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Zeit zum Wandern
wandern

Wandern Frankreich: Auf den Grand Ventron

Anspruch:
schwer
Dauer:
05:30 Std.
Länge:
13 km
Aufstieg:
740 m
Abstieg:
740 m

In die naturnahen Wälder des Grand Ventron kommt man vom Lac de Kruth-Wildenstein nur über einen langen, steilen Aufstieg. Die Aussicht auf den Vogesenkamm ist großartig. Der Abstieg verläuft durch eine wildromantische Schlucht und führt vorbei an einem Wasserfall und einem See.

Beschreibung

Der Wegverlauf

Vom Parkplatz am Lac de Kruth-Wildenstein gehen wir über die Staumauer und folgen an deren Ende der Markierung gelbes Kreuz in Richtung Petit Ventron. Nach 150 m wandern wir in steilem Winkel links den Chemin du Bourbach hoch. In der ersten Kehre der Forststraße zweigt rechts ein Pfad (gelbes Kreuz) zum Petit Ventron ab. Den langen und steilen Aufstieg müssen wir langsam angehen. Das gelbe Kreuz leitet uns an mehreren Wegkreuzungen und Abzweigen vorbei.

An der dritten Forststraße auf 815 m Höhe gehen wir auf dieser rechts und folgen nach 50 m in der Kehre links dem Weg mit der Markierung gelbes Kreuz, das uns wiederum an mehreren Wegkreuzungen und Abzweigen vorbeilotst. An einer Forstwegkreuzung auf 925 m Höhe machen wir einen Abstecher von 50 m nach rechts zum ausgeschilderten Point de Vue, einem exponierten Felsen mit Picknickbänken und Ausblick auf die gegenüberliegenden Bergwaldhänge.

Eine Pause ist fällig, schließlich haben wir schon fast 400 Hm bewältigt. Im Tannen-Buchen-Wald warnt der bräunlich-rosa Eichelhäher mit rätschendem Ruf. Er ist ein Nützling des Waldes, weil er im Herbst Tausende Eicheln für den Winter an verschiedenen Stellen im Boden vergräbt. Unglaublich, wie er diesen Nahrungsvorrat wieder auffindet. Aber einige findet er dann doch nicht mehr, oder er braucht sie nicht mehr, und damit pflanzt er unbewusst neue Bäume. An der Forststraßenkreuzung steigen wir weiter steil nach oben. Immer noch ist das gelbe Kreuz das richtungsgebende Zeichen. Rechts ist durch die Bäume der Grand Ventron mit dem markanten Wolfsfelsen zu sehen. Auf der Höhe von 1060 m wird der Weg auf einem Sattel das erste Mal eben, aber nur für 100 m.

Auf 1130 m Höhe zweigt nach links ein Steig ab zum Petit Ventron (gelbes Kreuz). Kurz danach stehen wir am Abzweig unterhalb des bewaldeten Gipfels des Petit Ventron (2:00 Std.). Hier steht auf 1155 m Höhe noch hoher, nicht verkrüppelter Buchenwald. Die sturmfeste Buche mit ihrem tiefgehenden Wurzelsystem benötigt hohe Niederschlagsmengen wie hier in den Vogesen und neigt in noch höheren Lagen zu Krüppelwuchs. Der Petit und der Grand Ventron stehen nicht in der Reihe des klimatisch harten Vogesenkamms und sind damit eher wetterbegünstigt.

Wir gehen rechts weiter in Richtung Grand Ventron, nun mit dem Zeichen blauer Balken. Der Weg hinüber zum Grand Ventron ist nach dem steilen Aufstieg eher eine Erholung mit nur noch 80 m Höhenunterschied.An einem Abzweig können wir einen Abstecher nach links zur Auberge Chaume du Grand Ventron machen. Geradeaus geht es durch dichte Heidelbeerteppiche auf den fast kahlen Grand Ventron  (2:30 Std.) hinauf. Die grandiose Rundumsicht wird auf einem großen Plantisch dargestellt.

