JBerg-Verlag
Bergwandern
klettersteig

Klettersteig Seefeld: Der Mittenwalder Höhenweg

Anspruch:
schwer
Dauer:
06:00 Std.
Länge:
8 km
Aufstieg:
1600 m
Abstieg:
350 m

Aus eigener Kraft zum Klettersteig-Klassiker. Die meisten Bergsteiger fahren mit der Seilbahn zum Nordende des Mittenwalder Höhenwegs hinauf. Wer aber von Scharnitz aus aufsteigt, unternimmt eine echte Powertour, bei der man schon lange vor dem Klettersteig tolle Aussichten genießt.

Beschreibung

Vom Bahnhof aus geht man hinab zur Hauptstraße und folgt dieser nach Süden bis kurz vor der Isarbrücke. Dort wendet man sich nach links und folgt der Inrainstraße. Es geht einem grünen Wegweiser »Brunnstein« folgend leicht bergan. Bald zweigt man nach links ab (Wegweiser »Brunnsteinspitze«) und sogleich auf einem Bergweg steiler aufwärts. Zunächst erfolgt der Anstieg im Waldgelände, dann gelangt man in die Latschenzone und erreicht über den breiten Pürzlgrat (auch Pirzl- oder Birzelgrat) ohne Orientierungsprobleme den Brunnsteinkopf, von wo man bereits eine tolle Aussicht hat. Von dort geht es teils noch im Latschengelände, teils auch über Geröllhänge weiter hinauf zur Brunnsteinspitze (auch Brunnensteinspitze, 2180 m). Der schmale Steig folgt weiter dem Kammverlauf zur Rotwandlspitze und führt von dort in Serpentinen hinab zur Wegkreuzung am Brunnsteinanger, wo übrigens bei Gewittergefahr ein Abstieg links (westlich) zur Brunnsteinhütte möglich ist. (Hinweis: Die hier östlich gelegene Tiroler Hütte ist übrigens nicht bewirtschaftet.)

Nun folgt man dem Wegweiser »Mittenwalder Höhenweg« nach Norden und steigt zunächst noch im leichten Gehgelände über einen breiten Rücken wieder bergan. Bald aber wird der Kamm deutlich schmäler und es folgen erste felsige, mit Stahlseilen gesicherte Passagen. Diese überschreiten aber nie die Schwierigkeitsstufe B der Klettersteigskala. Zudem überwiegen im Folgenden auch Gehpassagen, die man aber wegen ihrer teilweisen Ausgesetztheit nicht unterschätzen darf.

Nachdem man die Kirchlspitz erreicht hat, wendet sich der Mittenwalder Höhenweg etwas nach Osten und führt auf die Sulzleklammspitze zu. Diese wird schließlich östlich umgangen, wobei man durch eine gesicherte Felsrinne ein gutes Stück absteigt. Unterhalb der steilen Nordseite der Sulzleklammspitze wird ein Geröllfeld gequert, in dem sich im Frühsommer lange der Altschnee hält. Auf dieser nicht sehr langen Passage herrscht objektiv die größte Steinschlaggefahr.

Dahinter geht es wieder zum Gamsanger und somit zum eigentlichen Gratverlauf hinauf. Nach wie vor gut mit Stahlseilen gesichert, führt der Steig nun über die Südliche Linderspitze und über eine lange Leiter hinab zu »Am Gatterl«, wo sich der Abzweig zum Heinrich-Noé-Weg befindet. Man geht weiter geradeaus und somit auf einem letzten Anstieg zum höchsten Punkt der Tour, der Nördlichen Linderspitze (2374 m) weiter, wobei nochmals seilversicherte Passagen und eine letzte Leiter zu meistern sind.

An der Nördlichen Linderspitze endet der Mittenwalder Höhenweg und man befindet sich nun im Einzugsbereich der nicht mehr weit entfernten Karwendelbahn, mit der es knieschonend nach Mittenwald hinabgeht. Wer mit dem Zug angereist ist, kann gleich vom dortigen Bahnhof aus zurückfahren. Ansonsten muss man eine Station zum Ausgangspunkt in Scharnitz zurückfahren.

Touren-Charakter

Langer Zustieg und nicht schwe­rer, aber langer Klettersteig (Schwierigkeit B). Trittsicherheit erforderlich. Nicht bei Gewittergefahr unternehmen, im Sommer früh starten

Ausgangspunkt

Bahnhof Scharnitz (970 m)

Endpunkt

Bergstation Karwendelbahn (2240 m)

Ausrüstung

Geübte können den Mittenwal-der Höhenweg in Bergwan-derausrüstung bewältigen, im Zweifelsfall Klettersteigausrüs-tung mitnehmen.

By fair means

Wer die gesamte Tour by fair means unternehmen möchte, kann alternativ von der Bergstation über einen zwar gut markierten, aber teils sehr steilen Steig nach Mittenwald absteigen. Man braucht aber entsprechende Kraftreserven, vor allem was die Trittsicherheit anbelangt.

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Für die Richtigkeit und Aktualität der Angaben kann trotz größtmöglicher redaktioneller Sorgfalt keine Haftung übernommen werden. Insbesondere bei GPS Daten können Abweichungen nicht ausgeschlossen werden.
Sicher unterwegs: Ein glücklicher und erfolgreicher Tag in der Natur setzt nicht nur die richtige Vorbereitung, sondern auch auch verantwortungsbewusstes Handeln auf Tour voraus. Das solltet ihr bei der Tourenplanung immer beachten.