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Erlebnis Wandern
wandern

Wandern Allgäu: Von Füssen zum Schwansee

Anspruch:
leicht
Dauer:
03:10 Std.
Länge:
9 km
Aufstieg:
350 m
Abstieg:
350 m

Wandern mit königlichem Blick. In und rund um Füssen ist immer viel los. Menschen aus allen Ländern wollen die Stadt besuchen, an die König Ludwig II. sein Herz verlor. Aber nur wenige Besucher wandern auf den Kalvarienberg, der eine ungeahnt schöne Aussicht auf die Stadt, die Königsschlösser und das Alpenvorland zu bieten hat.

Das hohe Schloss bewacht die Stadt Füssen.wandern, leicht
Das hohe Schloss bewacht die Stadt Füssen.© Lisa Bahnmüller, Wilfried Bahnmüller
Beschreibung

Durch die Altstadt 

Wir beginnen im Zentrum von Füssen, am oberen Ende der Reichenstraße beim Stadtbrunnen, auf demder heilige Magnus den bösen Drachen, der die vorchristlichen Religionen symbolisiert, bezwingt. Mit Blick zum Schloss wenden wir uns nach links in die Ritterstraße und gehen an der Benediktinerabtei St. Mang vorbei. Auf der linken Straßenseite können wir der bunt bemalten Spitalkirche einen Besuch abstatten. Dann queren wir den Lech und wandern auf der Tiroler Straße für 200 Meter nach rechts zur Kirche »Unserer Lieben Frau am Berg«, die auf der anderen Straßenseite liegt.

Kalvarienberg 

Wir queren die Straße und steigen am Gotteshaus über Treppen aufwärts. Vorbei an den Kreuzwegkapellen gewinnen wir rasch an Höhe. Wir passieren eine neugotische Gedenksäule und kurz darauf die Marienkapelle am Rand der Hirschwiese. Der Weg windet sich weiter nach oben und dann sehen wir schon den Kalvarienberg. Hier sind mehrere Kapellen übereinandergebaut, ganz oben ist die Kreuzigungsgruppe. In der unteren Kapelle finden wir ein interessantes Panoramagemälde, das Jerusalem zeigt. Der Stadtplan entspringt fast völlig der Fantasie des Künstlers, aber er hat es geschafft, alle wichtigen biblischen Orte darin unterzubekommen. Von der obersten Plattform liegt uns die Stadt Füssen zu Füßen. Erst von hier sehen wir die beeindruckende Größe des St.-Mang-Klosters und des Hohen Schlosses. Links öffnet sich schließlich das Lechtal und rechts die Füssener Seenplatte mit dem Forggensee und Bannwaldsee.

Zum Schwansee 

Nach der Schaurast steigen wir auf der linken Flanke von der Aussichtsloge ab und wandern bis zur Wegegabelung. Hier wählen wir den rechten Pfad abwärts und folgen der Beschilderung zum Schwansee auf dem »Drei Schlösser Weg«. Nach dem steileren Abstieg stoßen wir auf einen breiteren Wanderweg, dem wir nun nach links bis zur Talsohle folgen. Vor uns liegt schon der Schwansee, der im Sommer zum Baden verführt. Auf unserem Seerundweg, der nun links beginnt, treffen wir auf einige Badestellen und Stege. Der Schwansee gehörte eigentlich zum ehemaligen Hohenschwangauer Schlosspark, der nach Plänen von Peter Joseph Lenné angelegt wurde. Der Gartenarchitekt integrierte im 19. Jahrhundert den Schwansee mit seinen Mooren und Feuchtwiesen perfekt in die weitläufige Parklandschaft. So ist der kleine See, auch wenn er stellenweise stark bewachsen ist, noch immer ein idyllisches Kleinod. An vielen Stellen wuchern Seerosen, Libellen jagen sich über dem dunklen Wasser und das Schilf wogt im warmen Fönwind. Unvergesslich und einzigartig ist auch der wunderbare Ausblick auf Schloss Neuschwanstein. Am östlichen Seeufer teilen sich dann die Wege und wer noch genügend Energie hat, kann von hier in gut 20 Minuten bis zum Schloss Hohenschwangau weitermarschieren. Ansonsten gibt der See weiter die Richtung vor und wir wandern über das schattige Südufer zurück.

