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Zeit zum Wandern
wandern

Wandern Schwarzwald: Zum Vulkanfelsgarten

Anspruch:
mittel
Dauer:
04:15 Std.
Länge:
11.7 km
Aufstieg:
460 m
Abstieg:
460 m

Die südwestliche Ecke des Kaiserstuhls bietet mit seinen offenliegenden Eruptivgesteinen Einblick in die vulkanische Entstehungsgeschichte. Auf einfachen, aber manchmal steilen Wegen erschließt diese Wanderung Geologie und Weinbaugeschichte im kleinen Weindorf Achkarren.

Rebenmeer am Staatsweingut Blankenhornsberg wandern, mittel
Rebenmeer am Staatsweingut Blankenhornsberg© Rainer D. Kröll
Beschreibung

Der Wegverlauf

Vom Bahnhof Achkarren  starten wir nach links, nordöstlich Richtung Achkarren und halten uns an der Straßenkreuzung an die rote und gelbe Raute nach rechts. Nicht ganz ernst gemeint ist wohl die Geschichte über die Herkunft des Ortsnamens. Demnach gab es ein Unglück beim Bau der Burg Höhingen auf dem Schlossberg hoch über Achkarren. Ein Wagen mit Baumaterial machte sich auf dem sehr steilen Hang selbstständig und donnerte zu Tal. Dem Burgherrn entfuhr angeblich der Ausruf: »Ach Karren!«. Wahrscheinlicher ist die Bezugnahme auf einen Mann namens »Haducharl«, der sich um 600 hier niedergelassen haben soll. Durch Abschleifung der Sprache kam es schließlich zum heutigen Achkarren.

An der nächsten Kreuzung gehen wir auf dem Themenweg Wiedehopfpfad rechts an einem Steinkreuz vorbei aufwärts Richtung Böhmischberg. Oben schwenken wir links ab und biegen am Böhmischbergkreuz  (0:30 Std.) nach rechts ab. Hier zeigt sich, wie schön doch Achkarren in Weinberge eingebettet ist. An einer T-Kreuzung in schattigem Wald folgen wir der gelben Raute nach rechts. Bald öffnet sich die Aussicht nach Südosten auf Ihringen und auf den Tuniberg. Nun wandern wir auf dem Wiedehopfpfad und auf dem Knabenkrautpfad nach rechts Richtung Blankenhornsberg. Am Staatsweingut Blankenhornsberg  (1:10 Std.) bleiben wir geradeaus Richtung Wanne. Nach 100 Metern erschließt sich oberhalb der Hüglinsbergkapelle eine schöne Sicht nach Westen bis Breisach und bis in die Vogesen.

An der Weggabelung müssen wir rechts aufwärts, bis sich an der Littensbühlhütte  (1:20 Std.) die großartige Aussicht wiederholt. Hier ist auch ein vulkanischer Monolith aufgestellt. Nun geht es auf dem Asphaltsträßchen in Kurven abwärts bis zur Wegkreuzung mit dem Namen "Wanne". In spitzem Winkel rechts und nach 20 Metern links wandern wir weiter, den nun sehr steilen Betonweg abwärts der gelben Raute nach. Nach fast 100 Metern setzt sich der Weg nach links fort, nun eben in der Steillage Winklerberg an den Vulkanfelsen entlang. Bekannt ist der Winklerberg vor allem für seine exzellenten Weine. Das Vulkangestein prägt aber auch den Lebensraum für eine ganz besondere Tier- und Pflanzenwelt. In den porösen, oft rötlichen Eruptivgesteinen wachsen langstachelige Opuntien (Wildkakteen), und in den von der Sonne aufgeheizten Wänden sind Smaragdeidechsen und Ödlandschrecken zu sehen. Gehäuseschnecken schützen sich vor der Hitze der Felsen, indem sie an Gräsern und Pflanzen hochkriechen.

