Wandern Südtirol: Zur Schusterhütte
Ein Stück vom Innerultner Höhenweg. Wer über die sonnseitigen Almterrassen des inneren Ultentals wandert, schwelgt in herrlichen Ausblicken und kommt an manch liebenswürdigem Kleinod vorbei. Einige davon seien in dieser überschaubaren, variantenreichen Runde oberhalb St.Gertraud zusammengefügt. Die Einkehr in der winzigen Schusterhütte zum Beispiel, man wird sie zu genießen wissen ...
Über Kaserfeldalm oder Kuhhüttl
Am Parkplatz bei den Flatschberghöfen vermeiden wir anfangs die Zufahrt und schlagen sofort den höher verlaufenden Weg ein. Oberhalb von »Öbersten«, dem namentlich obersten Anwesen, achten wir auf Markierung 146 und treten in den Bergwald ein. Wenig später wird der Direktanstieg zur Schusterhütte (Nr. 147) ausgewiesen, der über das urige Kuhhüttl (2159 m) etwa eine Dreiviertelstunde einsparen lässt. Es lohnt sich aber genauso der Schlenker über die Kaserfeldalm (1944 m). Nach einer längeren Querung durch dichtere Fichten-Lärchen-Bestände erreichen wir die romantische Lichtung. Jetzt nach Bezeichnung »Schusterhütte/Hasenohr« gerade hoch und bis über die Waldgrenze hinaus, wo man im seichten Kar nach links abdreht, um die sanft geneigten Matten des Kaserfeldes schräg aufwärts zu queren. Mit einem kurzen Rechtsschwenk steht man vor der Schusterhütte (2310 m) am höchsten Punkt unserer Wanderung – der perfekte Platz für ein herzhaftes Speck- oder Kasbrettl. Hoffentlich sind die wenigen Tische nicht schon besetzt!
Via Flatschbergtal ins Tufertal
Weiter nach Westen nehmen wir um einen Hangrücken (großer Steinmann bei P. 2290) herum Kurs auf das Flatschbergtal, bleiben allerdings vorerst noch hoch in der Flanke und verlieren nur zaghaft an Höhe. Im Hintergrund präsentiert sich die Kammlinie zwischen Tuferspitz und Hasenohr – ich kann mich noch gut an jenen stürmischen Tag entsinnen, als ich von den umtosten Dreitausenderhöhen kommend ins schützende Hochtal abstieg. Knapp unterhalb der Oberen Flatschbergalm (2110 m) kreuzen wir sowohl den Bach als auch den Hauptweg (eine Variante berührt auch direkt die Alm) und bleiben unserer seit Kaserfeld benutzten Markierung 12 treu. Man könnte, um die Sache abzukürzen, nun zwar auch über die bewirtschaftete Untere Flatschbergalm (1905 m) talwärts marschieren, doch liegt eine zusätzliche Schleife über die Tuferalm (2099 m) sicher noch drin. Diese erreichen wir nach einer leicht auf- und absteigenden Querung um den nächsten großen Waldrücken. Ist es doch jedes Mal wieder ein spannender Moment, sich einer neuen Almlichtung zu nähern. Aus dem Tufertal gelangen wir mit Weg 141 schließlich zurück zu den Flatschberghöfen.
Region
Touren-Charakter
Überall leichte, gut angelegte und markierte Bergwege; auch konditionell gemäßigt.
Beste Jahreszeit
Juni bis Oktober
Ort
St. Gertraud (1519 m), hinterster Ort im UltentalAusgangspunkt
Parkplatz Flatschberghöfe (ca. 1780 m), Zufahrt über St. Gertraud und die Weißbrunnstraße, bei der Haltestelle Unterjochmeyr (bis hierher Bus) rechts ab
Route
Flatschberghöfe - Kaserfeldalm 1Std. - Schusterhütte 1.15Std. - Flatschbergtal 0.45Std. - Tuferalm 0.45Std. - Flatschberghöfe 1 Std.; insgesamt 4.45 Std.
Information
Aufstieg/Abstieg Etwa 700 Hm
Zu urigen Almen
Trotz erheblicher Probleme, die das althergebrachte Bergbauerntum in der heutigen technisierten Agrarwirtschaft erfährt, zeigt sich der Niedergang des Almlebens in Südtirol bei Weitem nicht so fortgeschritten wie anderswo. Gerade auch das Ultental hat in dieser Hinsicht einigen Charme bewahren können. Etwa drei Dutzend Almen werden hier noch bestoßen und so manches Hüttchen ist in sehr rustikalem Stil erhalten. Da und dort wird für uns Wanderer auch ein Jausenangebot bereitgestellt, was wir dankbar und mit Freude annehmen. Denn am besten schmecken die Produkte doch dort, wo sie hergestellt werden.
Für die Richtigkeit und Aktualität der Angaben kann trotz größtmöglicher redaktioneller Sorgfalt keine Haftung übernommen werden.
Insbesondere bei GPS Daten können Abweichungen nicht ausgeschlossen werden.
Sicher unterwegs: Ein glücklicher und erfolgreicher Tag in der Natur setzt nicht nur die richtige Vorbereitung,
sondern auch auch verantwortungsbewusstes Handeln auf Tour voraus. Das solltet ihr bei der Tourenplanung immer beachten.