JBerg-Verlag
Bergwandern
wandern

Wandern Alpenregion Tegernsee-Schliersee: Auf den Suttenstein

Anspruch:
mittel
Dauer:
03:15 Std.
Länge:
9 km
Aufstieg:
650 m
Abstieg:
650 m

Zwischen Tegernsee und Spitzinggebiet. Das Gebiet zwischen Tegern- und Spitzingsee ist durch die Sutten- und Stümpflingbahn gut erschlossen. Die meisten Wanderer haben jedoch Ziele wie die Bodenschneid oder den Roßkopf und lassen den kleinen, aber feinen Suttenstein unbesetzt.

Beschreibung

Wir starten vom Parkplatz und queren die Mautstraße in Fahrtrichtung gesehen auf ihre linke Seite. Dort beginnt der Wanderweg, der zur Lukas-Alm und Bodenschneid/Roßkopf bzw. zum Stümpfling beschildert ist. Der angenehm breite und schattige Weg führt bergauf, von rechts stößt kurz darauf der Wanderweg von der Suttenbahntalstation zu uns. Auf ihm werden wir am Abend zurückkommen. Jetzt geht es zackig aufwärts. Neben uns plätschern Bäche und wir passieren sehr viele private Almhütten, wie es sie in kaum einem anderen Wandergebiet gibt. Man spürt eben auch hier im hintersten Winkel des Tegernseer Tales die Beliebtheit dieser Region, denn sicherlich dient kaum eine dieser Hütten dem Alm- oder Forstbetrieb eines hiesigen Bauern. Bald unterqueren wir die Sessellifte der Suttenbahn und erreichen die hübsche Lukas-Alm, die den meisten von uns noch als Bäckeralm in Erinnerung ist und auch als solche in fast allen Karten verzeichnet ist. Kurz dahinter biegen wir links auf den nun steiler ansteigenden kleineren Wanderweg ein und erreichen auf ihm das Almgebiet der Unteren Suttenalm. Über unseren Köpfen schwebt nun wieder die gleichnamige Bahn, während wir die Almhütte passieren. Dahinter stoßen wir auf eine kleine geteerte Zubringerstraße, der wir bis zur Schranke folgen.

Dann biegen wir links in die nächste Forststraße ein, die vorbildlich zum Stümpfling und Roßkopf beschildert ist. Mit schönster Aussicht nach Westen auf den Blankenstein und Risserkogel und auf die Rückseite des Wallbergs wandern wir zum Waldrand und folgen der neu angelegten Straße noch für eine Serpentine aufwärts. Mit dieser Straße wurde der direkte Zustieg vom Besitzer der Oberen Suttenalm, für ihn zum Vorteil gereichend, von seinem Grund und Boden weggelenkt. Im Wald trifft man dann wieder auf den ursprünglichen Wanderweg, der sich hier teilt. Rechts führt die schnellere Variante direkt zur Bergstation der Suttenbahn – das wird unser Rückweg sein. Wir wählen links den kleineren und weniger gepflegten Wanderweg, der nun zur Bodenschneid über Suttenstein ausgeschildert ist. Nach einer längeren Regenperiode kann dieser Aufstieg sehr rutschig sein, denn Lehm drückt überall durch den Erdboden und macht ihn äußerst batzig. Ein wenig Vorsicht ist geboten. Schnell gewinnen wir an Höhe und treffen am Fuß des Suttensteins auf die große aufragende Felswand im Wald. Der Weg führt geschickt daran aufwärts vorbei und wir sehen über uns schon eine Hangkante. Trotzdem überrascht uns der Anblick, wenn wir durch das Viehgatter auf die freien Almwiesen nach oben geschlüpft sind: Ganz unvermittelt sind wir im Spitzingseegebiet gelandet! Etwas tiefer von uns liegt die Untere, darüber die Obere Firstalm. Dahinter ragt die Brecherspitze auf und versperrt den Blick ins Tal zum Schliersee. Etwas nach rechts, in der Senke, können wir den Spitzingsee erahnen, wenn auch nicht erblicken. Dahinter setzt dann der große Reigen der Spitzingseeberge ein. Nach links sind es nun nur noch wenige Schritte und wir stehen auf dem Suttenstein.