Oberhalb einem alten Weinberghäuschen mit Walmdach führt links ein steiler Weg mit Geländer und dann über Treppen durch die Steillagen hoch. Oben halten wir uns vor der Mauer rechts und gehen nach zehn Metern an einer Weggabelung links auf ein winziges, mit Brettern verschlagenes und mit Ziegeln gedecktes Brunnenhäuschen  (1:40 Std.) zu. Hier bleiben wir geradeaus und folgen wieder der gelben Raute, bald abwärts Richtung Ihringen. An einer T-Kreuzung bleiben wir nicht auf dem Hauptweg, sondern schlendern geradeaus, nun leicht aufwärts, zwischen hohem Hang und Reben in das Tiefental hinein. In einer Rechtskurve fällt hinter einer Bank mit Tisch ein schmaler Pfad fast zehn Meter auf ein Asphaltsträßchen hinunter, auf dem wir nach links weiterwandern. Nach dem plätschernden Oberbrünnele mit Ruhebank sehen wir dann links oben wieder das Staatliche Weingut Blankenhornsberg.

Der Weg führt weiter flach in das Tiefental hinein. An einer Weggabelung nehmen wir die linke Möglichkeit und bleiben in der Ebene. Am Talschluss biegen wir nach rechts auf einen aufwärts führenden Kiesweg ab, der an einem kleinen Weinberghäuschen immer steiler wird. An der höchsten Stelle liegt die Wilde Steige  (3:00 Std.), von der es durch erfrischenden Hochwald nach Achkarren hinunterläuft. Unten in der Ebene zeigt ein Wegweiser nach links Richtung Bahnhof Achkarren, nach der Kastellberghütte mit Spielplatz am Waldrand steigen wir aber zuerst zur Kirche von Achkarren hinab. Vor dem schmucken Hotel und Restaurant Krone gehen wir links zum sehenswerten Kaiserstühler Weinbaumuseum  (3:30 Std.). Das Weinbaumuseum in Achkarren ist in der ehemaligen Zehntscheuer des Ortes untergebracht. Es zeigt die Entwicklung des Weinbaus, der Traubenverarbeitung, des Genossenschaftswesens und der Kellereiwirtschaft am Kaiserstuhl. Verschiedene Gerätschaften, Flaschenetiketten, Urkunden, Dokumente, unterschiedliche Bodenprofile und weitere interessante Materialien können besichtigt werden. Die Ausstellung informiert darüber hinaus über die Geologie der typischen Kaiserstühler Landschaft und die bedeutendsten Rebsorten. (geöffnet von Palmsonntag bis Allerheiligen, Di–Fr 14–17 Uhr, Sa–So 11–17 Uhr).

Weiter in westlicher Richtung auf der Hauptstraße biegen wir, nach der Winzergenossenschaft Achkarren mit ihren ausgezeichneten Weinen, links in den Kapellenmattenweg ein. Am Friedhof rechts, am Weingut Michel sofort wieder links und nochmal gleich rechts, und wir sind auf dem Weg zur Straßenkreuzung in der Nähe des Bahnhofs. Die rote und die gelbe Raute helfen uns, den richtigen Weg zu finden. An der Kreuzung müssen wir nach links und sind dann gleich am Bahnhof Achkarren  (4:15 Std.) angelangt.

Lavaströme und Mineralien

Vor 15–23 Millionen Jahren entstand das kleine Massiv des Kaiserstuhls. Das Vulkangebirge war zu jener Zeit um einige Hundert Meter höher als heute. Die Erosion lies eine Vulkanruine zurück. Die Lössauflagen wurden durch Staub­anwehungen gebildet. Nur vereinzelt treten wie am Winklerberg poröse Tuffe zu Tage. Glänzender Augit, weiße Calcite und rostrot verwitternde Olivine sind zu unterscheiden. Auch Lavabomben sind im Gestein zu finden.

Touren-Charakter

Leicht, aber auch einige steile Weinbergwege, einige schattige Abschnitte durch Wald

Ort

Achkarren

Ausgangspunkt

Parkplatz vor dem Bahnhof Achkarren (GPS: N48°03'35.3' E07°36'31.1')

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Für die Richtigkeit und Aktualität der Angaben kann trotz größtmöglicher redaktioneller Sorgfalt keine Haftung übernommen werden. Insbesondere bei GPS Daten können Abweichungen nicht ausgeschlossen werden.
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