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Wandern Frankenwald und Fichtelgebirge : Eine kleine Staffelberg-Runde

Anspruch:
mittel
Dauer:
02:20 Std.
Länge:
8.5 km
Aufstieg:
260 m
Abstieg:
260 m

Gottesgarten, Teil3: Seit der Jungsteinzeit hat der Staffelberg die Menschen fasziniert. Den Bewohnern der Vorzeit folgten Kelten, Germanen, Franken, Eroberer und Pilger, Geologen und Archäologen, Eremiten und Dichter - und heute Sie!

Beschreibung

Der Wegverlauf

Unser Ausgangspunkt ist die gotische Kirche St. Kilianim historischen Stadtzentrum Bad Staffelsteins, gleich neben dem Stadtmuseum, das sich zahlreichen Themen widmet, denen wir auf unserer heutigen Wanderung begegnen werden, insbesondere der Geschichte und Geologie des Staffelberges und des Dichters Victor von Scheffel (geöffnet April bis Oktober Di bis Fr 10–12 und 14–17 Uhr, November bis März Di 14–17 und Sa 14–16 Uhr). Über die Bärengasse hinter dem Chor der Pfarrkirche laufen wir südlich zur Lichtenfelser Straße und biegen neben dem stattlichen barocken früheren Amtshaus links ab, um gleich darauf via Fußgängerüberweg rechts in die Victor-von-Scheffel-Straße zu wechseln. Diese führt am Friedhof vorbei zum Stadtrand, wo uns ein kleines Ensemble mit einem schmucken historischen Wegweiser und einem Adelgundis-Bildstock (0:10 Std.) erwartet und uns auf den nun beginnenden Anstieg einstimmt. Adelgundis ist die Heilige des Berges. Unsere Markierung ist der Keltenweg D (schwarzer Kessel mit D auf orangenem Grund). Der immer wieder von Zeugen der Frömmigkeit und Infotafeln gesäumte Weg wird nach Überquerung der Autobahnbrücke noch idyllischer, auch gestaltet sich der Anstieg stetig und durchaus bemerkbar, aber nicht kräftezehrend. Stets geradeaus geht es bis zum ersten Waldsaum, wo sich der Weg in eine Hohlspur und einen befestigteren Teil aufgliedert; man hat also die Wahl, sofern man die Markierung D nicht völlig aus den Augen verliert. Nach Verlassen des Waldstücks ragt der Staffelberg mit seinen schroffen Außenrändern bereits sichtbar hervor. Dass wir uns den historischen Befestigungsanlagen nähern, erkennen wir an Grabungsschnitten der Archäologen und dem baldigen Eintritt durch ein Burgtor (0:45 Std.) der einst riesigen Anlage, die mehrere Mauerringe besaß, von denen wir einen soeben durchquert haben.

Schon um 5000 v. Chr. hatten die Menschen der Jungsteinzeit das hoch aufragende Plateau über dem Main besiedelt, es folgten weitere Phasen um 4000, 2500 und 1200 v. Chr. Im ersten Jahrtausend v. Chr. wurde die Nutzung des Staffelberges intensiver, auch wenn die einzelnen Abschnitte jeweils nur recht kurz waren. Höhepunkt war der Ausbau zur Höhenfestung unter den Kelten von 130–30 v. Chr. Der Staffelberg hatte damals solche Bedeutung erlangt, dass er auch in der griechisch-römischen Welt ein Begriff war. Die Germanen der Völkerwanderungszeit nutzen seine hervorragende Lage um 500, und dann kamen schon irgendwann gegen 800 die Franken, die das Potenzial des Berges als Missionsstützpunkt erkannten und ihn der heiligen Adelgundis, einer fränkischen Äbtissin (7. Jh.), widmeten.

Nach dieser kurzen Geschichtslektion geht es im Inneren der äußeren Festung für uns nun weiter geradeaus zu einer Felsformation, in der sich eine kleine Felsenkapelle (0:50 Std.) im Gestein verbirgt, sowie etwas weiter oberhalb zum Denkmal für den Dichter Victor von Scheffel. Wir gehen nun wieder auf unseren Weg zurück: Auf dem Keltenweg D ordnen wir uns ein, ohne dessen kurze Schleife rechts auf der Wiese zu absolvieren (das wird nachgeholt) – und folgen dem Anstieg. Rechts sehen wir einen Gedenkstein (1:00 Std.) zur Erinnerung an den Wiederaufbau der Adelgundiskapelle nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges. Wir kommen nun auf einen breiteren Hauptweg und hier rechts hoch, erstaunlich sanft, bis auf die Senke des Staffelberghochplateaus direkt neben der früheren Eremitenklause, nun ein beliebtes Ausflugslokal. Daneben steht die schon erwähnte Adelgundiskapelle (1:10 Std.).

Wer hier oben steht, kann sich gut vorstellen, wie attraktiv dies als befestigter Siedlungsplatz auf unsere Vorfahren gewirkt haben muss. Wir drehen nun eine Runde zu allen vier Ecken, die durch die charakteristischen Staffelbergdoppelkreuze gekennzeichnet sind. An der Klause rechts beginnend kommen wir in Richtung Süden, Westen, Norden und Osten wieder zurück, die herrlichen Aussichten in alle vier Himmelsrichtungen genießend, wobei besonders die Nordflanke mit ihren Steilfelsen und der Sicht hinunter und hinüber nach Staffelstein, Banz und Lichtenfels die Begeisterung nicht nur eines Victor von Scheffel nachvollziehen lässt. An der Ostseite wurde zudem ein Stück der einstigen Befestigungsanlagen (1:35 Std.) rekonstruiert. Wieder an der Adelgundiskapelle angelangt, wenden wir uns rechts zum Felsrand, wo ein schmaler Pfad hinab und anschließend rechts unterhalb der markanten Kalksteinformationen führt. Auf dem davorliegenden Rain begeben wir uns auf den Wiesen links hinab zu den Informationstafeln, jedoch vor dem nächsten Hang wieder rechts (nicht geradeaus!) auf unseren alten Aufstiegsweg nahe dem Scheffel-Denkmal zurück. Von hier aus geht es auf bekanntem Weg zurück in die Innenstadt von Bad Staffelstein zu St. Kilian (2:20 Std.).

Touren-Charakter

Deutlicher Aufstieg zum Staffelberg, Schwindelfreiheit an den Felsrändern notwendig

Ausgangspunkt

Kath. Kirche St.Kilian, Bad Staffelstein; GPS 50.102878, 11.000248

Erste Strophe des Liedes der Franken

Wohlauf, die Luft geht frisch und rein,wer lange sitzt, muss rosten.Den allerschönsten Sonnenscheinlässt uns der Himmel kosten.Jetzt reicht mir Stab und Ordenskleidder fahrenden .Ich will zur schönen Sommerszeitins Land der Franken fahren,valeri, valera, valeri, valera,ins Land der Franken fahren!

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