Wie der Name schon sagt, handelt es sich nicht um einen Gipfel, sondern einen Felsen, der nach Westen abfällt. Gekrönt von einer Bank, öffnet sich dort der Blick hinüber zu den felsigen Spitzen des Blankensteins, daneben liegen Risserkogel und Wallberg. Nach Süden hingegen hinter dem Schinder kann man mit etwas Glück bei klarem Wetter sogar bis zu den Zillertaler Alpen sehen und die Wildkarspitze entdecken.

Nach einer Rast können noch jede Menge Alternativtouren in Erwägung ziehen. Bis zum Gipfel auf die Bodenschneid ist es von hier noch ca. eine Stunde einfache Gehzeit. Wer Lust auf eine Rast hat, kann zu den Firstalmen hinübermarschieren, wobei man ehrlich zugeben muss, dass man von dort definitiv weniger Aussicht hat als vom Suttenstein.

Für den Abstieg gehen wir vom Felsen das Stück zurück bis zu der Stelle, wo wir aus dem Wald heraufgestiegen sind. Diesmal bleiben wir geradeaus und wandern mit bester Sicht über die Wiesen ein letztes Stück bergauf, der Beschilderung zur Suttenbahnbergstation folgend. Hier erreichen wir an einem Wiesenbuckel, auf den im Winter ein Schlepplift heraufführt, den höchsten Punkt dieser Tour. Es geht wieder leicht bergab und dann müssen wir uns entscheiden: Wer mit der Bahn bequem abwärtsschweben will, kann sich an der Bergstation ein Ticket kaufen; für Kinder gibt es dort einen netten Spielplatz, während die Großen vielleicht noch in der Jagahüttn einkehren wollen.

Diejenigen von uns, die zu Fuß absteigen wollen, biegen wenige Meter vorher auf die breite Almstraße rechts ein und steigen über die Skipiste hinab, bis wir an der Oberen Suttenalm wieder auf den bekannten Weg stoßen. Diesmal in entgegengesetzter Richtung geht es bis kurz vor die Lukas-Alm zurück. Nun können wir entweder direkt über die Moni-Alm (Einkehrmöglichkeit) oder nach links über den Berggasthof Hafner Alm, die beide mit wirklich leckerer Küche hungrige Bergsteiger verwöhnen, ins Valepper Tal absteigen.

Für das letzte Stück zurück folgen wir der Mautstraße talauswärts, also nach rechts bis zur Suttenbahntalstation. Vom dortigen Parkplatz gibt es einen Verbindungsweg parallel zur Mautstraße zurück bis zu unserem Startplatz.

Touren-Charakter

Bergtour meist auf breiten Wanderwegen. Nur der Schlussanstieg zum Suttenstein führt über einen Bergpfad. Mit der Bergbahn kann der Abstieg verkürzt werden. Die umgekehrte Reihenfolge ist nicht zu empfehlen, denn das steile Wegstück vom Suttenstein hinunter ist schwieriger.

Ausgangspunkt

Parkplatz Hagelstube in Enterrottach

Endpunkt

Parkplatz Hagelstube in Enterrottach

Einkehr

Unterwegs gibt es die Lukas-Alm (Mittwoch Ruhetag), an der Bergstation die Jagahüttn und beim Abstieg die Hafner Alm (Montag/Dienstag Ruhetag) oder Berggasthof Moni-Alm.

Lust auf mehr?
Noch mehr Bergtouren für Langschläfer
Erlebe alle Touren aus dem Guide!
Der Bestseller geht in die dritte Runde! 33 neue Touren für Spätfrühstücker in die bayerische Bergwelt nach bewährtem Konzept
Bitte beachten!

Für die Richtigkeit und Aktualität der Angaben kann trotz größtmöglicher redaktioneller Sorgfalt keine Haftung übernommen werden. Insbesondere bei GPS Daten können Abweichungen nicht ausgeschlossen werden.
Sicher unterwegs: Ein glücklicher und erfolgreicher Tag in der Natur setzt nicht nur die richtige Vorbereitung, sondern auch auch verantwortungsbewusstes Handeln auf Tour voraus. Das solltet ihr bei der Tourenplanung immer beachten.