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Wandergenuss
wandern

Wandern Steiermark: Kitzeck im Sausal

Anspruch:
mittel
Dauer:
02:00 Std.
Länge:
6.2 km
Aufstieg:
290 m
Abstieg:
290 m

Aussichtsrunde in der Steirischen Toskana. Im Naturpark Südsteirisches Weinland üben die üppigen Weinberge und gemütlichen Buschenschenken sowie die eng­räumige Verzahnung aus Kultur- und Naturlandschaft einen eigenen Reiz aus. Anstelle von Zypressen verleihen hier kerzengerade Pappeln ein südliches Ambiente.

Beschreibung

Vom Weinmuseum zum Buschenschank Reiterer

Es lohnt sich, vom Parkplatz (540 m) ein paar Schritte zur nordwestlich gelegenen Rastbank beim Klapotetz (typisches Holzwindrad im Südsteirischen Weinland, das durch sein Klappern Vögel von den Weinbergen verscheuchen soll) zu machen, um den malerischen Ausblick von dort auf Kitzeck, den höchstgelegenen Weinbauort Österreichs, zu genießen. Weit erstreckt sich das Panorama von der Pfarrkirche von Kitzeck über die Niederungen des Sulmtales mit dem Südsteirischen Weinland und dem dahinterliegenden slowenischen Bachergebirge. Dann kehren wir um und wandern am Gasthof Wohlmuth-Lückl vorbei zum Ersten Steirischen Weinmuseum mit WC-Möglichkeit. Gleich danach weist uns der Wegweiser »Kitzeckmüller Buschenschank« über eine asphaltierte Zufahrtsstraße zuerst rechts, dann links hinunter zur urigen Holzhütte des Buschenschankes Kitzeckmüller (520 m), dessen Terrasse erst nachmittags für Gäste geöffnet ist. Über die Asphaltstraße gelangen wir aussichtsreich an einigen Häusern vorbei weiter abwärts. Über den Höfen am gegenüberliegenden Bergkamm des Demmerkogels zeigt sich der Große Speikkogel der Koralpe mit seinen beiden Radarstationen, die wie außerirdische Raumkapseln aussehen. Dann kommen wir zur Einmündung in die Sausaler Weinstraße.Hier könnte man die Tour um 90 Höhenmeter und über einen Kilometer abkürzen, wenn man 300 Meter bis zur Abzweigung nach Einöd weiter auf der Straße abwärtsgeht. Landschaftlich interessanter ist es aber, wenn man die Wegschleife über Wälder und Weinreben zum Buschenschank Reiterer unternimmt – auch wenn dieser kleine Umweg einen Mehraufwand und mehrere Gegensteigungen beinhaltet. Dazu wenden wir uns bei der Einmündung in die Sausaler Weinstraße scharf rechts, wo ein Fahrweg mit einer Markierung »Nr. 2« weiter abwärtsleitet. Bei den Tafeln »Sackgasse/ Privatweg« verlassen wir den befestigten Weg nach links auf einem Wiesenweg, der an einem Marterl vorbei sogleich in dichten Laubwald hi­neinführt. Bald passieren wir ein Eisentor und folgen dem unteren Rand eines Weingartens neben dem Wald. Durch zwei weitere Eisentore gelangen wir zu einem weiteren Weingarten, der am Rand entlang zuerst nach unten, dann mit Gegensteigung nach oben umgangen werden muss. Nach dieser Anstrengung wählen wir den Querweg zwischen den Weingärten, der mit »Wanderweg 2 zur Winzerei Reiterer, 200 Meter, Fr–Di ab 13 Uhr« bezeichnet ist. Vorsicht! Der rot markierte Wanderweg 2 teilt sich hier und führt noch weiter hinunter zum Buschenschank Lorenz. Bei meiner Begehung verlief der Querweg über hohes, ungemähtes Gras. Das sollte uns jedoch nicht weiter stören. Beim Weingut Buschenschank Reiterer (433 m) erreichen wir wieder die Sausaler Weinstraße. Vor dem weiteren Anstieg können wir uns hier ein wenig erholen.

