JBerg-Verlag
Bergwandern
wandern

Wandern Tiroler Zugspitz Arena: Auf den Hochwanner

Anspruch:
schwer
Dauer:
08:30 Std.
Länge:
20 km
Aufstieg:
1550 m
Abstieg:
1550 m

Eher unbekannter Anstieg zum kleinen Zugspitz-Bruder. Am Hochwanner - dem zweithöchsten Berg Deutschlands - geht es unvergleichlich ruhiger zu als an der Zugspitze. Was vielleicht auch daran liegt, dass man sich diesen hohen Gipfel zuletzt mit einem anstrengenden Geröllanstieg erobern muss.

Eine flache Querung führt hinüber zum Mitterjöchl.wandern, schwer
Eine flache Querung führt hinüber zum Mitterjöchl.© Michael Pröttel
Beschreibung

Vom Parkplatz geht man über den Bach, folgt der breiten Talstraße ein kurzes Stück und zweigt dann rechts in den Ganghoferweg ab. Dieser ebenfalls recht breite Weg führt kurz steiler bergan. Eine Abzweigung zur Hämmermoosalm ignoriert man. Der Weg führt zu einer großen Almfläche – hier sieht man zum ersten Mal rechts des markanten Predigtsteins den noch weit entfernten Hochwanner –, wo man an der Gabelung rechts (Beschilderung u. a. Rotmoosalm) abzweigt. Es geht hier kurz auf die Hämmermoosalm zu, aber gleich bei der ersten Möglichkeit zweigt man nach links ab. Der weiterhin recht breite Weg führt nun in einem weiten Bogen leicht ansteigend in den Wald und zum Leitenbach. Dieser wird überquert. Auf der anderen Seite geht es dann auf einem Fußweg ein Stück steiler bergan. Der Weg stößt bald auf eine Almstraße, der man nach rechts ein gutes Stück lang folgen muss. Nach einigen Serpentinen erreicht man eine Holzhütte, bei der ein Wegweiser nach links zum Predigtstuhl weist. Diesem folgt man und steigt somit auf schmalem Bergpfad nach Westen zum Sattel zwischen Predigtstein (links) und Hochwanner (rechts) auf, wo eine Holzbank steht. Der Weg wird nun flacher und führt in einem weiten Bogen zum gegenüberliegenden Geländeabsatz des Mitterjöchls, wo ebenfalls eine kleine Holzbank zum Rasten einlädt.

Hier zweigt man (unbeschildert) vom Bergweg nach rechts ab und steigt (zumeist weglos) einen langen Wiesenrücken nach Norden bergan. Dann geht es über einen moränenartigen Kamm auf ein erstes Geröllfeld zu. Dieses wird anstrengend erstiegen (Pfadspuren), dann quert die Spur nach rechts und führt in angenehmen Serpentinen auf einen Felsriegel zu. Genau dort, wo sich ein Steinmann mit dickem Ast befindet, ermöglicht eine unschwere Rinne (I UIAA, gut auf Steinschlag achten!) den Durchstieg der kurzen Steilstufe. Nun quert die noch einigermaßen gut ausgeprägte Anstiegsspur nach Osten auf einen riesigen Geröllhang zu. Hier gibt es verschiedene Aufstiegsspuren. Man sieht etwas rechts der Mitte eine lange braune Geröllreiße herabziehen, die man für den Abstieg gut benutzen kann. Für den Anstieg folgt man aber den rechts davon befindlichen Aufstiegsspuren (teils Steinmänner). Man erreicht einen Geländeabsatz und geht kurz flacher auf den abschließenden Gipfelhang des Hochwanner (2744 m) zu. Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Generell sollte man der deutlichsten der Spuren folgen. Diese können sich über die Jahre durchaus verändern. Im Zweifelsfall steigt man einfach gerade bergauf, um schließlich auf dem zweithöchsten Gipfel Deutschlands zu stehen, der eine grandiose Aussicht u. a. auf die Mieminger Berge und den Alpenhauptkamm, aber auch ins Alpenvorland bietet.

Nach der Gipfelrast steigt man auf gleichem Weg zum Mitterjöchl ab, wobei es zwei Alternativen gibt: Im großen Geröllfeld können Trittsichere mit knöchelhohen Bergschuhen eine Reiße für den direkten Abstieg nutzen. Zudem kann man die felsige Rinne an der Steilstufe auch westseitig umgehen, indem man oberhalb von dieser den Steinmännern folgt.

Vom Mitterjöchl aus folgt man nun dem wieder deutlichen Bergweg nach Westen hinab und erreicht, nachdem man einen Bach gequert hat, das sehr urige und einfache Steinerne Hüttl, wo man – selbst wenn der Wirt nicht da ist – mit einem frischen Getränk auf den Gipfelerfolg anstoßen kann (Getränkekästen stehen vor der Tür). Vom Steinernen Hüttl geht es nach Süden zuerst durch Latschengelände, dann im schönen Bergwald ohne Orientierungsprobleme zur im Talboden gelegenen Tillfussalm hinab. Östlich der Terrasse ist ein Holztor, wo der schöne flache Fußweg beginnt, der wiederum zur Gaistalalm führt. Ab dieser weiteren Einkehrmöglichkeit führt der (gut beschilderte) Ganghoferweg (ab jetzt Fahrstraße) ohne jegliche Orientierungsprobleme immer in Richtung Osten zum Ausgangspunkt zurück.

Touren-Charakter

Ausgedehnte, landschaftlich sehr abwechslungsreiche Rundtour. Die letzten 500 Höhenmeter erfolgen im steilen Geröll und sind daher sehr anstrengend. Gute Trittsicherheit und etwas Orientierungsvermögen erforderlich.

Ausgangspunkt

Parkplatz Salzbach (1280 m)

Endpunkt

Parkplatz Salzbach (1280 m)

Ausrüstung

Normale Bergwanderausrüstung und Teleskopstöcke

Einkehr

Steinernes Hüttl, Ende Juni bis Mitte September geöffnet; Tillfussalm und Gaistalalm, beide Ende Mai bis Mitte Oktober geöffnet, kein Ruhetag

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