JBerg-Verlag
Leichte Wanderungen
wandern

Wandern Kaiserwinkl: Auf dem Schmugglerweg zum Klobenstein

Anspruch:
leicht
Dauer:
03:30 Std.
Länge:
7 km
Aufstieg:
120 m
Abstieg:
120 m

Sagenträchtige Wanderung zur Wildbachklamm. Die gemütliche Wanderung zur Wallfahrtskirche Klobenstein hat einiges zu bieten: einen schönen Bergmischwald, eine spektakuläre Hängebrücke, eine Kiesbank an der Tiroler Ache und eine Gastwirtschaft mit sagenhaftem Ambiente.

Beschreibung

Auf den Spuren der Schmuggler 

Vom obersten Parkplatz der Geigelsteinbahn folgt man dem Schild »Schmugglerweg« nach links und geht die Forststraße leicht bergab. Bald kann man diese nach rechts verlassen (ebenfalls beschildert) und wandert nun auf einem schönen Fußweg am Waldrand entlang. Der Weg wendet sich nach links und durchquert freie Weiden, wodurch Blicke auf Gipfel wie Hochplatte oder Geigelstein frei werden.

Nach einer Weile stößt man auf einen von Alleebäumen begleiteten breiten Fahrweg und folgt diesem nach rechts.

An einer Gabelung folgt man weiter rechts dem Schmugglerweg. Bei einer Kehre hinter einer Brücke verlässt man die breite Fahrstraße und folgt dem Schild »Kössen/Klobenstein Hängebrücke«. Nach einiger Zeit endet der nun etwas schmälere Fahrweg und es geht nach rechts leicht bergan. Auf einem idyllischen Fußweg geht es in leichtem Auf und Ab durch den Laubwald in Richtung Süden weiter. Besonders reizvoll ist es hier im Spätherbst, wenn die Blätter rot gefärbt sind. Aber auch im Frühjahr empfiehlt sich diese Tour, wenn weiter oben die Bergwege noch unter Schnee verborgen liegen, im Tal aber bereits die jungen Buchenblätter fast unwirklich grün leuchten. Bald führt der Weg über die Landesgrenze und somit nach Österreich. Dieser unbewachte Grenzübergang war in früheren Zeiten bei Schmugglern sehr beliebt, daher der Name. Kurz darauf macht ein Schild auf den Abzweig zur Hängebrücke/Klobenstein aufmerksam.

Hoch über der Tiroler Ache 

Ein gut angelegter Weg führt hinab zum Fluss, der auf einer soliden, aber schwankenden Hängebrücke überquert wird. Auf der anderen Flussseite lädt eine Kiesbank zum Rasten ein und verlockt Hartgesottene zu einem Sprung in die kühle Tiroler Ache. Man folgt auf der anderen Talseite dem Fußweg bergan und geht bei einer Gabelung links (Schild »Taverne Klobenstein«). Nach einem kurzen Anstieg ist bereits die Wirtschaft erreicht, die sich direkt unterhalb des sagenumwobenen gespaltenen Klobensteins befindet. Früher konnten sich die Leute einen solch gewaltigen Riss im festen Gestein nicht erklären. Die heutige naturwissenschaftliche Erklärung klingt jedoch ganz einfach: Der riesige Felsbrocken stürzte irgendwann einmal von den Bergen oberhalb herab und blieb hier liegen. Das Besondere daran ist, dass er in zwei Teile zerbrach, zwischen denen man wie in einer engen Schlucht hindurchgehen kann.

Der Aberglaube hingegen führt die Spaltung auf übersinnliche Kräfte zurück (siehe Kasten). Vor oder nach dem Einkehren sollte man die kleine Kapelle sowie die Wallfahrtskirche mit ihren Votivtafeln besichtigen. Man kehrt auf demselben Weg zum Ausgangspunkt zurück.

Badetipp 

Im Hochsommer kann man durchaus das Badezeug einpacken und einen Sprung in das frische Wasser der Tiroler Ache wagen.

Touren-Charakter

Wanderung auf meist breiten Wegen durch kühlen Wald; Highlights sind die Hängebrücke über die Tiroler Ache und ein gespaltener Felsblock

Ausgangspunkt

Parkplatz der Geigelsteinbahn in Ettenhausen

Endpunkt

Parkplatz der Geigelsteinbahn in Ettenhausen

Die Sage vom Klobenstein

Von der Wallfahrtskapelle Maria Klobenstein wird erzählt, sie habe früher auf der anderen Seite des Bachs gestanden, sei aber von Engeln an die Stelle getragen worden, wo sie jetzt steht. Ursprünglich versperrte hier ein mächtiger Felsblock den Pfad. Die frommen Wallfahrer, die aus Bayern über die Grenze kamen, um in der Kapelle zu beten, mussten einen langen, gefährlichen Umweg über steile Berghänge machen. Eines kalten Tages im Spätherbst kam ein altes Mütterlein den Weg entlanggewandert. Die Frau wusste nichts von dem Hindernis und stand daher unvermutet vor dem riesigen Fels. Sie war von weither gepilgert und konnte vor Müdigkeit kaum weiter. Zudem war der Nachmittag weit fortgeschritten. Die gebrechliche Frau seufzte, als sie den Felsenblock vor sich sah. Auf dem Umweg hätte sie wohl Kopf und Kragen riskiert. »Ach, du Hochgebenedeite«, rief das Mütterlein, »wäre ich doch schon bei dir in deiner Kapelle, meine armen Füße tragen mich nicht mehr weit!« Da schwebte mit einem Male die heilige Mutter Maria über dem Felsblock, im himmelblauen Gewand mit silbernem Schleier. Und wie des Schleiers Saum den Fels berührte, teilte er sich nahezu lautlos zu beiden Seiten. Der einst feste Felsen hatte sich »gekloben«. Das ist tirolischer Sprachgebrauch, in dem man klieben und gekloben statt spalten und gespalten sagt.

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