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Bergwandern
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Wandern Harz: Von Mansfeld zum Schloss Mansfeld

Anspruch:
leicht
Dauer:
01:30 Std.
Länge:
4 km
Aufstieg:
100 m
Abstieg:
100 m

Im Land von jahrtausendealtem Bergbau. Die sanft wellige Landschaft am Ostende des Harzes ist geprägt von über 3000 Jahren Bergbau. Bereits seit der Bronzezeit wurde hier nach Kupfer und Silber geschürft. Der dadurch erhaltene Reichtum spiegelt sich auch in der wuchtigen Festung Mansfeld, die die im Tal gelegene Geburtsstadt Martin Luthers überragt.

Beschreibung

Zum Mansfelder Schloss   

In Mansfeld von der Abzweigung der Kreisstraße nach Klostermansfeld am Fuß des bewaldeten Schlossberges auf der Flutgrabenstraße in Richtung Süden. Nach dem Passieren des Friedhofes wird die Straße schmal und leitet bald nach links als geschotterter, tief eingeschnittener Weg hinauf. Auf halber Höhe ist an der Wegböschung links ein Felswändchen mit schwarzem Kupferschiefer zu sehen, der Grundlage des frühen Reichtums dieser Gegend wurde. Der Weg führt nach einem Kilometer auf die quer verlaufende, grob gepflasterte Alte Poststraße. Auf dieser nach links bis vor die Kreisstraße Mansfeld–Klostermansfeld.

Hier nach links auf einem Feldweg mit weitem Blick über das industriell geprägte Gebiet um Hettstedt zum Wald. In gleicher Richtung auf einer schönen Kastanienallee durch den verwilderten Schlosspark weiter bis zu einer Wegkreuzung vor einer großen Wiese mit Schwermetallrasen (industriell durch den Bergbau vergiftet, aber hübsch anzusehen). Hier von der Kreuzung rechts auf einer alten Allee mit prächtigen Sommerlinden bis zum Eingang zum Mansfelder Schloss. Dieses ist jetzt evangelische Tagungsstätte und bietet mit seinen Befestigungsanlagen, Schlosskirche und Aussichtspunkten einen lohnenden Rundgang.

Schlackenreste am Weg   

Wenn man aus dem vordersten Tor wieder herauskommt, wählt man 20 Meter gleich hinter einer Erläuterungstafel den deutlich ausgetretenen Weg nach links hinab. Er führt mit interessanten Nahblicken auf die teils vergammelnden, teils restaurierten Befestigungsmauern ziemlich steil hinunter, zuletzt durch einen schmalen Zickzackweg über alte Schlacken zum Ausgangspunkt am Beginn der Flutgrabenstraße in Mansfeld zurück. (Womit reichlich Zeit für einen Rundgang durch die kleine Stadt und einen Besuch des Luthermuseums sowie des Lutherbrunnens bleibt.)

Region

Touren-Charakter

Kulturhistorisch und geologisch »aufgeladene« Kurzwanderung um das alte Zentrum des Ostharzer Bergbaus

Ausgangspunkt

Im Ort Mansfeld, an der Abzweigung der Straße nach Klostermansfeld (K2333) von der Bundesstraße B86, unterhalb vom Schloss

Endpunkt

Im Ort Mansfeld, an der Abzweigung der Straße nach Klostermansfeld (K 2333) von der Bundesstraße B 86, unterhalb vom Schloss

Tipp

Im Gebiet von Mansfeld liegt der am Grund des Zechsteinmeeres über dem Rotliegenden entstandene schwarze Kupferschiefer nahe der Erdoberfläche. Deshalb wurde er hier bereits seit der Bronzezeit in kleinen Gruben abgebaut und das Kupfer als seltenes Handelsgut schon damals teils weit exportiert. Auf den Satellitenbildern von Google Earth sind die zahlreichen kleinen, meist mit Buschwerk überwachsenen Abraumhalden noch heute vielerorts auf den Äckern zu erkennen! Ab dem 17. Jahrhundert wurde weiter östlich zunehmend aus tieferen Schächten gefördert und der Abraum auf riesigen Halden gelagert. Der Bergbau um Mansfeld, Hettstedt und Sangerhausen machte die Landesherren reich und ermöglichte dann auch protzige Bauten wie das Mansfelder Schloss. Auch ein gewisser Herr Luder aus Mansfeld wurde im 16. Jahrhundert durch den Bergbau wohlhabend, während sein Sohn unter dem Namen Martin Luther als protestantischer Reformer bekannt wurde, an den hier in seinem Geburtsort mit allerlei sehenswerten Bauten und Denkmälern erinnert wird. Das weiter südlich gelegene Sangerhausen ist berühmt durch das Spengler-Museum mit seinem Skelett eines Mammuts und das Rosarium mit seinen über 70000 Rosenstöcken. Landschaftlicher Superlativ ist jedoch die den Ort um über 100 Meter überragende Bergbauhalde. Ihre Besteigung ist natürlich wie viele andere reizvolle Betätigungen verboten, eröffnet aber einen grandiosen Rundblick.

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