuer Helm sein!

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