Lieblingstour

Die Lieblingstour von Alix von Melle: Auf den Thaneller in den Lechtaler Alpen

Wir haben die Extrembergsteigerin Alix von Melle nach ihrer Lieblingstour gefragt. Wo die erfolgreichste deutsche Alpinistin am besten zur Ruhe kommt, verrät sie uns hier.

Thaneller Alix von Melle
Auf dem Thaneller genießt Extrem-Bergsteigerin Alix von Melle Ruhe, Abgeschiedenheit - und das großartige Panorama.© Privat

Jeder, der gerne draußen unterwegs ist, hat eine bestimmte Lieblingstour. Auch bei bekannten Gesichtern aus dem Berg- und Skisport ist das der Fall. Mal ist es ein Gipfel mit grandioser Aussicht. Mal eine Wanderung, mit der man besondere Erinnerungen verbindet. Wir haben Profibergsteiger, Skifahrer und weitere Promis aus der Outdoor-Welt nach ihren Lieblingstouren gefragt. So auch Alix von Melle.

Dank der Besteigung zahlreicher Achttausender kann man Alix von Melle ohne Zweifel zu den erfolgreichsten deutschen Höhenbergsteigerinnen zählen. In der Regel erklimmt sie gemeinsam mit ihrem Mann Luis Stitzinger, ebenfalls Profi-Bergsteiger, die höchsten Gipfel in entfernten Gebirgen wie dem Himalaya oder den Anden. Die gebürtige Hamburgerin lebt in Füssen – und hat somit keinen weiten Weg zu ihrer Lieblings-Herbsttour auf den Thaneller in der Tiroler Zugspitzarena.

Das sagt Alix von Melle: 

"Herbstzeit ist Wanderzeit. Während ich im Winter auf Tourenski für meine Expeditionen trainiere, die mich im Frühjahr oder Sommer in ferne Länder führen, freue ich mich dann schon immer darauf, das Bergjahr mit schönen Wanderungen in der Heimat ausklingen zu lassen. Hier kann ich Kraft tanken, mich von den Expeditionen erholen und meine Seele baumeln lassen.

Meine Lieblings-Herbst-Wanderung ist der südseitige Anstieg von Berwang auf den Thaneller. Nahezu freistehend bietet er von seinem Gipfel einen umfassenden Rundblick ins Allgäuer Alpenvorland, den Talkessel von Reutte und das Außerfern, die Ammergauer und Lechtaler Alpen sowie die Tannheimer Berge. Das Zugspitz-Massiv thront als mächtige, alles überragende Felsmauer im Osten über dem Tal. Am meisten fasziniert mich aber der unvergleichliche Tiefblick auf den dunkelblauen ›Fjord‹ des Heiterwanger Sees und des Plansees. Als Kind der Nordsee genieße ich auch in den Bergen den Anblick von Wasser um mich herum.

Auch der nordseitige Anstieg auf den Thaneller ist eine lohnende Bergtour (insbesondere, wenn man ihn zur Überschreitung kombiniert), aber deutlich anspruchsvoller und wesentlich schattiger, also eher eine Unternehmung für den Hochsommer. Der Herbst ist aber einfach meine Lieblings-Jahreszeit, er verzaubert mich mit seinen sonnengebräunten Almwiesen, den ersten weißen Schneetupfern und der bunten Färbung der Bäume. Ich kann mich kaum satt sehen an den verfärbten Lärchenbäumen, die dann in goldgelben Farben erstrahlen, während mich die Herbstsonne im Gesicht wärmt."

Alix von Melle Thaneller
Das Bergsteiger-Ehepaar Alix von Melle und Luis Stitzinger ist auf den Gipfeln dieser Welt zu Hause - auf dem Thaneller finden sie die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen und Kraft zu tanken.© Christoffer Leitner

 

Von Berwang auf den Thaneller: Die Wanderung im Detail

Aufgrund seiner südseitigen Ausrichtung ist der Weg von Berwang aus auf den 2341 Meter hohen Thaneller ideal für kürzere Herbsttage, an denen der Gipfel noch schneefrei ist und man beim Wandern ordentlich Sonne tanken kann. Vom Parkplatz des Thaneller-Lifts am Ortsende von Berwang aus schlängelt sich der gut ausgeschilderte und zum Schluss hin ausgesetzte Steig ohne größere Schwierigkeiten bis zum Gipfel hinauf. Von hier bietet sich ein großartiges Panorama auf das Allgäuer Vorland, die umliegende Bergwelt sowie hinüber in die steilen Flanken des Zugspitz-Massivs. 

  • Region: Tiroler Zugspitz-Arena
  • Schwierigkeit: Mittel
  • Höhenunterschied: 1050 Hm
  • Distanz: 8 km
  • Dauer: 5 Stunden
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