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Wandern Tölzer Land: Auf den Stutzenstein

Anspruch:
mittel
Dauer:
02:30 Std.
Länge:
9 km
Aufstieg:
460 m
Abstieg:
460 m

An den herrlichen Lainbachfällen vorbei. Der Stutzenstein bei Kochel ist nirgends ausgeschildert und ziemlich unbekannt. Wer ihn erklimmen möchte, muss also etwas Abenteuerlust mitbringen! Auch kommen wir an einem der schönsten Wasserfälle des bayerischen Oberlandes vorbei.

Beschreibung

Wir beginnen unsere Wanderung am Parkplatz, der direkt am Ausfluss der Loisach aus dem Kochelsee liegt. Mit dem See zu unserer rechten Seite wandern wir in Richtung Badepark, bleiben dann jedoch unten am Ufer und passieren die vielen kleinen Bootshäuschen, die sich immer wieder als schönes Fotomotiv entpuppen. Der herrliche Uferweg biegt bald wieder nach links weg und wir folgen ihm durch den Kurpark, wo wir uns etwas rechts halten.

Dann stoßen wir auf die große Ortsdurchgangsstraße, die B11, und müssen ihr ein Stück lang auf dem Gehweg nach rechts folgen. Leicht bergab treffen wir so am Parkplatz des Franz Marc Museums wieder auf das Kochelseeufer und gehen an ihm noch ein kurzes Stück entlang. Bei der großen Firma Dorst queren wir die B11 ein Stück nach links versetzt und beginnen mit dem Aufstieg ins Lainbachtal auf dem nur für Fußgänger freigegebenen Weg. Die Firma Dorst und bald darauf der Lainbach liegen zu unserer rechten Seite.

Nun können wir uns nicht mehr verlaufen. Wir bleiben auf dieser Bachseite und folgen dem tief unter uns rauschenden Bach aufwärts. Es ist herrlich kühl unter den Bäumen und auch vom Bachlauf her weht eine angenehme Brise. Wir stoßen am Waldrand auf eine Teerstraße – rechts geht es hinauf zur Kocheler Sonnenspitze, von links kommen die Wanderer direkt aus dem Ort. Wir bleiben unserem Bachlauf treu, der immer noch zum Lainbachfall und überdies nun als Vogellehrpfad beschildert ist. Kurz darauf queren wir den Bach und folgen dem von Wurzeln und Steinen durchzogenen, jetzt ansteigenden Weg.

Schließlich nähern wir uns einem hohen Wasserfall. Im Frühjahr liegen hier oft entwurzelte Stämme, die von der Kraft des Wassers mitgerissen wurden. Jetzt sind wir an den Lainbach-Wasserfällen angekommen, aber der schönste Moment liegt noch vor uns. Der Pfad steigt steil an der Kante des Wasserfalls hinauf und dann stehen wir am oberen Wasserfall. Wie ein Schleier fällt meterhoch das Wasser vom Fels herab. Ein magischer Anblick und eine natürliche »Rainshower«-Dusche. Das Wasser ist äußerst kühl, wie es sich für ein ordentliches Bergwasser halt gehört, und prickelt angenehm auf der Haut!

Nach dieser erfrischenden Rast folgen wir dem Weg weiter bergauf. Diejenigen, die sich den Stutzenstein als Ziel fest vorgenommen haben, müssen nun etwas aufpassen. Die Abzweigung zu ihm erreichen wir ca. 15Minuten nach dem oberen Wasserfall. Bis dorthin gehen wir zunächst alle gemeinsam weiter und folgen dabei der weiß-roten Markierung in Richtung Kohlleite. Wir passieren eine Abzweigung, die nach links in den Ort Kochel führt. Kinder spielen hier gerne und bauen sich kleine Hütten.

Weiter dem Weg folgend, geht es nun im Auf und Ab durch den Wald. Auf dieser Strecke queren wir über Brücken zwei Bergbäche. Dann fällt der Weg leicht ab, wir queren noch ein Rinnsal (ohne Brücke) und treffen nach dem nächsten Minihügel wieder auf Wanderwegschilder. An dieser Stelle stößt von rechts im spitzen Winkel ein breiterer Forstweg auf unseren Wanderweg. Dies ist die Abzweigung zum Stutzenstein. Es ist ein Abstecher, wir kommen also hierher zurück. Alle anderen folgen dem Heilklimaweg 42, der weiter durch den Wald führt.