Ziegelwieser Naturerlebnis 

Wieder stoßen wir, nur wenige Meter versetzt, auf den Wanderweg, den wir vom Hinweg schon kennen. Wir gehen nicht den gleichen Weg zurück, sondern wenden uns hier nach links und folgen dem Weg in den Wald hinein. Kurz darauf teilt er sich, wir halten uns links und folgen der Beschilderung zum Walderlebniszentrum Ziegelwies. Fast schnurgerade führt der Weg durch den Wald, wobei wir noch einmal leicht an Höhe gewinnen. Schließlich, wenn der Alpenrosenweg in unseren Wanderweg mündet, stehen wir an einer Wegegabelung. Nach rechts können wir dem ausgeschilderten Märchenweg folgen. In Holzkästen lesen wir unterhaltsame Märchen aus der ganzen Welt. Der Weg führt in einem Bogen zu unserem Wanderweg zurück, wer also keine Lust auf Märchen hat, kann auch einfach geradeaus weiterwandern. Beide Wege treffen am Bergwald­pfad des Naturerlebniszentrums Ziegelwies wieder zusammen. Hier liegen wie in einem Zauberwald große Felsbrocken zwischen knorrigen Bäumen. Der Waldboden ist dicht mit Wurzeln überzogen. Die spannenden Mitmachstationen auf dem Erlebnisweg bereiten nicht nur Familien mit Kindern große Freude. Wer möchte, kann hier zu einem Rundweg über den Schutzwald-Lehrpfad nach links aufbrechen. Ansonsten folgen wir einfach den Stationen bergab und passieren dabei Kletter-Spinnennetze, Baumtelefone und Kletterbalken. Schließlich treffen wir unten an der Grenze zwischen Tirol und Bayern auf die große Staatsstraße. Der direkte Weg zurück führt an ihr entlang. Viel lustiger ist es, sich auf der anderen Straßenseite auf den nächsten Erlebnisweg, den Auwaldpfad, zu stürzen. Hier gibt es den großen Baumkronenweg, der für uns aber noch einmal einen Abstecher nach links bedeutet. Ansonsten führt der Weg erneut an Aktivstationen vorbei am Lechufer durch den Auwald.

Lechfall 

An seinem nördlichen Ende steigen wir dann gut gelaunt ebenfalls zur Straße empor und stehen nach wenigen Metern vor dem berühmten Lechfall. Hier finden wir den sagenumwobenen Magnustritt, zwei schuhförmige Abdrücke in einem Felsen. Der heilige Magnus, ein Missionar des Allgäus, soll hier, von wütenden »Heiden« verfolgt, mit einem gewaltigen Sprung über den Lech seinen Verfolgern entkommen sein. Wir haben es bequemer und queren den Fluss über den Steg. Nach rechts sind es nur zehn Minuten und wir stehen wieder im Zentrum von Füssen.

Touren-Charakter

Leichte Wanderung vorwiegend auf angenehm breiten Wanderwegen. Nur beim Auf- und Abstieg zum Kalvarienberg ist der Weg etwas steiler. Bademöglichkeit!

Ausgangspunkt

Füssen Reichenbachstraße (Stadtbrunnen), GPS: 47.5676, 10.6993

Endpunkt

Füssen Reichenbachstraße (Stadtbrunnen), GPS: 47.5676, 10.6993

Route

Füssen Kalvarienberg 1:00 Std., Übergang Schwansee 0:30 Std., Rundweg 0:40 Std., Rückweg Kalvarienberg 1:00 Std.

König Ludwig II. von Bayern

"Ein ewig Rätsel will ich bleiben mir und anderen", schrieb Ludwig einst an seine Erzieherin Sybille Meilhaus. Viel wird gerätselt um diesen König, der heute von der ganzen Welt bestaunt wird. Sein Satz sagt viel über seine Persönlichkeit aus. Seine Mutter öffnete ihm die Augen für die Schönheit der Natur, von Kind auf war er geprägt von den Bildern deutscher Geschichte, die er an den Wänden des Schlosses Hohenschwangau bewunderte. Ernüchternd muss dann die militärische Ausbildung gewirkt haben, die er bis zu seinem 17. Lebensjahr über sich ergehen lassen musste. Zugleich wurde ihm eine göttliche Berufung zum König eingetrichtert, eine Überzeugung, die ihn sein Leben lang nicht losließ. Dadurch entstand ein ungeheurer innerer Zwiespalt: auf der einen Seite seine Vorstellung des Königs als absolutem Herrscher, auf der anderen Seite die für ihn brutale Realität seiner begrenzten Macht. Das erklärt seine Flucht in die Einsamkeit und seine Bauwut, denn damit konnte er seine Welt bestimmen. Dass das seine Finanzen hoffnungslos überzog, übersah er großzügig.

So führte er ein Leben zwischen Träumen und rauer Wirklichkeit und war sich selbst bis zum Ende ein Rätsel. Aber eines ist sicher: Das Füssener Land, seine Heimat, hat er geliebt. Denn hier wuchs er auf und baute eines der schönsten Schlösser der Welt: Neuschwanstein. Nach der Wanderung bleibt bestimmt Zeit, sich die Altstadt von Füssen anzusehen oder eines der Königsschlösser zu besuchen.

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Bitte beachten!

Für die Richtigkeit und Aktualität der Angaben kann trotz größtmöglicher redaktioneller Sorgfalt keine Haftung übernommen werden. Insbesondere bei GPS Daten können Abweichungen nicht ausgeschlossen werden.
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