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Mit Smartphone und GPS auf Tour

Wer seinem Orientierungsvermögen auf die Sprünge helfen möchte, hat die Wahl zwischen spezialisierten GPS-Geräten und Apps fürs Smartphone. Jede Variante hat seine Vor- und Nachteile. Ein Überblick über die wichtigsten Punkte.

Wo Wegweiser sind, ist die Orientierung mit GPS meist unnötig.
Wo Wegweiser sind, ist die Orientierung mit GPS meist unnötig.© Dagmar Steigenberger

Unterhalb einer auffälligen Felswand geht es links auf einen Rücken.« Ja, die Felswand ist auffallend, Rücken ist aber keiner in Sicht. Trotzdem einfach mal links gehen? Es gibt wohl kaum einen Wanderer, der solche Situationen nicht kennt. Die Tourenbeschreibung ist nicht eindeutig, die Karte hilft nicht weiter, da man nicht genau weiß, wo man sich befindet. Was hier hilft, ist satellitengestützte Navigation, wie sie früher dem Militär, dann der Luft- und Schifffahrt vorbehalten war.

Das amerikanische GPS (Global Positioning System) ist der Klassiker. Doch inzwischen gibt es auch das russische GLONASS. Beide können von modernen Geräten empfangen und genutzt werden. Das europäische System Galileo sowie indische, japanische und chinesische Systeme sind hingegen noch nicht einsatzfähig.

Für den Bergsteiger kommen zwei Gerätetypen in Betracht. Eigene GPS-Navigationsgeräte und Smartphones mit GPS-Empfangsteil und entsprechender App. Beide schaffen eine erstaunlich genaue Navigation im Gelände.

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Mit Smartphone auf Tour - Knackpunkt Akku

Smartphones sind was für den »All-in-One«-Typ, denn ein Handy gehört heute sowieso in jeden Rucksack. Mit einer Navigations-App (z. B. Osmand, Apemap oder Kompass) und den dazu gehörenden Karten, die offline auf dem Smartphone zur Verfügung stehen müssen, kann man sich im Gelände prima orientieren, navigieren und die Daten aufzeichnen. Mit fast allen Apps können die Daten auf den PC übertragen, ausgewertet und archiviert werden.

Online-Karten taugen nur bedingt im Gelände, da es nicht überall Internet gibt. Und im Ausland wird die mobile Internetverbindung momentan noch schnell teuer. Auch wenn man alle stromfressenden Anwendungen am Smartphone deaktiviert, kann der Akku bei intensiver Nutzung des Gerätes im Gelände (mit Aufzeichnung des Tracks) in vier bis fünf Stunden leer sein. Ist der Handyempfang schlecht, verkürzt das die Laufzeit ebenfalls. Ein Ersatz-Akku ist bei vielen Smartphones eine Hilfe, aber nicht bei allen Geräten einsetzbar.

Eine andere Option wäre ein kleines tragbares Ladegerät, das aber oft auch einiges wiegt. Ein immer und bei jedem Licht gut lesbares Display fehlt meistens auch. Zudem ist die Wetterfestigkeit von Smartphones bis jetzt bei fast allen Geräten sehr eingeschränkt. Manche Displays spielen schon bei ein paar Wassertropfen auf dem Glas verrückt, die sie selbst dann abbekommen, wenn man nur mal schnell zur Orientierung auf die Karte schaut und das Gerät ansonsten regensicher verstaut hat.

Trotzdem gibt es viele Verfechter dieser Geräte und ihrer Apps. Mit einer großen Speicherkarte lassen sich viele Karten laden, die ein weites alpines Gebiet abdecken. Die »echten« Navigationsgeräte sind für ihre Aufgabe spezialisiert. Sie können in der Regel nur das, was der Outdoornavigator braucht, also Navigieren, Tracks aufzeichnen, Wegpunkte setzen und die aktuelle Position auf einer Karte anzeigen. Deshalb gehen sie auch sparsam mit Strom um. Ein aufladbarer Akkusatz reicht normalerweise für tagesfüllende Touren. Und im Notfall kann man mit ein paar Handgriffen die Akkus tauschen.

Lange Zeit konnten solche Geräte nur die vom Gerätehersteller teuer angebotenen Karten verwenden, die auf den allgemein zugänglichen Daten von Open-Street-Map basieren. Das hat sich grundlegend geändert. Mit dem richtigen Kartenprogramm sind große Kartenausschnitte mit ein paar Mausklicks vom PC auf das Navi übertragen und gespeichert.

Sie werden dort auf einem Display angezeigt, das zwar nicht mit großer Brillanz aufwarten kann, aber selbst im strahlenden Sonnenschein hervorragend zu erkennen ist. Und weitgehend wasserfest sind die robusten Navigationsgeräte auch. Klar ist aber auch: Billig sind die Geräte nicht, und an ihre Größe und das Gewicht von mehr als 200 Gramm im Hosensack muss man sich erst mal gewöhnen.

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Entwicklungen seit 2010 - das hat sich getan bei GPS und Smartphone

  • Präzisere Navigation durch besseren Satelliten-Empfang
  • Besser ablesbare Displays
  • Längere Laufzeit durch reduzierten Stromverbrauch
  • Erweiterte Darstellungsmöglichkeiten verschiedener Kartentypen
  • Verbesserte kostenlose Open-Street-Map-Karten (große regionale Unterschiede)
  • Darstellung von Rasterkarten möglich

Darauf kommt’s an

  • Preis, Gewicht und Größe
  • Empfangsleistung für die Satellitensignale
  • Bedienungsfreundlichkeit (bei Smartphones App ausprobieren!)
  • Energiereserven (Akkulaufzeit)
  • Ablesbarkeit der Displayanzeige
  • Robustheit für den Outdooreinsatz

Weitere Tipps zum Umgang mit GPS-Geräten

Richtig ankommen - mit dieser Ausrüstung sollte das gelingen

Garmin Oregon 600

  • Preis: 379,- €
  • Gewicht: 270g (inkl. Batterien)

Dieses Gerät hat eine Größe, die es für die Hosentasche tauglich macht. Das Display lässt sich in allen Lichtsituationen gut ablesen und das Gerät verfügt mit einem Akkusatz über eine Energiereserve, die auch für lange Tagestouren ausreicht.

Samsung Galaxy Xcover 3

  • Preis: 219,- €
  • Gewicht: 154 g

Robustes, staubdichtes und weitgehend wasserdichtes Outdoor-Smartphone. Verfügt zusätzlich zum GPSEmpfang über Kompass, Höhenmesser und ein meist gut ablesbares Display. Es gibt mehrere, z. T. kostenlose Naviagtionsapps. Die Genauigkeit der Navigation ist gut.

Kompass Digitale Karte »Über die Alpen«

  • Preis: 89,99 €
  • Bereich: München - Gardasee; Bodensee - Salzkammergut

Sehr einfach zu bedienen. Die Karte lässt sich bis zum Maßstab 1:20 000 herunterzoomen, Kartenausschnitt e lassen sich schnell auf Papier ausdrucken. Das Aufbereiten für die Darstellung auf Garmin-Geräten samt Übertragung funktioniert schnell und einfach.

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