Auf den Spuren der Römer

Nun folgen wir der Asphaltstraße wieder nach oben bis zur Abzweigung »Einöd« nach rechts. Die abzweigende asphaltierte Römerstraße leitet uns über eine Rechtsschleife hinunter zu einem weit vorgeschobenen Bergriegel (414 m) mit Jesuskreuz, der genau über den Steilflanken der Sulmtalenge mit dem Königsberg liegt und schöne Ausblicke über das Sulmtal hinweg verspricht. An vereinzelten Häusern vorbei erreichen wir schließlich den 2 Buschenschank Malli (410 m) mit seiner aussichtsreichen Sonnenterrasse. Auf dem darüberliegenden, mit 49 Grad Neigung steilsten Weingarten Österreichs wird Weißburgunder angebaut. Sportliche können dort »die steile Ranke« mithilfe eines 110 Meter langen Seiles überwinden, um ein wenig die Schwierigkeiten der Arbeit an diesem Hang erahnen zu können. Alle anderen nehmen den Steig, der vor dem Weingut Malli links abzweigt und die steilen Weingärten mit drei Kehren bezwingt. Am oberen geneigten Kamm säumen einige Pappeln den Weg. Von hier öffnet sich ein schöner Blick zum Schloss Seggau und der Frauenbergkirche am Eingang ins Sulmtal sowie ins Steirische Vulkanland um Gleichenberger Kogel, Stradner Kogel und Königsberg. Am oberen Rand der südseitigen Weingärten (ca. 495 m) wandern wir immer flacher am Waldrand entlang mit herrlichem Panorama über die südsteirische Weinregion und das Sulmtal bis hin zu den slowenischen Alpen. Bei einer Schranke wechseln wir auf einen befestigten Weg zur Nordseite, wo Rennfeld, Hochlantsch und Schöckl ins Blickfeld treten. Vorbei am Ertlhof gelangen wir zum Ortsteil Steinriegel (552 m) und zurück zur Sausaler Weinstraße. Ein im Sommer blumengesäumter Gehweg bringt uns zurück zur Anhöhe der Pfarrkirche (563 m) aus dem 17. Jahrhundert. Geradeaus dahinter liegt unser Parkplatz. Wer will, kann noch das Erste Steirische Weinmuseum (1.4.–31.10. Mo–Fr 9–17, Sa, So und Fei 14–17 Uhr) besuchen, das in einem alten Winzerhaus aus dem Jahr 1726 untergebracht ist. Schautafeln, Werkzeuge und alte Artefakte informieren über den steirischen Weinbau. Tipp: Nicht weit befindet sich das Wellnesshotel Weinhof Kappel mit eigenem Meerwasser-Außenpool!

Touren-Charakter

Wald-, Wiesen- und Weinbergwanderung über meist asphaltierte Wege, aber auch steile Erdwege (Strecke über Reiterer kann abgekürzt werden), wiederholte Gegensteigungen

Beste Jahreszeit

April bis November

Ausgangspunkt

Parkplatz beim Ersten Steirischen Weinmuseum in Kitzeck GPS 46.78327 N, 15.45281 O

Endpunkt

Parkplatz beim Ersten Steirischen Weinmuseum in Kitzeck GPS 46.78327 N, 15.45281 O

Route

Weingut Kitzeckmüller ca. 0:15 Std.; Reiterer ca. 0:30 Std.; Malli ca. 0:30 Std.; Rückweg über Steinriegel ca. 0:45 Std.

Höchster Punkt

Neben Pfarrkirche Kitzeck, 557 m

Schloss Seggau

Der einstige Bischofssitz (errichtet 11. Jahrhundert) birgt ein kostbares Lapidarium mit eingemauerten Römersteinen in der Außenmauer des Hochschlosses. Besonders imposant ist der riesige, über 322 Jahre alte, barocke Weinkeller. Das größte Weinfass darin fasst 12000 Liter (Ostersonntag bis 11.11. Di–Sa 10–12/13–18 Uhr, So/Fei 10–16 Uhr).

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Im Mittelpunkt der Wanderungen steht das Genusserlebnis. Neben Natur und Kultur warten auch regionale Schmankerl darauf, probiert zu werden.
Bitte beachten!

Für die Richtigkeit und Aktualität der Angaben kann trotz größtmöglicher redaktioneller Sorgfalt keine Haftung übernommen werden. Insbesondere bei GPS Daten können Abweichungen nicht ausgeschlossen werden.
Sicher unterwegs: Ein glücklicher und erfolgreicher Tag in der Natur setzt nicht nur die richtige Vorbereitung, sondern auch auch verantwortungsbewusstes Handeln auf Tour voraus. Das solltet ihr bei der Tourenplanung immer beachten.