JBerg-Verlag
Wanderbuch
wandern

Wandern Bayerischer Wald: Durch die Dießensteiner Leite

Anspruch:
leicht
Dauer:
02:45 Std.
Länge:
10.5 km
Aufstieg:
350 m
Abstieg:
350 m

Die schwarze Perle bei Kirchberg. »Schwarze Perle des Bayerischen Waldes« wird die Ilz genannt, und das liegt an ihrem bräunlich schwarzen Wasser, das aus den Mooren am Oberlauf stammt. Wir durchstreifen das Naturschutzgebiet der Dießensteiner Leite, wo sich der Fluss von seiner ungebändigten Seite zeigt.

Die Aussicht von Kirchberg über das Ilztal ist unbeschreiblich schön. wandern, leicht
Die Aussicht von Kirchberg über das Ilztal ist unbeschreiblich schön.© Lisa Bahnmüller, Wilfried Bahnmüller
Beschreibung

Am Wanderparkplatz queren wir die Ilz und wenden uns gleich darauf nach rechts auf den Uferweg. Wir folgen der Ilz flussabwärts. Der Weg ist in Richtung Schrottenbaummühle ausgeschildert und sowohl mit dem Symbol des Goldsteiges, einem geschwungenen goldenen »S«, als auch mit der Bezeichnung Pandurensteig versehen. Beides sind Fernwanderwege, auf deren Streckenabschnitte man immer wieder im Gebiet des Bayerischen Waldes stößt. Das allein erklärt schon, wie schön diese Flusswanderung ist, denn nicht umsonst wählen alle großen Weitwanderrouten die Ilz als Abschnitt.

Ohne Mühe geht es fast eben entlang und bald hat uns die facettenreiche Flusslandschaft in ihren Bann geschlagen. Vermooste Steine säumen das Ufer, das an vielen Stellen dicht mit Bäumen bewachsen ist. Einige kleine Flussinseln haben sich gebildet, auf denen sich Bäume gegen das rauschende Wasser stemmen. An etwas freieren Uferstellen sind einige Steine mit dichtem Gras bewachsen, wie Perückenköpfe ragen sie aus dem seichten Wasser.

In so abwechslungsreichem Gelände kommen wir schnell voran und ehe wir uns versehen, führt der Wanderweg nach links etwas weg vom Fluss. Dort queren wir nach rechts den kleinen Schirmbach, dann halten wir uns links und folgen der Beschilderung nach Hangalzesberg. Nun geht es steil das Ilzhochufer hinauf.

Nach einem einsamen Häuschen wird der Wanderweg zu einem geteerten Sträßchen, das uns weiter bergauf bis nach Hangalzesberg bringt. Den Ort durchqueren wir weiter aufwärts, vorbei an seiner kleinen Kapelle, bis wir am Ortsende auf eine querende Fahrstraße stoßen. Dieser folgen wir für knapp 600Meter nach links, dann weist uns die Beschilderung »Ilztalwanderweg Nr.2« links auf eine noch kleinere Straße. Wir wandern nun auf der Panoramastraße des Bubikberges, so nennt sich der Aussichtshügel rechts von uns. Nach Süden fällt das Ilztal steil ab und dahinter reiht sich ein schier endloses Hügelmeer.

Wir marschieren auf den kleinen Weiler Kirchberg zu, stoßen jedoch zuvor auf die größere Straße, die nach Perlesreut führt. Ein auf der gegenüberliegenden Seite verlaufender Fuß- und Radweg bringt uns nach links verkehrsfrei bis zur Abzweigung nach Kirchleiten. Nun haben wir den höchsten Punkt der Wanderung erreicht.

An den ersten Häusern von Kirchleiten biegen wir links, passieren einen großen Landmaschinenbetrieb und wandern nach Ellersdorf hinab. Vorbei an der Kapelle geht es weiter abwärts, an der Weggabelung halten wir uns links und schon sind wir wieder am Ufer der Ilz angelangt.

Jetzt sind wir im Dießensteiner Naturschutzgebiet der Oberen Ilz unterwegs. Hier präsentiert sich der Fluss in einem anderen Licht. Wilder und rauschender geht es alsbald zwischen hoch aufgetürmten Felsbrocken dahin. Entlang dieses wilden Ilz-Abschnittes gibt es komfortable Liegen für müde Wanderer, aber auch einige Tafeln mit Sinnsprüchen sowie Rastbänke.

Im leichten Auf und Ab erreichen wir die Brücke am Dießensteiner Wehr mit ihrer gleichnamigen Mühle. Hier sollen sogar seltene Fischotter leben. Wer möchte, unternimmt einen Abstecher auf die andere Seite des Flusses zur Burgruine Dießenstein. Ansonsten bleiben wir unserer Wanderseite treu und weiter in Flussnähe. Wir marschieren um eine weitere Ilzschleife, die wir sogar ein wenig abkürzen, weil der Weg nicht mehr unmittelbar am Ufer verläuft. Dann geht es an einer Wiese entlang und schon sind wir zurück an der Schneidermühle mit der großen Brücke, unserem Startplatz.

Touren-Charakter

Rundweg mit steilem Aufstieg nach Kirchberg

Ausgangspunkt

Wanderparkplatz Schneidermühle

Endpunkt

Wanderparkplatz Schneidermühle

Die Ilz

In Passau entlässt die Ilz ihr braun gefärbtes Wasser in die Donau. Sie entspringt im Nationalpark Bayerischer Wald dicht an der böhmischen Grenze und setzt sich aus drei Flüssen – der Kleinen und der Großen Ohe sowie der Mitternacher Ohe – zusammen. Erst ab der Ettlmühle bei Eberhardsreuth nennt sich der Fluss Ilz.

Unser Aussichtstipp

Ein Ausflug zum Aussichtpunkt Ilztalblick bei Kirchberg lohnt sich. Dort sieht man, wie tief sich die Ilz im Lauf der Jahrmillionen zwischen den geschwungenen Hügeln des Bayerischen Waldes ihren Weg gesucht hat.

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