JBerg-Verlag
Bergwandern
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Wandern Seefeld: Von Scharnitz auf die Pleisenspitze

Anspruch:
mittel
Dauer:
07:30 Std.
Länge:
20 km
Aufstieg:
1600 m
Abstieg:
1600 m

Ausblicke am westlichen Karwendelhauptkamm. Der Weg zur Pleisenspitze bietet das richtige Terrain, um sich mit zügigen Schritten auszupowern. Denn ein Großteil des Weges verläuft auf Fahrwegen und der Anstieg weist auch oberhalb der Pleisenhütte keine technischen Schwierigkeiten auf.

Beschreibung

Wer mit der Bahn angereist ist, der geht zunächst zur Hauptstraße und folgt dieser ein gutes Stück nach Süden bis zur Isar­brücke. Nachdem man den Fluss überquert hat, wendet man sich gleich nach links, unterquert die Bahn und folgt nun immer dem Teerweg, der direkt an der Isar nach Süden zum Parkplatz am Beginn des Hinterautales führt, wo die Pkw-Benutzer starten. Nun folgt man ein gutes Stück der Hinterautalstraße entlang der Isar nach Osten. Nachdem die Straße steiler wird, zweigt man (beschildert) in Höhe des Schönwieshofes nach links ab und wandert somit das nächste längere Stück auf einer breiten Forststraße erst steiler, dann recht flach bergan.

Nach einiger Zeit, dort wo die Forststraße einen Seitenbach überquert, wendet man sich direkt hinter der Brücke nach rechts von der Straße ab. Achtung: Hier steht kein Wegweiser! Ein deutlicher Fußweg führt nun angenehm ansteigend durch den Wald bergauf und quert einmal eine schmälere Forststraße.

Dann stößt man wieder auf die breitere Forststraße und folgt ihr zunächst nur kurz, um sie im weiteren Verlauf immer wieder zu verlassen, indem man die deutlichen Fußwege für den Anstieg benutzt. Schließlich folgt man dann aber doch ausschließlich dem Fahrweg, der aus dem Wald herausführt, und gelangt über eine lange Querung zur traditionsreichen Pleisenhütte. (Bis hierher ist für Geübte auch die Auffahrt mit dem Mountainbike möglich.)

Diese wurde von Anton Gaugg, dem legendären »Pleisentoni« (dem Vater des heutigen Hüttenwirtes), einst aus eigener Muskelkraft an seinem Lieblingsplatz im Karwendel errichtet. Es gab seinerzeit noch keinen befestigten Weg hinauf und das Schlagen von Holz auf dem Pleisen war aus Naturschutzgründen untersagt. Also brachte der Pleisentoni alle Baustoffe, die er nicht vor Ort fand, zuerst zu Fuß, dann mit einem Unimog hinauf. Anton Gaugg war auch Höhlenforscher. Er fand 1951 in der Vorderkarhöhle ein 7000 bis 8000 Jahre altes Skelett eines Elchkalbes, das außergewöhnlich gut erhalten ist und im Infozentrum des Naturparks Karwendel in Scharnitz ausgestellt wird.

Da man an der Pleisenhütte beim Abstieg wieder vorbeikommt, ist ihre schöne Aussichtsterrasse genau der richtige Ort, um nach dem Gipfelerfolg auf die Pleisenspitze anzustoßen.

Zuvor überquert man freilich die Terrasse und folgt links hinter dem Haus dem deutlichen Steig, der zunächst recht flach durch die weite Latschenzone weiter in Richtung Norden führt. Der Weg ist also unschwer zu erkennen.

Bei einer Gabelung hält man sich links und wandert danach durch ein kleines Tälchen, bevor sich der Anstieg nach rechts wendet und von nun an etwas steiler bergan führt. Der immer aussichtsreichere Weg verlässt den Latschenbereich und mündet schließlich auf dem breiten, vom Gipfel herabziehenden Rücken des Hinteren Pleisengrates. Immer etwas unterhalb der Kammlinie geht es nun weiter ohne jegliche Orientierungsschwierigkeiten zum höchsten Punkt bis zur Pleisenspitze (2569 m) hinauf. 1600 Höhenmeter verteilt auf etwa zehn Kilometer liegen nun hinter uns!

Wegen seiner exponierten Stellung – die Pleisenspitze stellt gleichsam den westlichen Eckpfeiler des Karwendelhauptkammes dar und ragt genau zwischen dem Karwendeltal und dem Hinterautal in den Himmel – bietet der Gipfel eine großartige Aussicht, die bei guten Verhältnissen vom Starnberger See im Norden bis zum vergletscherten Alpenhauptkamm im Süden reicht. Der Abstieg erfolgt auf dem gleichen Weg.

Touren-Charakter

Der Hüttenanstieg führt großteils über einen Forstweg, beim Gipfelanstieg geht es entlang eines Steiges, durch Latschengelände und über einfache Felsen zum höchsten Punkt.

Ausgangspunkt

Gebührenpflichtiger Parkplatz am Beginn des Hinterautales bzw. Bhf. Scharnitz

Endpunkt

Gebührenpflichtiger Parkplatz am Beginn des Hinterautales bzw. Bhf. Scharnitz

Ausrüstung

Normale Bergwanderausrüstung

Einkehrtipp

Auf der Pleisenhütte sollte man unbedingt die hausgemachten Spinatknödel mit zerlassener Butter, Parmesankäse und Salat probieren.

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