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Zeit zum Wandern
wandern

Wandern Bayerischer Wald: Himmelsleiter zum Lusen

Anspruch:
mittel
Dauer:
02:50 Std.
Länge:
9.6 km
Aufstieg:
440 m
Abstieg:
440 m

Das gelbgrün schimmernde Blockhaupt des Lusen ist das Wahrzeichen eines der geologisch und botanisch bedeutendsten Bergstöcke des bayerisch-böhmischen Waldgebirges. Die steinerne »Himmelsleiter« hinauf zum aussichtsreichen Gipfel ist ein Wanderklassiker des Bayerischen Waldes.

Beschreibung

Der Wegverlauf

Waldhäuser ist der höchstgelegene Ort im Nationalpark Bayerischer Wald und der wichtigste Ausgangspunkt für die Wanderung über den Lusen. Seine Entstehung verdankt das aussichtsreiche Bergdorf am Lusen dem Salzhandel von Grafenau nach Böhmen auf der »gulden Straß« (goldene Straße). 1591 erhielten die Stadtväter von Grafenau von Herzog Wilhelm ein Darlehen von 1000 Gulden zur »Erhebung der uralten gulden Straß« und modernisierten den Handelsweg. 1609 gestatteten sie sieben Untertanen die Ansiedlung auf einer Rodungsinsel vor dem Lusen, um durchreisenden Handelsleuten Unterkunft zu gewähren. 1611 wurde das »Haus am Wald« eröffnet, 1637 gab es bereits sieben »Waldhäuser« an der letzten Raststation vor dem beschwerlichen Übergang nach ­Böhmen.

Vom Parkplatz und der Bushaltestelle Waldhäuser Ausblick  geht es auf der Lusenstraße kurz abwärts, bis vor der ersten Kurve die Grünkeil-Markierung bergwärts Richtung Lusen abzweigt. Der Grünkeil führt im Wald hinauf zum Waldhäuserriegel  (0:25 Std.), wendet sich kurz vor dem aussichtsreichen Felshaupt links und senkt sich im Wald schnurgerade zum Lusenparkplatz  (0:40 Std.), wo sich die Endhaltestelle »Waldhausreibe« des Lusenbusses befindet. An der »Reibe« (Kurve) befand sich vom 18. bis zum 20. Jahrhundert das Fuhrleutegasthaus Oberes Waldhaus am Handelsweg nach Böhmen, heute befinden sich hier neben Bushaltestelle und Parkplatz eine Schutzhütte und Sanitäranlagen.

Vom Lusenparkplatz folgt die Grünkeil-Markierung dem »Sommerweg« hinauf zur Böhmweg-Schutzhütte  (0:55 Std.) mit der Glasarche. Bayerische Glasschleifer und -maler setzten 2003 die fast 5 m lange und 3 t schwere Arche aus 480 Glasplatten zusammen, tschechische Bildhauer legten das Schiff in eine große hölzerne Hand, und bis 2008 reiste die gläserne Arche durch die bayerisch-böhmische Grenzregion, um für Frieden, Freude, Toleranz zu werben. Danach wurde sie an ihrem heutigen Hafen am Böhmweg verankert. Böhmweg-Schutzhütte und Glasarche befinden sich an einer wichtigen Wegeverzweigung, an der unter anderem der Goldsteig einmündet. Grünkeil-Markierung und Goldsteig folgen der Himmelsleiter, einer Steintreppe im Wald, steil aufwärts zur Naturlehrpfadrunde des Hochwaldsteigs  (1:15 Std.) und zum Lusen  (1:30 Std.), auf dem eine Orientierungstafel das großartige Panorama am Bergkreuz erläutert. Das aussichtsreiche Gesteinstrümmerfeld auf dem Lusengipfel isf ein Verwitterungsblockmeer: Während der letzten Eiszeit, die vor etwa 10 000 Jahren endete, lugte der Gipfel aus dem Eis hervor und war Regen, Sonne, Frostsprengung und anderen Formen mechanischer Verwitterung ausgesetzt. Der Sage zufolge ist das Blockfeld das Werk des Teufels oder einer Gestalt namens Lusenhex. Alle Schätze dieser Welt soll der Teufel hier zusammengetragen und Felstrümmer darauf gehäuft haben, und wie er mit dem hochmächtigen Berg fertig war, so war das der Lusen, und der Teufel setzte sich darauf und verschnaufte. Nach anderer Version wollte der Teufel mit den Felstrümmern den Weg zur Hölle pflastern, doch ein frommer Klausner beobachtete ihn und rief Gottes Beistand an. Da ließ der Satan seine Steinfuhre im Stich und entwich in sein Höllenreich, die Teufelsfuhre aber brach mit Gepolter zusammen und die Ladung bildet bis heute die steinerne Krone des Lusen.

Unterhalb des Blockfeldes lädt das Lusenschutzhaus  (1:40 Std.) zur Stärkung ein. Vom Schutzhaus führt der mit dem Zeichen Luchs markierte Winterweg im Wald abwärts durch die südlichen Lusenhänge, an einem der Seigequellbäche lädt eine Sitzbank  (1:50 Std.) zur Rast ein, dann ist der Lusenparkplatz  (2:05 Std.) wieder erreicht. Die Lusenstraße ist zwischen dem Parkplatz Ausblick und dem Lusenparkplatz im Sommerhalbjahr tagsüber für den Autoverkehr gesperrt, also folgen wir ihr bequem zurück zum aussichtsreichen Ausgangspunkt in Waldhäuser, dem Parkplatz an der Bushaltestelle Waldhäuser Ausblick  (2:50 Std.).

Erlebnisweg Hochwaldsteig

Die Tafeln des Erlebniswegs Hochwaldsteig an der Himmelsleiter unterhalb des Lusengipfels erläutern die natürliche Walderneuerung im Wandergebiet Waldhäuser-Lusen. Der alte Bergfichtenwald in diesem Gebiet wurde ab 1995 weitflächig von Borkenkäfern befallen. Zwischen den abgestorbenen Nadelbäumen wächst ein natürlicher, nicht angepflanzter »wilder Wald« heran, der überwiegend aus Laubbäumen besteht.

Ausgangspunkt

17

Wegbeschaffenheit

Bequeme Forst- und Waldwege

Freud und Leid

Wegen des hoch gelegenen Ausgangspunkts – vor 9 Uhr morgens kann man auch im Sommer bis zum Lusenparkplatz fahren – herrscht auf der Himmelsleiter Hochbetrieb, sofern man nicht frühzeitig den Rucksack schultert. Dafür begeistert das himmlische Panorama am Gipfelkreuz. Das Blockwerk auf dem Gipfel verlangt feste Wanderschuhe.

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Bitte beachten!

Für die Richtigkeit und Aktualität der Angaben kann trotz größtmöglicher redaktioneller Sorgfalt keine Haftung übernommen werden. Insbesondere bei GPS Daten können Abweichungen nicht ausgeschlossen werden.
Sicher unterwegs: Ein glücklicher und erfolgreicher Tag in der Natur setzt nicht nur die richtige Vorbereitung, sondern auch auch verantwortungsbewusstes Handeln auf Tour voraus. Das solltet ihr bei der Tourenplanung immer beachten.