Schritt für Schritt

Federgabel einstellen beim Mountainbike: Mit und ohne Stahlfeder

Zu hart? Zu weich? Unharmonisch? In unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigen wir dir, wie du die Federgabel an deinem MTB in wenigen Minuten perfekt einstellst.

Mann stellt Federgabel bei Mountainbike ein
In unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung erklären wir dir, wie du die Federgabel von deinem Bike einstellen kannst.© rh2010 - stock.adobe.com

Ist die Federgabel am Fahrrad zu steif, zu weich oder verhält sich beim Fahren nicht so, wie du es möchtest? Dann ist es an der Zeit, die Federung am Fahrrad und damit die Dämpfung richtig einzustellen. Mit der passenden Fahrwerksabstimmung sorgt eine Federgabel am Trekking-, Cross- oder Mountainbike für zuverlässigen Komfort und Kontrolle beim Fahren in unwegsamem Gelände.

Federgabel einstellen: Alle Informationen im Überblick

In diesem Beitrag erfährst du Schritt für Schritt, wie du die Luftfedergabel optimal einstellst. Damit du deine Federgabel einstellen kannst, musst du

Darüber hinaus erklären wir dir auch, wie du deine Federgabel mit einer Stahlfeder einstellen kannst.

Federgabel Mountainbike
Die Einstellung der Federgabel ist ein Muss.© DaniiD - stock.adobe.com

So kannst du Schritt für Schritt die Federgabel einstellen

Damit du bei deinem Bike die Federgabel einstellen kannst, ist zunächst ein bisschen Vorbereitung notwendig. Zunächst solltest du schauen, dass du das richtige Werkzeug zum Einstellen der Federgabel parat hast. Die folgenden Werkzeuge solltest du dir zurecht legen:

  • Dämpferpumpe mit Manometer
  • O-Ring/Kabelbinder
  • Putzlappen
  • Montageständer (optional)

Messe mit dem Manometer an der Dämpferpumpe den aktuellen Luftdruck in der Gabel. Der O-Ring ist der Ring, der das Oberrohr umgibt. Der O-Ring kann verwendet werden, um zu bestimmen, wie weit die Gabel in das Unterrohr eindringt. Wenn kein O-Ring vorhanden ist, kannst du auch einen Kabelbinder um den Riser legen. Stelle jedoch sicher, dass die Teile wirklich sauber sind, oder reinige sie zuerst, um Kratzer zu vermeiden.

Hast du das entsprechende Werkzeug parat und alle Vorarbeiten geleistet, kannst du endlich deine Federgabel einstellen.

Schritt 1: Dämpfungseinstellungen abschalten

Um den Federweg ohne Folgen einstellen zu können, müssen alle Dämpfungseinstellungen ausgeschaltet werden.

Starte mit der Zugstufe, oder auch Rebound genannt. Drehe den meist großen roten Knopf an der Unterseite der Federgabel gegen den Uhrzeigersinn bis zum Anschlag.

Die Komprimierungsstufe sollte ebenfalls auf die geringstmögliche Stufe eingestellt werden. Drehe dazu den Hebel oben auf der Federgabel gegen den Uhrzeigersinn.

Druckstufe beim Mountainbike
Die Druckstufendämpfung lässt sich über einen Hebel oder Drehknopf regeln.© Yuri Hoyda - stock.adobe.com

Schritt 2: Maximalhub ermitteln

Finde nun den maximalen Hub heraus. Löse dazu die Kappe oben auf der Gabel und drücke vorsichtig mit einem spitzen Gegenstand auf das Einlassventil, bis die gesamte Luft entwichen ist.

Im nächsten Schritt drückst du den kleinen Gummi-O-Ring gegen die Dichtungen am Riser. Wenn der Ring fehlt, befestige ein Stück Schnur oder einen Kabelbinder.

Drücke nun fest auf die Gabel. Diese sollte vollständig komprimieren, d. h. bis zu einem spürbaren Halt. Wenn sich der Anschlag unscharf anfühlt, befindet sich möglicherweise noch Luft in der Kammer.

Damit sich die Federgabel wieder ausdehnt, kannst du etwas Luft in die Kammer pumpen. Ungefähr 30-40 psi. Verwende hierfür eine spezielle Dämpferpumpe.

Bei den meisten Dämpferpumpen ist der Luftdruck in psi (pound per square inch) angegeben. 1 bar beträgt 14,5 psi. 100 psi entsprechen wiederum 6,89 bar.

Der O-Ring hat sich jetzt beim Ausfahren nach oben bewegt. Der Abstand zwischen den O-Ringen und der Gabelbrücke entspricht dem maximalen Federweg (Maximalhub).

