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Wandern Allgäu: Iseler- und Kühgund-Überschreitung

Anspruch:
mittel
Dauer:
03:30 Std.
Länge:
6.5 km
Aufstieg:
740 m
Abstieg:
850 m

Gratwanderung über dem Oberjoch. Der Iseler (1876m) ist durch die Seilbahn ein leicht erreichbarer Gipfel. An einem schönen Wochenende kann es deshalb vorkommen, dass sich sehr viele Bergfans auf dem breiten Gipfelplateau tummeln.

Beschreibung

Bei der daran anschließenden Kammüberschreitung ist es aber sofort viel ruhiger; der schmale, teils ausgesetzte Bergpfad bietet einige steile, aber gut abgesicherte Felspassagen. Die Überschreitung macht dann auch verwöhnten Bergfans richtig Spaß.

Mit der Iselerbahn zur Bergstation (1640 m) und auf dem breiten Wanderweg in Serpentinen durch die teils felsige Flanke hinauf zum latschenbewachsenen Kamm und weiter zum Gipfelkreuz des Iseler. Kurz vor dem Gipfel zweigt nach rechts ein beschilderter Wanderweg ab, der sich später gabelt in einen Weg Richtung Zipfelsalpe und Hinterstein sowie einen zum Bschießer. Die Überschreitung führt vom Gipfel dann auf schmalem Pfad weiter, zunächst durch eine teils abgesicherte Steilstufe hinab auf den latschenbewachsenen Grat. Dicht an der steil nach Oberjoch abbrechenden Felskante führt der Pfad mit beeindruckenden Tiefblicken über den sanft ansteigenden Grat in nordöstlicher Richtung zum Kühgundkopf (1907 m) weiter. Die Kamm­wanderung fortsetzend erreicht man schließlich das Gipfelkreuz der Kühgundspitze (1852 m), die auf österreichischem Boden liegt und auf österreichischen Karten Wannenjoch heißt. 150 Höhenmeter unter dem Gipfel liegt die Bergstation des Wannenjochlifts, der von Schattwald im Tannheimer Tal heraufführt. Die Kammüberschreitung fortsetzend, folgt man dem schmalen Pfad über den Kühgundrücken, der über eine steile, ausgesetzte und an mehreren Pas­sagen mit Stahlseilen abgesicherte Felsstufe hinabführt. Danach wird es wieder sanfter und bewaldet.

Schließlich biegt der Weg scharf nach links ab und quert den Hang bis zu einem Liftpfeiler. Von hier hat man zwei Möglichkeiten: Nach rechts führt ein Weg zur Hinteren Windhagalpe, von der man auf einem asphaltierten Alpesträßchen in weitem Rechtsbogen hinabwandert ins Tal, dort auf einen Wanderweg stößt, auf dem man nach links abbiegt und parallel zur Straße etwa 1,5 Kilometer zum Ausgangspunkt in Oberjoch zurückgeht. Die schönere Alternative ist zunächst schlecht erkennbar und führt nach links unter dem Liftpfeiler durch. Der Pfad quert dann den breiten Hang in Richtung Vordere Wiedhagalpe, wobei zwei Bachläufe überwunden werden. Vor dem Wiedhag-Lift führt ein Pfad in steilen Serpentinen hinab zur Talstation. Wer das kurze Stück weiterquert bis zur bewirtschafteten Vorderen Wiedhagalpe, kann dort noch gemütlich einkehren und danach direkt zur Iseler Talstation absteigen.

Touren-Charakter

Überraschend vielfältige und reizvolle Panoramatour, die bis zum Iseler-Gipfel leicht, kurz und sehr beliebt ist. Die anschließende Kammüberschreitung ist etwas anspruchsvoller und nur für Trittsichere geeignet, bietet aber herrliche Aus- und Tiefblicke.

Ausgangspunkt

Oberjoch, Bergstation der Iselerbahn in Oberjoch

Endpunkt

Talstation der Iselerbahn

Tipp

Seit 2007 führt der Salewa-Klettersteig durch die Felsflanke des Iseler über Oberjoch. Für die Begehung ist die entsprechende Erfahrung und Ausrüstung erforderlich. Die Bergschule Hindelang bietet im Sommer jeweils dienstags und donnerstags geführte Klettersteigbegehungen in Kleingruppen an. Anmeldung spätestens am Vortag erforderlich. Bergschule Hindelang, www.bergschulen.de, Tel.: 08324/95 36 50

Bad Hindelang

Oberjoch ist mit seiner Höhenlage von 1136 Metern der höchstgelegene unter den sechs Ortsteilen von Bad Hindelang und als Luftkurort bekannt. Hier befindet sich auch die Alpen-Allergie-Station, denn die Luft in Oberjoch ist frei von Hausstaubmilben und arm an Pollen und Schimmelpilzsporen – ideal also für Allergiker und Asthmatiker. Bereits seit 1965 ist Bad Hindelang als Kneippkurort anerkannt und seit 2001 auch als Kneippheilbad. Einer der Bade-Pioniere unter den Gästen war vor über 100 Jahren der bayerische Prinzregent Luitpold, der damals gerne in seiner Lieblingsgumpe in Hinterstein badete. Dieser Teich heißt seither »Prinze-Gumpe«.

Alpe Kematsried

Wenige Meter rechts der großen Kreuzung am Ortseingang von Oberjoch befindet sich die Alpe Kematsried, ein Bioland-Betrieb mit angegliedertem Haflingerhof, Gaststätte und Hofladen. Hier kann man selbst gemachten Bergkäse, Hartkäse, Weich- und Butterkäse, Wurstspezialitäten vom Rind, Schwein und Wild sowie selbst gebackenes Brot kaufen. Vor dem Hofladen kann man Brotzeit machen; gleich nebenan steht das Wirtshaus Kematsried.

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Bitte beachten!

Für die Richtigkeit und Aktualität der Angaben kann trotz größtmöglicher redaktioneller Sorgfalt keine Haftung übernommen werden. Insbesondere bei GPS Daten können Abweichungen nicht ausgeschlossen werden.
Sicher unterwegs: Ein glücklicher und erfolgreicher Tag in der Natur setzt nicht nur die richtige Vorbereitung, sondern auch auch verantwortungsbewusstes Handeln auf Tour voraus. Das solltet ihr bei der Tourenplanung immer beachten.