Der kleine Aussichtsgipfel ist in gut einer halben Stunde erreichbar. Dafür folgt man einfach dem breitesten Haupt-Forstweg. Zunächst noch wenig anstrengend, steigt die Forststraße an, dann geht es steil in einer langen Gerade hinauf. Dieses Stück muss man schaffen! Links vom Weg liegt nun der Felsklotz des Stutzensteins. Auf zwei kleinen Pfaden lässt er sich leicht in wenigen Minuten ersteigen. Das Plateau auf dem Felsen entpuppt sich als sehr klein und nur wenige Wanderer haben darauf Platz. Natürlich ist Vorsicht geboten! Der Fels fällt steil ab und die vorderste Kante ist sicher nur etwas für Schwindelfreie.

Die Sicht ist fantastisch! Tief unter uns liegen Kochel und der See. Nach Westen erstreckt sich die weite Moorebene, die Kochel und Benediktbeuern miteinander verbindet. Auch ohne richtiges Gipfelkreuz ist jetzt Zeit für eine Gipfelbrotzeit.

Zurück geht es auf gleichem Weg bis zur beschriebenen Abzweigung. Hier folgen wir nun ebenfalls weiter der Beschilderung zur Kohlleite bzw. dem Heilklimaweg 42. Nach einer nächsten Bachquerung steigen wir zu einer wunderschönen Almwiese hinab, der Kohlleite. Hier treffen wir auf eine breitere Almstraße, der wir nach links folgen. Die Almen auf der Wiese sind allesamt in Privatbesitz und leider nicht bewirtschaftet. Trotzdem hat man auch von hier eine wunderschöne Aussicht über den Kochelsee hinweg auf Herzogstand und Heimgarten.

Kurz bevor es endgültig nach Kochel hinabgeht, biegen wir am Wasserreservoir rechts mit einem Abstecher zum herrlichen Aussichtspunkt Kohlleite ab. Die Rastbänke gruppieren sich unter drei mächtigen Bäumen, einer Buche, einer Eiche und einer Linde. Franz Marc malte hier eines seiner berühmten Bilder: »Zwei Frauen am Berg«. Für uns ist es als krönender Abschluss zu dieser Wanderung der zweitschönste Rastplatz der Tour, und vor allem für all diejenigen bestens geeignet, die nicht auf den Stutzenstein gestiegen sind.

Zurück an der Almstraße geht es die letzten Höhenmeter hinunter in den Ort, wo wir durch die Kalmbachstraße, vorbei am Bauerncafé Zum Giggerer und dem Rathaus, bis zur B11 gehen, auf die wir am Schmied-von-Kochel-Platz treffen. Wir queren die Straße, wandern etwas nach rechts und biegen dann vor dem Gasthaus zur Post links in die kleine Hanersimmergasse ein. Diese führt südlich der kleinen Dorfkirche alsbald über die Felder in den Seeweg, der am neuen Friedhof entlangzieht. So kommen wir absolut verkehrsberuhigt zurück zu unserem Ausgangspunkt, dem Parkplatz an der Loisach.

Touren-Charakter

Wer nur über den Wasserfallweg und die Kohlleite wandert, kann mit einer leichten Wanderung auf Forstwegen und schmalen Waldpfaden rechnen. Der Aufstieg zum Stutzenstein ist steil, nicht ausgeschildert und kein gepflegter Wanderweg. Auch er führt zum Großteil über einen steinigen, breiten Holzarbeiterweg. Für den Gipfel braucht man Trittsicherheit.

Ausgangspunkt

Parkplatz an der Loisach bei Kochel

Endpunkt

Parkplatz an der Loisach bei Kochel

Brotzeit gefällig?

Wer sich für diese Wanderung mit einer stilvollen Brotzeit eindecken möchte, dem empfehlen wir die Dorfmetzgerei Pfleger am Schmied-von-Kochel-Platz. Vegetarier oder Käsefreunde finden Käse in großer Vielfalt im Naturkost- und Käseladen wenige Meter weiter in der Bahnhofstraße.

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Für die Richtigkeit und Aktualität der Angaben kann trotz größtmöglicher redaktioneller Sorgfalt keine Haftung übernommen werden. Insbesondere bei GPS Daten können Abweichungen nicht ausgeschlossen werden.
Sicher unterwegs: Ein glücklicher und erfolgreicher Tag in der Natur setzt nicht nur die richtige Vorbereitung, sondern auch auch verantwortungsbewusstes Handeln auf Tour voraus. Das solltet ihr bei der Tourenplanung immer beachten.