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Vergessene / Entdecker Pfade
wandern

Wandern Chiemsee-Chiemgau: Hochscharten (1474 m)

Anspruch:
mittel
Dauer:
04:27 Std.
Aufstieg:
720 m
Abstieg:
720 m

Einsamer Gipfel bei Reit im Winkl. Der Hochscharten liegt zwischen dem Gurnwandkopf, dem Hochgern und der Steinplatte. So eingezwängt, hat er dennoch eine aussichtsreiche Lage. Schmale Traumpfade führen auf den Gipfel, der durch seine Abgeschiedenheit besticht.

Beschreibung

Der Hochscharten

Als Hochscharte bezeichnet man auch eine lange, schmale Erhebung mit steilen Flanken und einem mehr oder weniger kontinuierlichen Kamm, daher kommt der Name Hochscharten, was von seinem Gebirgsaufbau auch völlig zutrifft. Dieser Berg steht ganz im Schatten seiner Chiemgauer Kollegen.

Keine Einkehr ist auf dieser Tour zu finden, und auch die Gräbenalm ist nicht bewirtschaftet. Zudem braucht man etwas Gespür, um an das Ziel zu gelangen. Die Südhänge des Berges sind bewaldet, im Norden sind steile Felsabbrüche vorzufinden – beste Voraussetzungen für eine Tour auf »vergessenen Pfaden«.

Aussichtsreich ist dieser unbekannte Gipfel allemal. Nach Norden sehen wir den Hochgern, den Hochfelln und die Kampenwand, dahinter erstreckt sich das Chiemgauer Voralpenland. Nach Osten kann man den Gurnwandkopf und die Hörndlwand bewundern. An klaren Tagen können wir nach Süden bis in die Hohen Tauern schauen. Markant erhebt sich dabei vor uns der Tauernkogel. An föhnigen Tagen baut sich über den Hohen Tauern eine Wolkenbank auf. Das ist dann eine typische Föhnmauer, der man unbedingt Beachtung schenken sollte, da man sie selten zu sehen bekommt.

Die Südhänge des Hochscharten machen diese Wanderung auch im Spätherbst zu einem sonnigen Erlebnis. Denn dieser Berg ist auch zu dieser Jahreszeit von der Sonne beschienen, da im Südwesten der nächste große Gebirgsstock mit dem Zahmen Kaiser weiter weg steht.

Waldreiche Wanderung

Schon der Aufstieg am Kleinen Wappbach entlang lässt erahnen, dass wir heute eine romantische Tour vor uns haben, auf der wir kaum einen Menschen treffen werden. Das Plätschern des Baches lässt unsere Seele schon beim Aufstieg baumeln. An der Gräbenalm angekommen, wird es interessant. Denn nun ist etwas Spürsinn gefragt. Nördlich hinter der Alm beginnt ein kaum einsehbarer Steig, der uns bis zum Gipfel führt. Hin und wieder gelangen wir an einen Abzweig. Doch immer gilt hier die Devise, den etwas ausgetretenen Pfad bergauf zu benutzen. Durch schönen Mischwald geht es hinauf. Da und dort können wir schon einen Ausblick erhaschen, etwa auf die Loferer Steinberge oder zum Zahmen Kaiser, auch hinüber zum Guffert – dies natürlich nur an klaren Tagen.

Unterhalb des Gipfels wird der Pfad dann immer schmäler und quert unter den Felswänden, bevor es dann die letzten Kehren bergauf zum Gipfel geht. Kleine Steinmännchen weisen hier uns immer wieder den Weg. Manche von ihnen sind schon richtige Kunstwerke, die ein schönes Bildmotiv abgeben; ansonsten gibt es hier aber keine Markierungen.

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Kleiner Weg ganz groß

Busfahrer gehen von der Haltestelle Weitsee-Röthelmoos zum Wanderparkplatz Weitsee-Röthelmoos, das sind etwa 200 Meter neben der Hauptstraße in entgegengesetzter Richtung. Dort folgen nun auch die Autofahrer dem Wegweiser »Reit im Winkl, Gräbenalm« auf einen Forstweg. Nach wenigen Metern folgen wir diesem Wegweiser linker Hand, den wir dann gleich erneut vorfinden. Der Forstweg mündet nun in einen Wanderweg entlang des Kleinen Wappbaches und führt uns bergauf. Zwischenzeitlich geleitet uns auch der Wegweiser »Reit im Winkl«.

Dann überqueren wir einen Forstweg und folgen wieder dem Wegweiser »Reit im Winkl, Gräbenalm« weiter bergauf. Über einige Stufen gelangen wir zu den Almwiesen der Gräbenalm. Hier ignorieren wir sämtliche Wegweiser und halten uns hinter der Alm nördlich. Wir überqueren dabei eine Holzstufe über den Zaun. Nun schlängelt sich unscheinbar ein schmaler Pfad durch den Wald bergauf. Später zweigt der Weg linker Hand ab und führt nun weitgehend eben durch die Steilhänge.

An einer Weggabelung steigen wir rechter Hand den ausgetretenen Weg bergauf, parallel dazu verläuft ein Bachgraben. Dann gehen wir über ein kurzes flaches Wiesenstück. In diesem Wegabschnitt ist etwas Spürsinn gefragt. Sogleich zweigt der Weg an einem Steinmännchen links bergauf ab in den Wald. An einem Sattel angelangt, überqueren wir einen Forstweg und folgen dem schmalen Bergpfad linker Hand wieder in den Wald.

Der Weg führt nun unter eine Felswand und weiter noch in einigen Kehren bis zum Gipfel. In diesem Bereich dienen einige Steinmanndl der Orientierung. Zunächst wird der Ostgipfel erreicht. Unschwierig auf dem Bergkamm gelangen wir über Schrofengelände zum Westgipfel des Hochscharten.

Bitten folgen Sie keinesfalls dem auf alten Karten eingezeichneten Kammweg nach dem Gipfel weiter, denn er ist völlig zugewachsen und durch Windbruch auch nicht mehr einsehbar. Somit erfolgt der Abstieg auf der beschriebenen Aufstiegsroute zurück zu den Endpunkten Wanderparkplatz Weitsee-Röthelmoos und Haltestelle Weitsee-Röthelmoos.

Touren-Charakter

Wanderung zunächst auf Wanderwegen entlang des Kleinen Wappbachs. Ab der Gräbenalm führt dann ein Steig bis zum Gipfel.

Beste Jahreszeit

Ende April bis Anfang November, bei absoluter Schneefreiheit auch in den Wintermonaten

Ausgangspunkt

ÖVPN: Haltestelle Weitsee-Röthelmoos (760 )m

Endpunkt

Wie Ausgangspunkt

Route

Weitsee-Röthelmoos - Gräbenalm 1 Std. - Hochscharten 1¾ Std. - Weitsee-Röthelmoos 2 Std.

Höchster Punkt

GipfelHochscharten (1474 m)

Der Kleine Wappbach

Falls Sie an einem heißen Sommertag unterwegs sind, dann nehmen Sie sich Badesachen mit. Die Gumpen im Kleinen Wappbach laden zu einem erfrischenden Bad ein. Sie werden sicher hier ein geeignetes Plätzchen finden. Heben Sie sich dazu auch noch eine Brotzeit und etwas zu trinken auf.

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