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Mystische / Geheimnisvolle Pfade
wandern

Wandern Harz: Zu den Scharzfelder Höhlen und Dolomitfelsen

Anspruch:
mittel
Dauer:
03:00 Std.
Länge:
10.5 km
Aufstieg:
330 m
Abstieg:
330 m

Wo schon Neandertaler hausten. Diese liebliche und abwechslungsreiche Wanderung führt zu geschichtsträchtigen Orten. Bodenfunde beweisen, dass hier bereits zu Ende der letzten Eiszeit Menschen jagten und wohnten. Und dass sie später eine Höhle zur Kirche und zum Friedhof machten und eine Klippe zur Burg.

Beschreibung

An der Einhornhöhle vorbei zur Steinkirche   

Vom Parkplatz Rott leiten uns Schilder zur Einhornhöhle. Danach folgen wir dem breiten Hangweg südwärts, unter den kecken Kaiserklippen durch, und steigen rechts, westlich, im Wald aufwärts zum Waldrand an einer Wiese. Wir folgen dem Weg und den Markierungen des Karstwanderweges am Waldrand entlang und später links haltend hinab in das Tal Im Rott. Auf der Straße gehen wir 100 Meter nach links und dann rechts in den Wald. Ein steiler Fußweg führt rasch hinauf zur Kuppe des  Schulberges. Von hier gibt es einen offenen Blick zum Ort und auf die gegenüberliegenden Felsen des Steinberges. Die Schulbergkuppe ist von seltenem Trockenrasen bewachsen und zeigt einige kleine Felswände mit großen Überhängen, wie sie als Abris weltweit schon immer als natürlicher Schutz vor Regen und Wind attraktiv waren.

Wir steigen in Richtung Schnellstraße hinab und dann rechts neben ihr in das Bremketal. Dort überqueren wir den Bach und gehen nach rechts an den Häusern vorbei. Oberhalb von ihnen führt ein schmaler Weg am Fuß der Trockenrasenhänge nach links, entlang der Schnellstraße und von dieser akustisch prosaisch untermalt, um den nächsten Bergsporn herum und zuletzt abwärts zur Höhle  Steinkirche Scharzfeld.

Zu den Rottsteinen und zur Ruine Scharzfels

Zunächst steigen wir wie beim Herweg 100 Meter zurück an. Dann folgen wir nach links dem Weg hinauf zur Gipfelkuppe des Steinberges. Oberhalb der Dolomitfelsen gehen wir auf dem grasigen Bergrücken nordwärts zum Jahnstein und danach im Wald schräg rechts hinab ins Bremketal. Beim Waldbad queren wir zur östlichen Talseite und folgen dort den Schildern in Richtung Einhornhöhle. Der Weg führt später ostwärts aus dem Bremketal heraus und zu den obersten Feldern und Wiesen des Rott. Wir bleiben jedoch auf dem Weg im Wald. Wo Schilder zur Einhornhöhle nach rechts weisen, gehen wir hier geradeaus weiter. Links unterhalb des Weges liegen die nordseitig düsteren  Rottsteine und ihre Abris. Der Weg führt hinauf zu einer Forststraße. Dieser folgen wir nach rechts, südwärts, biegen dann kurz rechts ab und erreichen südwärts, am links gelegenen Frauenstein und später an der mächtigen  Schäferbuche vorbei, die Ruine Scharzfels. Sie kann über eine große Freitreppe bestiegen werden.

Zurück zur Einhornhöhle   

Vom Eingang in den Burghof gehen wir nach Westen den Weg hinab ins nächste Tälchen und jenseits nahe dem Waldrand hinauf zur Einhornhöhle. Dort warten die unbedingt sehenswerte Höhlenführung und allerlei Speis und Trank. Wie zu Beginn gelangen wir rasch zurück zum Parkplatz Rott.

Siedlungsraum seit der Altsteinzeit   

Die Dolomitfelsen von Scharzfeld sind Reste von Riffen des Zechsteinmeeres, die nach der Auflösung der Salz- und Gipsablagerungen übrig blieben. Die Steinkirche und die Einhornhöhle sind als Karsterscheinungen natürlich entstanden. Nach Untersuchungen der Ablagerungen im Höhlenboden wurden sie als Schutz bietende Orte schon von Rentierjägern der letzten Kaltzeit aufgesucht. Im Mittelalter wurde die heute Steinkirche genannte Höhle deutlich vergrößert und zu einer Kirche ausgebaut. Darum ranken sich einige Sagen und Legenden, so eine über die von niemand Geringerem als Bonifatius persönlich per Holzhammer erzeugte Höhle und ob dieses Wunders prompt bekehrte Heiden. Später dienten Vorplatz und Teile der Höhle lange als Friedhof.

Archäolo­gische Ausgrabungen brachten 1926–28 unter den Gräbern in der ungestörten ­Bodenschicht der Höhle Reste eines 15 000 Jahre alten Lagers von Rentierjägern mit Feuersteinwerkzeugen und Gefäßscherben. Weitere Funde stammten aus der Jungsteinzeit, der Bronzezeit und der frühen Eisenzeit. 1937 gruben nach Zeugnissen grandioser germanischer Kultur suchende SS-Leute. Ein extra in den Fels gemeißeltes Grab feierten sie gleich mal als das eines Sachsenführers Dinghardt. Dem folgte jedoch eine peinliche Enttäuschung: Die dort bestattete Person war nach genauerer Untersuchung des Skeletts eine Frau. Mehr Bestand hat die Tatsache, dass diese mit viel ideologischem Tunnelblick und wenig Sachverstand durchgeführte Grabung, in der der gesamte Höhlenboden samt 120 Skeletten ausgeräumt wurde, die Möglichkeiten zu weiteren Erkenntnissen über unsere Vorfahren an dieser Stelle für immer zerstörte.

In der heute als Schauhöhle zugänglichen Einhornhöhle fand man in den Bodenablagerungen neben Tierknochen gleichfalls altsteinzeitliche Werkzeuge. Große Bereiche wurden dort jedoch noch nicht angetastet. Sie dürften bei künftigen Untersuchungen weitere Geheimnisse über die Frühzeit der Menschen preisgeben.

Region

Touren-Charakter

Abwechslungsreiche Rundwanderung auf naturnahen schmalen Wegen, teils auch Forstwegen

Ausgangspunkt

Parkplatz Im Rott

Burg Scharzfeld Die seit dem 10. Jahrhundert urkundlich belegte Burg Scharzfeld wechselte öfters den Besitzer, war zeitweise Staatsgefängnis und wurde 1761 von Franzosen erobert und zerstört. Die monumentale Treppe stammt aus dem 19. Jahrhundert. Die Felswände sind heute ein beliebtes Kletterziel.

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