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Bergwandern
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Wandern Zugspitz Region: Über die Schellschlicht

Anspruch:
schwer
Dauer:
07:00 Std.
Länge:
13.4 km
Aufstieg:
1320 m
Abstieg:
1320 m

Abenteuer über Griesen. Etwas versteckt erhebt sich die Schellschlicht oberhalb von Griesen. Sie ist ein weniger bekannter Gipfel in den Ammergauer Alpen, trotzdem lohnt sich ein Besuch. Vom Gipfel genießt man einen grandiosen Blick hinüber zur Zugspitze. Aber für die Überschreitung muss man entsprechende Erfahrung mitbringen, führt der Steig doch teilweise über anspruchsvolles Gelände.

Beschreibung

Zur Schellalm 

Vom Parkplatz in Griesen wandern wir, dem Wegweiser Richtung Schellschlicht folgend, auf der Forststraße entlang der Neidernach eben taleinwärts. Schon bald erblicken wir das heutige Gipfelziel. Die ersten Abzweigungen lassen wir unberücksichtigt, bis wir von einem Wegweiser nach rechts in den Wald geschickt werden. Die Straße verengt sich bald zu einem Karrenweg und wenig später zu einem Pfad. Über diesen gewinnen wir schnell an Höhe und stehen wenig später an einer Abzweigung. Beide Wege führen auf die Schellschlicht. Der linke Weg führt über die Schellalm zum Gipfel, der rechte über den Sunkensattel. Wir nehmen den linken Weg über die Schellalm. Dieser verläuft oberhalb einer Klamm etwas ausgesetzt am Hang entlang. Hier sind wir entsprechend vorsichtig.Wir kommen bald zu der eisernen Brücke, die über die Schelllaine führt und von der man einen eindrucksvollen Tiefblick in die wilde Klamm hat. Auf der anderen Seite steigt der Steig in zahlreichen Kehren über einen ­Rücken durch den Wald bergauf. Kurz nachdem sich der Wald etwas gelichtet hat gelangen wir zur Schellalm, die in freiem Gelände steht. Die Bank vor der Alm lädt zu einer ­ersten kleinen Pause ein. Aufgrund der freien Lage eröffnet sich auch ein herr­licher Ausblick auf das Wettersteinmassiv mit der Zugspitze. Dadurch wird die Rast gleich noch viel ­schöner.

Zur Schellschlicht 

Nach der kurzen Pause geht es weiter bergan, bis sich plötzlich eine felsige Wandstufe in den Weg stellt. Diese wird mit Hilfe von Drahtseilen und ein paar Eisenklammern relativ einfach überwunden. Der schmale Steig führt kurz leicht abwärts und weiter über Latschenfelder zu einem Rücken. Zwischendurch gewähren einige steile Rinnen schaurige Tiefblicke. Über den Latschenrücken und steile Wiesenmatten gelangen wir auf den Ostgrat. Der Gang über den Grat zum schon lange sichtbaren Gipfel ist sehr aussichtsreich. Da die Hänge zu beiden Seiten steil abfallen, sind Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und ein gewisses Maß an Vorsicht notwendig. Kurz vor dem Gipfel führt der Weg ein Stück bergab, um dann steil in Kehren den Wiesenrücken neben dem Kreuz zu erreichen. Von hier sind es nur noch ein paar Meter über eine felsige Felsstufe auf den höchsten Punkt der Schellschlicht (2053 m) mit seiner grandiosen Aussicht. Wie schon angekündigt ist vor allem die Aussicht auf das Wetterstein im Süden fantastisch. Aber auch die umliegenden, wilden Ammergauer Berge faszinieren. Im Norden stehen die drei Geierköpfe, rechts daneben Kreuzspitze und Kreuzspitzl und im ­Osten fällt der Blick auf den Doppelgipfel des Frieders. Auch der höchste Gipfel der Ammergauer Alpen ist von hier oben gut zu erkennen: Neben der Zugspitze erhebt sich der Daniel.

Abstieg nach Südwesten 

Nachdem wir die Aussicht ausgiebig genossen haben, steigen wir vorsichtig nach Norden ab. Der Weg ist im oberen Bereich ziemlich abschüssig und auch etwas ausgesetzt, hier sollte man sehr aufmerksam sein und die entsprechende Vorsicht an den Tag legen. Der Weg wechselt bald nach rechts in die Flanke, umgeht anschließend einen Gratkopf und führt nach einem kurzen Gegenanstieg hinab in den Sunkensattel.Im Sattel lohnt sich noch einmal ein Blick nach links auf die wirklich wilde Ammergauer Bergwelt mit ihren tief eingeschnittenen Rinnen und Gräben. Wir folgen dem rechten Weg, der weiter nach Griesen hinabführt. Dieser zieht in zahlreichen Kehren hinab bis oberhalb von einer tiefen Schlucht. Hier queren wir nun nach links, hoch über der Schlucht, leicht ansteigend und sogar einmal versichert zu einem bewaldeten Rücken. Von diesem steigen wir wieder in zahlreichen Kehren bergab zur schon bekannten Wegverzweigung an der Klamm. Wir wandern dem Steig folgend weiter bergab, gelangen bald zum Karrenweg und zur Wegverzweigung. Nun gehen wir wieder auf der linken Forststraße an der Neidernach entlang zurück zum kleinen Parkplatz in Griesen.

Touren-Charakter

Anspruchsvolle Überschreitung. Im Anstieg kurze, mit Klammern versicherte Wandstelle. Der Abstieg erfolgt über steiles, abschüssiges Gelände. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich.

Ausgangspunkt

Parkplatz in Griesen, GPS 47.477629, 10.941027

Endpunkt

Parkplatz in Griesen, GPS 47.477629, 10.941027

Friederspitz und Frieder

Ebenfalls eine spannende Wanderung sind Friederspitz und Frieder, die sich östlich der Schellschlicht befinden. Die Wanderung startet beim Parkplatz Ochsenalm, östlich von Griesen. Vom Bahnhof Griesen ist der Aufstiegsweg von der Forststraße an der Neidernach rechts/ostwärts abzweigend in 3km erreichbar. In beiden Fällen steigt man zunächst auf der von der Ochsenhütte hochziehenden Forststraße an und zweigt dann auf einen Steig ab. Dieser bringt uns zur Friederspitz (2049m). Wer noch Kondition hat, steigt hinüber zum Frieder (2052m). Insgesamt ist man auf dieser Tour 6.30 Std. unterwegs. Die Strecke ist aber etwas einfacher als der Aufstieg zur Schellschlicht (mittel).

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Bitte beachten!

Für die Richtigkeit und Aktualität der Angaben kann trotz größtmöglicher redaktioneller Sorgfalt keine Haftung übernommen werden. Insbesondere bei GPS Daten können Abweichungen nicht ausgeschlossen werden.
Sicher unterwegs: Ein glücklicher und erfolgreicher Tag in der Natur setzt nicht nur die richtige Vorbereitung, sondern auch auch verantwortungsbewusstes Handeln auf Tour voraus. Das solltet ihr bei der Tourenplanung immer beachten.