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Erlebnis Wandern
wandern

Wandern Südtirol: Rund um den Ifinger

Anspruch:
mittel
Dauer:
06:30 Std.
Länge:
14 km
Aufstieg:
1200 m
Abstieg:
1200 m

Im Bannkreis eines Meraner Wahrzeichens. Der Ifinger gehört in seiner markanten, scharfkantigen Gestalt zu den unverwechselbaren Charakterbergen des Meraner Landes. Sein Gipfelaufbau ist nicht ganz einfach zu erklimmen und klettersteigartig gesichert. Man kann das Massiv aber auch auf abwechslungsreichen Wegen umrunden.

Beschreibung

Gegensätze um Meran 2000

Die Südseite des Ifingers, das Gebiet um die Piffinger und Kirchsteiger Alm, tourismusaffin mit dem seelenlosen Namen Meran 2000 bedacht, ist durch zwei Seilbahnen und zahlreiche Skilifte stark erschlossen. Unübersehbar klaffen die Wunden in der Landschaft, doch offenbar schreckt dies weit weniger Wanderer ab, als man meinen möchte. Im Gegenteil: Die Aufstiegshilfen werden gern angenommen, um erschwernislos in die Höhe zu gelangen und – mit ein bisschen Schneid – vielleicht sogar den Großen Ifinger zu besteigen. Diesen hätte man dann sogar schneller »in der Tasche« als unsere großzügige Umrundung, für die wir zwar ebenfalls eine Aufstiegshilfe nutzen, gleichwohl aber in naturbelassener Umgebung starten. Vom Taser, 1000 Meter über dem vorderen Passeier gelegen, bieten sich ja eine Reihe schöner Touren an (siehe auch das folgende Kapitel).

Über Oswald- und Ifingerscharte

Von der Bergstation beim Taser nehmen wir den guten Waldweg (zwischendurch Forststraße) durch den Nordhang der Tschifoner Wälder. Bald landen wir auf einem leichten prickelnden bandartigen Wegabschnitt quer durch Steilgelände und gelangen zur Jausenstation der Streitweider Alm (1560 m). Oberhalb wird der Weg nach einigen gut ausgebauten Kehren etwas holpriger. Man tritt aus Wald und Strauchwerk heraus auf die Rossböden, holt im Kar etwas nach links aus und steigt teilweise recht steil und blockig bis zur Oswaldscharte (2323 m) an. Nur wenig entfernt steht auf einem Vorsprung der Kammhöhe zum Ifinger die sommers wie winters bewirtschaftete Kuhleitenhütte.

Jenseits zieht ein Karrenweg mit einer Schleife zur Skistation – etwas abseits steht das Oswaldkirchlein – und weiter abwärts ins stark frequentierte Einzugsgebiet von Meran 2000. Achtung: Der in manchen Karten verzeichnete Steig, der direkt vom Naifjoch in den Steiltrichter abzweigt, ist vermurt und nicht gangbar. Wir müssen also bis zum Sattel P. 1902 kurz vor dem Piffinger Köpfl hinunter, wo wir mit Nr. 18 scharf rechts abzweigen. Mit etwas Höhenverlust geht es quer durch die licht bewaldete Hangmulde und anschließend teils kräftig steigend, teils querend über diverse Rippen und Rinnen hinweg. Die Rinnen sind mitunter unangenehm im Schotter zu kreuzen und offensichtlich auch steinschlaggefährdet.

Nach einer Weile gelangen wir in Falllinie der Ifingerscharte (2117 m) und mühen uns über Geröll und Schrofen steil in diese hinauf. Auf der Nordseite führt ein passabler Kehrenweg in ein Blockkar hinab. Wir passieren die Kapelle zum Gedenken abgestürzter Bergsteiger (der Ifinger ist ja auch ein richtiger Kletterberg!) und lassen die Schritte über Wiesen Richtung Ifingerhütte (1810 m) auslaufen. Von dort schließt sich der Kreis mit Weg Nr. 18A, der im Schrägabstieg durch Wald wieder zum Taser führt.

Touren-Charakter

Teils anspruchsvolle Bergwanderung mit einer längeren Steigungsstrecke zur Oswaldscharte und den schwierigsten Passagen zwischen Meran 2000 und Ifingerscharte (im Steilgelände teils heikle Rinnenquerungen mit gewisser Steinschlaggefahr, vereinzelt Sicherungen). In den tieferen Bereichen gute Waldwege.

Beste Jahreszeit

Mitte Juni bis Mitte Oktober

Ort

Schenna (584 m), auf einer Hang­terrasse nordöstlich von Meran

Ausgangspunkt

Bergstation Taser (1450 m), Seilbahn von der Pichlerstraße im Oberdorf von Schenna (Bushalt an der Talstation beim Gasthaus Pichler, 826 m)

Route

Taser - Streitweider Alm 0.50 Std. - Oswaldscharte 2.10 Std. - Meran 2000 1.00 Std. - Ifingerscharte 1.15 Std. - Ifingerhütte 0.30 Std. - Taser 0.45 Std.; insgesamt 6.30 Std.

Information

Aufstieg/Abstieg In Summe ca. 1200 Hm, davon 900 Hm Aufstieg bis zur Oswaldscharte

Abseits von Meran 2000

Zwar kommen wir auf dieser strammen Wanderung über zwei Scharten peripher auch mit dem harten Tourismus um Meran 2000 in Berührung, finden daneben aber reichlich Ursprünglichkeit und manch heimeliges Plätzchen. So wird man wahrscheinlich die letzte Rast auf der Ifingerhütte, die noch ganz urig anmutet, so lang wie möglich auskosten ...

Auf den Großen Ifinger

Der Normalweg beginnt in Meran 2000 bei einer der beiden Bergstationen und folgt dem beschriebenen Weg zur Oswaldscharte in umgekehrter Richtung. Wirklich anspruchsvoll ist nur das letzte Stück, wo der Kleine Ifinger auf nordseitigem Band umgangen und aus der Einschartung über raue, kompakte Granitplatten der höchste Punkt (2581 m) erklettert wird. Drahtseile entschärfen diese Passagen, dennoch erfordern sie absolute Schwindel­freiheit und Trittsicherheit; Aufstieg ab Seilbahn 2.15 Std.

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