JBerg-Verlag
Bergwandern
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Wandern Alpenregion Tegernsee-Schliersee: Auf die Holzeralm

Anspruch:
mittel
Dauer:
04:00 Std.
Länge:
13 km
Aufstieg:
550 m
Abstieg:
550 m

Almidylle mit Hollerbusch. Etwas versteckt auf einer Almwiese hoch überm Nordufer des Tegernsees liegt die Holzeralm mit ihrem wunderbaren Ausblick zum Hirschberg. Die private Alm ist unbewirtschaftet, weshalb wir im oft überfüllten Tegernseegebiet hier für uns allein sind.

Beschreibung

Wir starten vom Bahnhof in Gmund und wandern auf dem Gehweg entlang der Bundesstraße nach links in Richtung Bad Wiessee. Wir queren die Gleise und erreichen kurz darauf das Gut Kaltenbrunn, das in herrlicher Lage auf einer Anhöhe über dem Tegernsee thront. Hier gab es früher ein Wirtshaus mit Biergarten, es war leider für einige Jahre geschlossen. 2015 soll es wieder eröffnen und so merken wir uns die Einkehrmöglichkeit für den Rückweg vor. In Höhe der Gebäude von Kaltenbrunn queren wir die Straße und wandern auf der kleinen abzweigenden Teerstraße in den Max-Obermayr-Weg. Durch den Wald erreichen wir dann den Weiler Holz. Dort biegen wir gleich am Beginn nach rechts ein, das ist der Hainznhöhe Weg, an dem die Holzer­alm bereits ausgeschildert ist. Leicht bergauf kommen wir zu einem Wegedreieck, hier folgen wir rechts nun stets der Straße, wobei wir uns bei den nächsten Häusern nochmals rechts halten. So kommen wir nach Schneiderhäusl. Wir biegen links ein und passieren die nette kleine Hauskapelle, die Irenenkapelle, die gegenüber eines Privathauses erbaut wurde. Auf einem Feldweg wandern wir nun auf den Waldrand zu. Nachdem wir eine große Stromleitung unterquert haben, halten wir uns links und gehen auf einem deutlich kleineren Weg am Wiesenrand entlang.

Dieser Weg biegt bald leicht nach rechts ab und steigt jetzt steiler bergan. Zum Glück sind wir im schattigen Wald, daher wird es nicht zu anstrengend. Unser Weg stößt an einer Kurve auf eine breitere Forststraße: Ihr folgen wir nach links und biegen kurz darauf wieder nach links in den kleineren Wanderweg ein. Dieser führt wieder durch den Wald und stößt dann erneut auf die Forststraße, der wir wiederum nach links folgen. Nach ca. 350 Metern wenden wir uns nach links auf den Wanderweg, der sich sofort teilt. Wir halten uns rechts und steigen das letzte Stück steil im Wald über das Jägerstiegl hinauf.

So treten wir vom höchsten Punkt kommend auf die Almwiesen der Holzeralm hinaus. Auf dem Wiesenpfad steuern wir das kleine Gipfelkreuz an. Hier haben wir nun unser Aufstiegspensum für heute geschafft, müssen nur noch auf das Bankerl fallen und die Aussicht genießen. Von links zwinkert uns der Tegernsee mit dem Wallberg zu, vor uns liegen Hirschberg, Roß- und Buchstein sowie Fockenstein. Auffällig ist der große Holunderbusch, der direkt neben uns mitten auf der Almwiese steht und dessen Pflanzung genau an dieser Stelle wohl tieferen Sinn hat.

Der schwarze Holunder ist in Bayern als Holler bekannt. Dieser Name weist auf die uralte Verbindung des Strauches zur vorchristlichen Erdgöttin Holle hin, die im Märchen der Gebrüder Grimm die Christianisierung überlebt hat. Damit hängt wohl auch der alte Brauch zusammen, neben Scheunen oder Almen

einen Hollerstrauch zu pflanzen. Der soll nämlich gegen Blitzschlag schützen, was augenzwinkernd bestätigt wird, obwohl

jeder weiß, dass ein Blitzableiter der sinnvollere Schutz ist.

