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Waldpfade
wandern

Wandern Hamburg: Barfußpark Egestorf

Anspruch:
leicht
Dauer:
02:00 Std.
Länge:
2.7 km

Den Wald mit allen Sinnen erleben. Wer seinen Füßen Gutes tun will, geht barfuß. Das wissen viele Wanderer. Doch ohne Hobbitfüße kann das auch ein schmerzhaftes Unterfangen werden. Es sei denn, man läuft durch den Barfußpark von Egestorf. Dort sind die Wege zwar naturbelassen, doch von allem, was verletzten könnte, befreit.

Beschreibung

Barfuß unter Buchen  

Beim Eintritt in den Barfußpark bekommt man eine kleine Einweisung und eine Karte ausgehändigt. An den Schließfächern wird es dann ernst. Schuhe sind verboten im Barfußpark, genauso wie Hunde. Als kürzester von insgesamt drei Rundwegen führt die grüne Strecke über 1,2 Kilometer. Sie beginnt auf einer Wasserschräge mit einem eiskalten Fußbad und führt über Rindenmulch, Granit, Kieselsteine, Scherben und Korken hinauf in den Buchenwald. Schon jetzt kribbeln die Füße, so gut durchblutet sind sie selten. Das Gefühl totaler Entspannung setzt ein. Nun kann man in aller Ruhe die 60 Sinnesstationen erkunden. Das Salzineum etwa, in dem alle Wände, Decken und sogar der Boden mit Salz ausgekleidet sind und ein Nebel feinster Kristalle das Atmen zur Wohltat macht. Oder der Küchengarten, in dem 40 Kräuter um die Wette duften.

Die längste Hängebrücke Norddeutschlands fordert den Gleichgewichtssinn heraus. Das Waldmegaphon verstärkt die Geräusche des Waldes. Der 14 Hektar große Naturerlebnispark will alle Sinne ansprechen. Aber die Füße bleiben die Hauptdarsteller. Eine Barfußwanderung ist wie eine Fußreflexzonenmassage, denn in den Fußsohlen laufen besonders viele Nervenenden zusammen. Die unterschiedlichen Bodenelemente streicheln, kitzeln, piksen, wärmen, kühlen und schärfen vor allem das Bewusstsein für den nächsten Schritt. Achtsamkeit wird barfuß zur Selbstverständlichkeit.

Das Landschaftschutzgebiet  

Der mittlere Weg schließt an den kurzen an. Es geht nun hinaus ins Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Auf dem feuchten Waldboden läuft es sich wie auf einer weichen Matte. Die Luft scheint kühler, und es wird ein wenig stiller, denn die Sinnesstationen liegen nun weiter verstreut und vielen Familien mit kleineren Kindern genügt die kurze Runde. So kann man noch mehr Aufmerksamkeit auf die kleinen Sensationen verwenden; zum Beispiel Hörrohre, die das Gurgeln eines Bachs verstärken.

Jenseits einer Holzbrücke führt der Weg auf eine freie Wiese mit mächtigen Solitärbäumen. Sie ist wie gemacht für ein Picknick im hohen Gras oder auf einer Bank zum Klang der Äolsharfe. Ein Hochsitz lädt ein, die Nesthöhen verschiedener Vögel zu erklimmen. Entlang eines »Vertrauenswegs«, über eine Sandbahn und durch Streuobstwiesen, geht es eine kleine Anhöhe hinauf zu Balancierstationen. Beim hohlen Baumstamm muss man sich entscheiden, ob die Zeit zum Umkehren gekommen ist und ob 1,9 Kilometer Wegstrecke reichen. Oder man dehnt über den langen Weg die Wanderung auf 2,7 Kilometer aus. In Wanderschuhen macht das keinen großen Unterschied, aber barfuß ist man deutlich langsamer unterwegs.

Durch den Tannen- und Kiefernforst  

Im richtigen Tempo dauert der lange Weg zwei Stunden. So sagt es die freundliche Dame an der Kasse. Und was ist das richtige Tempo Langsam. Sehr, sehr langsam. Das passt so wunderbar zum Auf und Ab im Nadelwald, durch den geheimnisvolle Töne dringen. Sie kommen aus dem Klangkabinett. Doch bevor das erreicht ist, gilt es noch herauszufinden, wie es sich anfühlt, über Tannenzweige, -zapfen und Bucheckern zu gehen. Durch knöcheltiefen Matsch, durch Moor, Torf, Lehm. Möchte man eine Bodenart auslassen, bleibt immer noch der natürliche Waldboden. Er ist hier deutlich sandiger als im Mischwald, aber mindestens ebenso federweich. Am Ende gewinnt man eine Ahnung, dass Schuhe zwar vor Verletzungen schützen. Doch Haltung, Gleichgewichtssinn und der Kontakt zur Natur kommen barfuß deutlich besser weg.

Im Yoga-Wald  

Wer nach der Wanderung noch nicht genug hat vom Naturerleben, nimmt beim Waschplatz den Pfad in den Wald der Stille. Er liegt ein wenig ab vom Schuss und ist nicht so bedenkenfrei barfuß zu begehen. Darum ist es hier wirklich sehr ruhig. Neun Stationen laden ein, klassische Yoga-Übungen zu praktizieren. Sie werden durch Holzfiguren veranschaulicht und auf Texttafeln genau erklärt. Wer mehr Input braucht, leiht einen Audio-Guide aus. Oder eine Yoga-Matte, falls die Holzplattformen zu hart erscheinen. Und dann heißt es nur noch: Einatmen. Ausatmen. Om.

Touren-Charakter

Vorsichtig und langsam geht es barfuß durch Mischwald, Heide und Tannenforst.

Beste Jahreszeit

Sommer

Ausgangspunkt

Barfußpark Egestorf

Endpunkt

Barfußpark Egestorf

Gut zu wissen

Der Barfußpark ist vom 24. April bis 30. September geöffnet und kostet 7,50 Euro Eintritt. 2 Euro mehr inkludieren den Besuch des Aquadies. Das Naturerlebnisbad mit kristallklarem Wasser befindet sich auf dem Gelände und kommt ganz ohne chemische Zusätze aus.

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Bitte beachten!

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Sicher unterwegs: Ein glücklicher und erfolgreicher Tag in der Natur setzt nicht nur die richtige Vorbereitung, sondern auch auch verantwortungsbewusstes Handeln auf Tour voraus. Das solltet ihr bei der Tourenplanung immer beachten.