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Wandern Bodensee: Von Wasserburg nach Lindau

Anspruch:
leicht
Dauer:
01:30 Std.
Länge:
7 km
Aufstieg:
10 m
Abstieg:
10 m

Am bayerischen Bodenseeufer. Das bayerische Bodenseeufer zwischen den bekannten Orten Wasserburg und der Inselstadt Lindau ist weniger von der Natur, sondern mehr von den stattlichen Villen der Oberschicht um 1900 geprägt.

Beschreibung

Bayerisches Filetstück

Anfang des 19. Jahrhunderts heimste das neue Königreich Bayern seinen eigenen kleinen Anteil vom Bodensee ein, reichend von westlich Nonnenhorn bis östlich knapp hinter Lindau, durchaus ein Filetstückchen. Dem Münchner Königshaus gefielen die Erwerbungen in Schwaben außerordentlich gut, man richtete sich bald in der Umgebung einen Sommersitz ein, zahlreiche Höflinge folgten dem Beispiel und ließen hier ebenfalls stattliche Behausungen errichten. Einen Höhepunkt erreichte dieser Trend um 1900.

Wasserburg

Davon blieb der beschauliche Ort Wasserburg unberührt. Vom Bahnhof aus laufen wir über die Bahnhofstraße und anschließend halb rechts über die Halbinselstraße ins wunderschön gelegene historische Zentrum des bereits 784 erwähnten Dorfes. Dort wartet mit dem Schloss, der Pfarrkirche und dem Malhaus sowie den umliegenden Gebäuden ein wie gemaltes Ensemble auf uns, das einst auf einer kleinen vorgelagerten Insel lag. Die Kirche St. Georg ist im Kern gotisch (um 1400) mit einigen barocken Überformungen wie am imposanten Hochaltar. Nebenan steht das Malhaus oder Malefizhaus (1596/97) – es war das Gefängnis. Heute erzählt es die eigene Geschichte und diejenige Wasserburgs und seiner Künstler.

Durch den Villenvorort

Wir verlassen die Halbinsel direkt am Ufer entlang und orientieren uns an den gelben Wegweisern »Lindau Insel«. Rechts über die Uferstraße geht es durch einen kleinen Park zum Schwimmbad Aquamarin und über dessen Parkplatz wiederum rechts aus dem Dorf hinaus. Wir laufen ins Dörfchen Reutenen hinein (nicht ans Ufer zur Werft!), dort erneut rechts. Nun geht es zu den ersten der erwähnten Villen, u. a. dem Schlösschen Alwind. Der Weg bis Lindau schlängelt sich fortan durch die Ufersiedlung. Bald trifft man auf den Eingang zum Lindenhofpark, einen fein säuberlich um den klassizistischen Lindenhof (heute ein Friedensmuseum) angelegten Englischen Garten, der mit der Burg Degelstein eine echte Ruine des 13.  Jahrhunderts integriert. Vom Lindenhof aus sehen wir bis zum mondänen Bad Schachen von einer Villa zur nächsten eine architektonische Vielfalt vom Historismus bis zum Jugendstil.

Lindau liegt im Bodensee

»Wer’s nicht glaubt, der komm und seh’«, sagt manche Postkarte. Nachdem wir lange an der Schachener Straße und anschließend rechts über den Lotzbeckpark gelaufen sind und nun freien Blick auf die Stadt haben, glauben wir es – spätestens wenn wir über den langen Bahndamm in die Stadt hineinlaufen. Deren Sehenswürdigkeiten füllen Bände: die kath. Stiftskirche (ab 9. Jh., im Barock umgestaltet), gleich daneben die gotisch-klassizistische evangelische Kirche St. Stephan, die uralte Peterskirche mit Fresken Hans Holbeins d. Ä. (15. Jh.), der Jugendstilbahnhof, die klobige Heidenmauer, das opulente Haus zum Cavazzen, die markanten Türme der Stadtbefestigung und natürlich das Bildmotiv schlechthin, die Hafenmole mit Leuchtturm, wachendem bayerischem Löwen und unbezahlbarem Blick auf die Alpen.

Touren-Charakter

Am Ufer orientierte, dementsprechend flache Strecke. In den Vororten zahlreiche Windungen, allerdings sehr gute Beschilderung, Karte trotzdem zu empfehlen. Für Familien geeignet.

Ausgangspunkt

Wasserburg Bahnhof

Endpunkt

Lindau Inselbahnhof

Martin Walser

In seinem autobiografischen Roman Ein springender Brunnen schildert der gebürtige Wasserburger Martin Walser seine Kindheit und Jugend in dem Bodenseeort.

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