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Vergessene / Entdecker Pfade
wandern

Wandern Bayerischer Wald: Über den Hohen Bogen

Anspruch:
mittel
Dauer:
02:30 Std.
Länge:
9 km
Aufstieg:
350 m
Abstieg:
350 m

Am Kamm entlang von Hütte zu Hütte. Der Hohe Bogen formt seinem Namen entsprechend eine weite Rundung. Seine Bezeichnung verdankt der Höhenzug dennoch den Grafen von Bogen, die auf dem Burgstall die höchstgelegene Burg ihres Geschlechts errichten wollten, welche aber unvollendet blieb. Heute grüßt an besagter Stelle der Sendeturm des Bayerischen Rundfunks mit seiner rot-weißen Spitze.

Beschreibung

Ab Forstdiensthütte marschieren wir in Pfeilrichtung »Sesselbahn/ Bergstation« sowie bei der nach 100 Metern folgenden Gabelung halb rechts unter Fichtennadeln und Buchenblättern bergwärts. Nach maximal 15 Gehminuten überschreiten wir die erste Kuppe, den Farrenruck, und wandern am Kamm entlang weiter. Nachdem eine Forststraße gequert wird, folgt der nächste Anstieg erneut über Stock und Stein. Ein kurzer Stichweg führt nach links hinauf zum Felskopf des Bärenriegels. Knapp über den Wipfeln schweift der Blick über den ehemaligen NATO-Horchposten hinter dem Eckstein hinweg. Vom Bärenriegel keine 10 Gehminuten entfernt liegt eine Gabelung. Dort weist Ri11 halbrechts den Anstieg zu einem Aussichtsfelsen, den Eckstein (1073 m), mit Blick auf Osser-Doppelgipfel (1266 und 1293 m) und Zwercheck (1333 m).

Ein paar Meter zurück führt der eingeschlagene Weg weiter zu einer ehemaligen militärischen Abhörstation der NATO. Bereits seit 2004 befindet sich die Anlage mit den zwei Stahlbetontürmen in privater Hand. Der Träger strebt an, im jetzt sogenannten »sektor.f« ein Begegnungszentrum einzurichten (Näheres unter www.sektor-f.de). Im ersten Schritt wurde die 50 Meter hohe Aussichtsplattform geöffnet, welche über eine Außentreppe mit 293 Stufen zu erklimmen ist. Ein automatisiertes Kassensystem gewährt bei Tageslicht und passendem Wetter für 6 Euro Einlass (Scheine werden gewechselt). Für den Nachwuchs öffnet sich eine kostenfreie Kinderschleuse.

Wer das Gelände zurücklassen will, marschiert auf Asphalt bergab. Nach 500 Metern wird eine Straßenkreuzung erreicht. Dort folgen wir dem Pfeil zum »Berghaus« über eine Kuppe hinweg, bis der Waldweg kurz vor der Einkehr erneut auf die Straße trifft.Im Berghaus Hohenbogen am Ahornriegel kehren im Winter Skifahrer sowie in der warmen Jahreszeit Wanderer ein. Im saalähnlichen Gastraum genießen Besucher einen tollen Panoramablick, vor der Tür liegt eine vom Ostwind geschützte Terrasse samt Arberblick. Vom 2007 neben dem Berghaus errichteten Holzkreuz fällt der Blick hinab auf den Talort der Bergbahn, Neukirchen beim Heiligen Blut. An der Längsseite des Berghauses vorbei steigen wir auf einer Skipiste in Richtung »Haus Schönblick« hinab. Die letzten Meter wechseln wir auch zu dieser Einkehr auf eine Forststraße.

Das Haus Schönblick samt Chalets empfängt Wanderer mit einer aussichtsreichen Sonnenterrasse, der Arber versteckt sich dort wieder. In den zwei gemütlichen Gaststuben werden Schweinebraten aus dem Holzofen, Grenzgängerschnitzel oder Kartoffelsuppe serviert. Auf dem Heimweg setzen wir zunächst auf der Forststraße zurück auf den Kamm. Auf Höhe der Skipiste folgen wir dieser Forststraße halb links über die Kuppe hinweg. Rund 10 Gehminuten später halten wir uns bei einer Gabelung erneut links und schlängeln uns auf der schmäleren Forststraße in sanften Bögen über den Ribenzinger Weg zu Tal. Zwischen Fichten und Buchen schimmern die Konturen des benachbarten Kaitersbergs (1132 m) hindurch.

Am tiefsten Punkt treffen Wanderer auf eine Forststraße sowie sogleich auf den Seelenbrunnen.Vom Seelenbrunnen nur 50 Schritte weiter beginnt halb rechts der letzte und zugleich längste Aufstieg dieser Tour (die dortige Pfeiltafel versteht man erst auf den zweiten Blick). Auf dem gelb markierten Hauptweg des Goldsteigs stetig bergauf gesellt sich im schattigen Mischwald mächtiger Ahorn zu Fichte und Buche. Bei der ersten Gabelung halten wir uns halb rechts, Markierungen folgen erst 30 Meter weiter. Wird eine Forststraße gequert, liegt gut die Hälfte des Anstiegs hinter uns. Schließlich erreichen wir am Wanderparkplatz vorbei über die Zufahrt zur Diensthütte den dortigen Parkplatz. Die schlichte Gaststube der Diensthütte ergänzen Tische im Freien, die rund um die alte Schutzhütte von 1846 gruppiert stehen.

Touren-Charakter

Auf dem schattigen Kammpfad erreichen Wanderer in stetem Auf und Ab bewirtschaftete Hütten mit herrlicher Aussicht. Der Hinweg verläuft über etwas Stock und Stein, der Rückweg auf Forststraßen und -wegen durch Mischwald sowie Aufstieg zum Finale.

Ausgangspunkt

Forstdiensthütte Hoher Bogen (915 m)

Endpunkt

Forstdiensthütte Hoher Bogen (915 m)

Route

Forstdiensthütte (915 m) - Bärenriegel 0.30 Std. (1,5 km); Bärenriegel (1017 m) - Berghaus Hohenbogen (1050 m) - Haus Schönblick 0.45 Std. (2,5 km); Schönblick (995 m) - Seelenbrunnen (700 m) - Forstdiensthütte knapp 1.15 Std. (knapp 5 km)

Der Goldschatz vom Hohen Bogen

Unter dem Burgstall, etwa an der Stelle, an der heute die Rundfunkantenne steht (im Bild links), liegt einer Sage nach in einem kupfernen Kessel ein reicher Schatz verborgen. Alle hundert Jahre soll ein Mensch die Chance erhalten, das Gold zu bergen. Der Letzte, so heißt es, war ein Hirte, dem eine geheimnisvolle Frau erschien, die ihn anwies, sich bei Mitternacht am Fuße des Burgstalls in Begleitung zweier Priester einzufinden. Um den Schatz zu finden, müsse der Hirte beim Marsch zum Burgstall dem Blendwerk des Bösen widerstehen. Der Hirte tat wie ihm geheißen. Kurz vor dem Ziel schlug jedoch ein furchterregender Drache die Priester in die Flucht, der Hirte folgte ihnen, der Schatz blieb ungehoben. Wenn ein damals zartes Ahornbäumchen groß und mächtig sei, so heißt es, erhalte ein Auserwählter erneut die Chance, den Schatz zu bergen.

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