Bruckmann CMYK quer
Langschläfer
wandern

Wandern Schwäbische Alb: Eine Tour mit Aussicht und Einblicken

Anspruch:
mittel
Dauer:
03:30 Std.
Länge:
8 km
Aufstieg:
500 m
Abstieg:
500 m

Ritter, rasten, Rosenstein. Der Rosenstein ist ein erwanderbares Naturschutzgebiet auf der Schwäbischen Alb. Genau das Richtige für Langschläfer, denn auch mit einem kleinen Zeitbudget gibt es am Rosenstein einen maximalen Wanderspaß. Vier Höhlen, eine Burgruine und eine Waldschenke warten auf die gut ausgeruhten Wandervögel.

Beschreibung

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Quatsch! Eine bequem veranlagte Amsel hat am Abend den Bauch genauso voll mit Leckereien wie ein Streber-Spatz. Gemütliche Wandervögel starten dann, wenn sich der Parkplatz zwischen Lautern und Ölmühle bereits leert. Niemand hat schließlich die Streber aus der ersten Bank dazu gezwungen, schon im Morgengrauen auf den Rosenstein zu wandern. Auf einer kleinen Teerstraße geht es gemütlich Richtung Ölmühle. Links plätschert die Lauter. Am Wegrand steht eine kleine Kapelle. Hier bitten wahrscheinlich übereifrige Wanderer um göttlichen Beistand, damit eine überirdische Gewalt am nächsten Tag den Muskelkater in Grenzen hält. Echten Langschläfern ist das Ziehen in den Beinen nach einer Tour fremd. Im Wald wählen wir den Weg mit der blauen Raute. Er weist zum Finsteren Loch und dem Ostfelsen. Mit dem Finsteren Loch ist weniger das Bundesfinanzministerium gemeint, sondern eine Höhle. Wer eine Taschenlampe dabei hat, kann sich in diese Unterwelt hineinwagen. Die Entfernungsangaben auf diesem Schild sind wahrscheinlich in Meilen angegeben, denn sie stimmen nicht. Zum Finsteren Loch geht es gut und gerne eineinhalb Kilometer statt der angegebenen 500 Meter stramm bergauf.

Doch Langschläfer haben Zeit und wandern gemütlich die Serpentinen in dem kühlen Laubwald aufwärts. Am Finsteren Loch angekommen, legen wir erst einmal eine Pause ein. Wer als Höhlenforscher agieren möchte, steigt ein. Alle anderen erholen sich und grübeln, wer denn auf die dumme Idee gekommen ist, diese Tour vorzuschlagen und zu gehen. Keine Sorge: Der Anstieg hier herauf bleibt für diese Tour der längste und steilste. Ab jetzt geht es fast flach auf dem Rosenstein dahin. Der Weg zum Ostfelsen ist gut ausgeschildert. Er liegt wunderbar in der Sonn und bietet einen traumhaften Ausblick auf die Schwäbische Alb. Am besten lässt sich das Panorama vor einer der Ruhebänke dort genießen. Weiter geht es Richtung »Große Scheuer«. Wir folgen den Wegweisern Rosenstein-Burgruine (mit der liegenden roten Gabel gekennzeichnet). Wer möchte, kann die wenigen Hundert Meter gut gesichert an einem Geländer absteigen. Um genau zu sein, ist es eine Doppelhöhle. Archäologen fanden hier Reste der Urmenschen. Es drängt sich die Frage auf, was Ausgräber in Tausenden von Jahren von uns finden werden? Fernbedienungen, Plastikverpackungen und Winterreifen wahrscheinlich.

Zur Waldschenke

An Sonn- und Feiertagen spielen in der Waldschenke Volksmusiker auf. Wie sagte dort ein Gast so schön: »Mit dieser Art von Musik ist es wie mit dem Motorradfahren: Die einen sitzen auf dem Motorrad und die anderen müssen es anhören.« Richtig urig ist es in der Waldschenke am Rosenstein. Unter den Bäumen stehen die Bierbänke und es kommen leckere Kuchen sowie typische schwäbische Gerichte auf die Teller. Aus der Region stammt das süffige Bier. Auch hier gibt es eine Höhle zu bewundern: die Dreieingangshöhle. Alle, die genug von der Gruftatmosphäre haben, bleiben lieber im Biergarten sitzen. Am Selbstbedienungstresen gibt es Erstaunliches zu entdecken: Aufkleber und kleine Metallschildchen für den Wanderstock sind hier zu erwerben. Heinz Erhardt lässt grüßen!

Eile mit Weile

Fast die Hälfte der heutigen Tour ist bereits geschafft. Wer sich endlich aufraffen kann weiterzuwandern, sieht gegenüber der Waldschenke einen Schilderbaum stehen – im tatsächlichen Sinn.

An eine alte Stileiche sind die Hinweisschilder genagelt. Wir folgen dem Schild Richtung Ruine Rosenstein und sind nach wenigen Hundert Metern dort. Unterwegs gibt es wieder eine Aussichtsplattform und die Höhle Kleine Scheuer. Eine Brücke führt über den Burggraben. Wer glaubt, dass es nur in unserer Zeit zu Bausünden und sinnlosen Projekten kommt, den belehrt die Ruine Rosenstein eines Besseren. Einer langen Belagerung hätte die Festung nicht allzu lange standgehalten. Den Verteidigern blieb nur eine Zisterne, um mit dem darin gesammelten Wasser ihren Durst zu stillen. Doch Burg Rosenstein ist weniger eine Festung gewesen als vielmehr ein Spekulationsobjekt. Wunderbar ließ sich diese Immobilie als Pfand abtreten. So gehörte die Festung samt Stadt Heubach 1360 Kaiser Karl IV. und somit der böhmischen Krone. Ob zu dieser Zeit Pilsener getrunken wurde und böhmische Knödel auf die Esstische der Ostalb kamen, ist unbekannt.

 Wir folgen nun dem Weg Richtung Heubach hinunter. Immer wieder lohnen sich Blicke hinauf zur Burg. Aufgepasst! Einmal müssen wir links scharf abbiegen und auf dem Weg mit der roten Wandergabel bleiben. Ansonsten kommt man in Heubach heraus. Am Rosenstein – hier ist jetzt der Berg gemeint – nehmen wir den Weg mit der blauen Wandergabel. Er führt hinunter nach Lautern. Unterwegs gibt es den Lauterursprung zu sehen, einen kleinen, gefassten Weiher im Wald. An der Ölmühle vorbei geht es zurück zum Wanderparkplatz in Lautern. Von wegen der frühe Vogel fängt den Wurm ...

Touren-Charakter

Gemütlich beginnt diese Tour und fordert beim Aufstieg auf den Rosenstein die Kondition der Wanderer. Beim Abstieg von der Burgruine ins Lappertal ist ein gutes Orientierungsvermögen wichtig.

Beste Jahreszeit

Frühling, Sommer und Herbst

Ausgangspunkt

Parkplatz zwischen Lautern und Ölmühle

Endpunkt

Parkplatz zwischen Lautern und Ölmühle
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Bitte beachten!

Für die Richtigkeit und Aktualität der Angaben kann trotz größtmöglicher redaktioneller Sorgfalt keine Haftung übernommen werden. Insbesondere bei GPS Daten können Abweichungen nicht ausgeschlossen werden.
Sicher unterwegs: Ein glücklicher und erfolgreicher Tag in der Natur setzt nicht nur die richtige Vorbereitung, sondern auch auch verantwortungsbewusstes Handeln auf Tour voraus. Das solltet ihr bei der Tourenplanung immer beachten.