Schritt 3: Luftdruck ermitteln und einstellen

Das Ziel ist nun, den richtigen Luftdruck für das Gewicht des Fahrers einzustellen. Bitte beachte die Luftdruck-Empfehlungen des Herstellers. Werden diese Angaben nicht gemacht, verwende dein Körpergewicht (zuzüglich dem Gewicht von deinem Gepäck) als groben psi-Richtwert. Pro Kilogramm solltest du 1 psi in die Gabel geben.

Verwende hierfür ebenfalls wieder die Dämpferpumpe. Am angebrachten Manometer kannst du den aktuellen Luftdruck ablesen. Je nachdem, ob dieser höher oder niedriger ist als der zuvor ermittelte Wert, musst du die Federgabel aufpumpen oder Luft ablassen, bis der gewünschte Luftdruck erreicht ist.

Schritt 4: Negativfederweg ermitteln und einstellen

Setze dich nun auf das Rad, lehne es an die Wand und belaste es in Fahrposition (Cross-Country/Trekkingrad/Allmountain-Bike: sitzend; Enduro: stehend). Schiebe nun den Gummi-O-Ring nach unten, ohne die Bremse zu betätigen.

Miss nun den Abstand vom Gummi-O-Ring zur Federdichtung. Dies wird als sogenanntes „Durchhängen“ oder Negativfederweg bezeichnet. Der Restfederweg sollte etwa

  • 20 % des maximalen Federwegs für Cross-Country-Räder
  • 25 % für Touring/All-Mountain-Räder und
  • 30 % für Enduro-Räder

betragen. Pumpe die Federgabel auf oder entleere sie, bis der Negativfederweg passt.

Dämpferpumpe beim Federgabel einstellen
Mit einer speziellen Dämpferpumpe kannst du den Luftdruck in der Federgabel ändern.© rh2010 - stock.adobe.com

Schritt 5: Restfederweg einstellen

Setze dich nun auf das Fahrrad und drücke fest die Gabel. Der Abstand vom Gummi-O-Ring bis zum maximalen Federweg ist der verbleibende Federweg bzw. Restfederweg. Er sollte noch ca. 1 cm betragen. Wenn die Gabel schwächelt, sollte sie aufgepumpt werden.

Schritt 6: Zugstufe einstellen

Stell nun die Zugstufengeschwindigkeit (Rebound) mit dem Jogwheel an der Unterseite der Gabel ein. Indem du das Jogwheel drehst, kannst du unterschiedliche Geschwindigkeiten einstellen. Probiere am besten alle Einstellungen aus, bis du die ideale Geschwindigkeit gefunden hast.

Um die Zugstufengeschwindigkeit zu testen, stelle dich hinter den Lenker und drücke fest die Gabel, lass dann den Lenker sofort los. Die Federgabel sollte hochfliegen. Dies sollte so schnell wie möglich erfolgen, der Reifen sollte dabei aber nicht vom Boden abheben.

Schritt 7: Kompressionswiderstand einstellen

Oft kannst du auch den Kompressionswiderstand einstellen. Je höher das Kompressionsverhältnis, desto weniger wackelt die Luftfedergabel. Die meisten Gabeln bieten offene, gedämpfte und gesperrte Fahrmodi.

Federgabel einstellen mit Stahlfeder

Eine Federgabel mit Stahlfeder bietet normalerweise weniger Anpassungsoptionen, erfordert aber weniger Wartung. Die Gabel mit Stahlfeder kann bis zu einem bestimmten Grad vorgespannt werden. Diese Einstellung verschafft allerdings nicht mehr oder weniger Federweg, sondern macht die Gabel nur härter oder etwas weicher.

Bevor du ein Mountainbike mit Stahlfedergabel kaufst, solltest du dich darauf setzen und prüfen, wie tief die Gabel allein unter deinem Gewicht durchhängt.

Faustregel: Der negative Federweg darf 30 % des vorhandenen Federwegs nicht überschreiten. Du kannst dies mit einem O-Ring oder einem am Riser befestigten Kabelbinder messen.

Wenn die Gabel unter deinem Gewicht tiefer durchhängt, wähle ein anderes Modell. Dafür gibt es zwei Gründe: Einerseits besteht die Gefahr, dass diese Gabel bei Fahrten im Gelände versagt, wodurch sie schnell kaputt geht. Zugleich lässt sich der Federweg einer Stahlfeder nicht verändern. Wenn eine Gabel beim Kauf zu weich ist (sie sinkt zu tief unter deinem Gewicht ein), ist sie stets zu weich und daher für den vorgesehenen Zweck unbrauchbar. Du kannst die Federn austauschen, dies ist jedoch zeitaufwendig und sollte nur vom Fachhändler durchgeführt werden.

Die Zugstufe wird über einen Drehmechanismus eingestellt. Hier gibt es „+“ und„-“. Rock-Shox-Federgabeln haben auch ein Hasen- und Schildkröten-Symbol (schnell oder „-“ und langsam oder „+“). Eine offene Dämpfung bedeutet, dass du den Regler ganz auf „-“ drehst.

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