Nach der Rast steigen wir die wenigen Höhenmeter hinunter zur kleinen privaten Holzeralm. Von dort folgen wir weiter geradeaus dem Wiesenweg. »Bad Wiessee über Jägerwinkel« ist bereits ausgeschildert. Wir kommen wieder in den Wald und, vorbei an einigen mächtigen Wetterfichten, geht es nun eigentlich ständig bergab. Nach einer Regenperiode kann dieser Abschnitt etwas feucht und rutschig sein. Bald kreuzen wir einige Wege und erreichen schließlich nach zwei Kurven den Ortsrand von Bad Wiessee am Breitenbachtal.Hier halten wir uns links und folgen der Beschilderung nach Gmund/Kaltenbrunn über den Golfplatz von Bad Wiessee. Ab hier ist der restliche Weg nur noch ein gemütlicher Spaziergang, denn Steigungen sind nicht mehr zu meistern. Stets der Beschilderung folgend, erreichen wir so wieder den Weiler Holz, den wir vom Hinweg bereits kennen. Eine kurze Pause sollten wir noch an der Kapelle in Holz einlegen, um die vielen schönen Reimsprüche zu lesen, die auf der Hausmauer stehen. Sie wurden zu wichtigen geschichtlichen Daten verfasst. Gegenüber können wir am Donnerstag und Freitag im urgemütlichen Boarhof einkehren. Neben einem Dorf­laden gibt es dort auch einen Bauernschank mit selbst gemachten Brotzeiten.

Ab hier kennen wir den Rückweg, wobei wir allen Wanderern ans Herz legen, ab dem Gut Kaltenbrunn auf den Wanderweg nach rechts hinunter zum See auszuweichen. Dieser ist sehr viel schöner, auch wenn so einige – aber überschaubare – Höhenmeter hinzukommen. Auf diesem Weg passieren wir das Gmunder Strandbad, wo wir im Sommer auch noch in den See springen können. Die letzten Meter dieser Bergtour führen dann bereits am Mangfallufer entlang, der einzige Abfluss, den der Tegernsee hat. Dann queren wir wieder die Gleise und müssen uns nur noch links halten, zurück zum Gmunder Bahnhof.

Touren-Charakter

Technisch einfache, aber etwas längere Wanderung meist auf breiten Wanderwegen und schmäleren Waldwegen, ohne technische Schwierigkeiten. Wegen vieler Abzweigungen im Wald ist etwas Orientierungssinn nötig. Der Anstieg erfolgt relativ steil, dafür angenehm schattig im Wald.

Ausgangspunkt

Bahnhof von Gmund am Tegernsee

Endpunkt

Bahnhof von Gmund am Tegernsee

Holunder und mehr

Nicht ins Reich der Sagen und Legenden darf man die heilenden Kräfte des Hollers verweisen. Seine Früchte und Blüten haben den Weg in die moderne Pflanzenheilkunde gefunden. Wobei sie uns auch als Hollerküchlein (in Teig getunkte und herausgebackene Blütendolden) oder als Hollersirup aus den Blüten oder Früchten äußerst gut schmecken.

Unser Badetipp

Im Sommer Badesachen nicht vergessen! Am Ende der Tour kann man bei Gmund in den Tegernsee hüpfen.

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Bitte beachten!

Für die Richtigkeit und Aktualität der Angaben kann trotz größtmöglicher redaktioneller Sorgfalt keine Haftung übernommen werden. Insbesondere bei GPS Daten können Abweichungen nicht ausgeschlossen werden.
Sicher unterwegs: Ein glücklicher und erfolgreicher Tag in der Natur setzt nicht nur die richtige Vorbereitung, sondern auch auch verantwortungsbewusstes Handeln auf Tour voraus. Das solltet ihr bei der Tourenplanung immer beachten.