Vom Gipfel aus gehen wir nach Nordosten weiter Richtung Col du Bockloch, nun mit der Markierung blauer Balken. Im Wald verläuft der Weg entlang einer aufgeschichteten niedrigen Mauer. Dies war die Grenze zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich. Auf alten Grenzsteinen sind ein »F« für Frankreich und ein »D« für Deutschland eingemeißelt.

Ein kurzer, felsiger und wildromantischer Aufstieg über den Bocklochskopf ist auch noch zu bewältigen. An einer kleinen Lichtung mit einer Infotafel und einer Ruhebank wandern wir geradeaus Richtung Barrage de Kruth-Wildenstein auf einer Forststraße abwärts. Auf der Tafel werden u. a. Luchs und Wildkatze vorgestellt. Das Markierungszeichen ist jetzt das rote Dreieck.

Auf 970 m Höhe wenden wir uns in spitzem Winkel nach links Richtung Cascade du Bockloch, nun mit dem blauen Dreieck. Am plätschernden Bach entlang kommen wir am putzigen Refuge du Hinterbockloch vorbei. Nachdem sich die Forststraße von der immer enger werdenden Bocklochschlucht wegwendet, fällt links ein Steig in spitzem Winkel zur Barrage de Kruth-Wildenstein ab. Das blaue Kreuz leitet uns durch die enge, steile Schlucht. Über viele Kaskaden rauscht der Gebirgsbach in die Tiefe.

An einer Forststraße überqueren wir den Bach nach links auf der Brücke. Gleich nach dem Übergang setzt sich der Pfad abwärts fort. Vor einer großen Schotterhalde beschreibt der Pfad eine Kehre. Durch die Bäume ist unten schon der Stausee zu sehen. An der hohen Cascade du Bockloch  (4:30 Std.) führt der Weg über einen Steg.

Noch ein paar kleine Serpentinen durch eine parkähnliche Anlage, und wir stehen auf der Uferstraße D 143. Rechts des Infoschilds kommen wir hinunter auf den Weg am See, den wir nach rechts einschlagen. Ein paar Liegewiesen laden zur Rast, und der See bietet ein kühles Bad. Auf dem »Tour du Lac« gehen wir am Lac de Kruth-Wildenstein (5:30 Std.) entlang und dann über die Staumauer zum Parkplatz zurück.

Naturschutzgebiet am Grand Ventron

In diesem 1989 begründeten Naturschutzgebiet, dem Réserve naturelle du Massif du Grand Ventron, mit 1647 ha Fläche am Osthang des Grand Ventron steht einer der urwüchsigsten Wälder Frankreichs mit natürlichem Tannen- und Buchenbestand. In diesem artenreichen Lebensraum leben sogar Auerhähne, Wildkatzen und Luchse. Es gibt ein wildes Naturgebiet zu entdecken – und wer Heidelbeeren liebt, ist hier auch an der richtigen Stelle.

Ausgangspunkt

Lac de Kruth-Wildenstein, Parkplatz an der Staumauer

Wegbeschaffenheit

Überwiegend schattige Wege; lange, z.T. extreme Steigungen, Trittsicherheit

Freud & Leid

Diese Wanderung mit großen und sehr steilen Höhenunterschieden verlangt Kraft in den Beinen und Ausdauer im Kopf. Dafür laden am Schluss Liegewiesen am Barrage de Kruth-Wildenstein zur Rast, und der See bietet ein kühles Bad. Die Auberge Chaume du Grand Ventron (www.auberge-de-la-chaume-du-grand-ventron.com) weiß den Magen zu füllen.

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Sicher unterwegs: Ein glücklicher und erfolgreicher Tag in der Natur setzt nicht nur die richtige Vorbereitung, sondern auch auch verantwortungsbewusstes Handeln auf Tour voraus. Das solltet ihr bei der Tourenplanung immer beachten.