WINTERAUSRÜSTUNG

Warme Handschuhe: Worauf du achten solltest

Wer im Winter in den Bergen unterwegs ist, benötigt dicke Handschuhe, die aber beim Aufstieg vielleicht zu warm oder für die Brotzeit zu klobig sind. Warme Handschuhe mit Zweilagen-Konstruktion können hier ausgleichen. Hier erfährst du, worauf du achten musst.

Titelbild Winterhandschuhe
Mit den passenden Handschuhen heißt es: ab in die winterlichen Berge!© Pavel Kašák - stock.adobe.com

Egal, ob beim Skifahren, beim Winterwandern oder auf Schneeschuhwanderung: Wenn du im Winter draußen unterwegs bist, gehören warme Handschuhe zu deiner Pflicht-Ausrüstung.

Die winterlichen Temperaturen stellen aber besondere Anforderungen an deine Handschuhe. Kälte, Wind und Nässe: All diesen Dingen muss ein Handschuh standhalten. Dabei sollte er aber auch griffig und - je nach Einsatzgebiet - robust sein.

In diesem Ratgeber erfährst du, alles, was du über warme Handschuhe mit Zweilagen-Konstruktion für den Gebrauch bei extremer Kälte wissen musst.

Warme Handschuhe: Die wichtigsten Informationen im Überblick

In diesem Ratgeber findest du Informationen über

Was Handschuhe mit Zweilagen-Konstruktion auszeichnet

Grundsätzlich sind warme Handschuhe mit Zweilagen-Konstruktion variabler: Sie bestehen aus einem schützendem Außenhandschuh mit wasserdicht-atmungsaktiver Membran und Isolation und einem schweißleitenden Innenhandschuh.

Bei Wärme oder zum Hantieren mit Ausrüstung, wie Pickel, Schneeschuhen oder Stöcken lässt sich nur der möglichst feinfühlige (taktile) Innenhandschuh verwenden. Das kann entweder ein schnelltrocknender Liner oder ein eigenständig verwendbarer Fleecehandschuh sein.

Gängige Modelle von warmen Handschuhen sind:

Fingerhandschuhe und Fausthandschuhe

Bei warmen Handschuhen haben sich zwei Konstruktionsweisen etabliert:

  • Fingerhandschuhe
  • Fausthandschuhe

Fingerhandschuhe eignen sich durch die ausgeformten Finger sehr gut für die Handhabung von Gegenständen. Griffige Fingerhandschuhe sind daher beim Eisklettern oder bei Eistouren im Hochgebirge ein Muss.

Bei Fausthandschuhen ist das Hantieren mit Gegenständen schwieriger. Dafür wärmen sie deutlich effektiver als Fingerhandschuhe. Fausthandschuhe eignen sich bestens für Skitouren, Expeditionen oder all jene, denen schnell kalt in den Fingern wird.

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Bei Handschuhen mit Zweilagen-Konstruktion kommt es immer wieder vor, dass der Innenhandschuh ein Fingerhandschuh ist, während der Außenhandschuh die Form eines Fäustlings hat.

Eine spezielle Konstruktion ist das 2-in-1-System. 2-in-1-Handschuhe lassen sich als Fäustling tragen und bieten so besonders viel Wärme. Sie lassen sich aber auch zu Halbfinger-Handschuhen umfunktionieren, was bei warmen Temperaturen oder z.B. bei Felskontakt äußerst nützlich ist. Ein Beispiel für einen 2-in-1-Handschuh sind die Patagonia Better Sweater Gloves*.

Eine Mischung aus Fingerhandschuhen und Fäustlingen sind sogenannte Dreifinger-Handschuhe. Der Daumen und der Zeigefinger sind bei solchen Handschuhen ausgeformt, was zum Beispiel beim Skifahren oder beim Freeriden für einen optimalen Griff sorgt. Die anderen Finger stecken hingegen wie Fäustlinge in einer Kammer, was für Wärme sorgt. Ein Beispiel für einen Dreifinger-Handschuh ist der Ortovox Merino Freeride 3 Finger Glove*.

Isolation und Atmung von warmen Handschuhen

Die beste Isolation gegen Kälte bieten Hohlfasern wie Primaloft. Bestehen Handschuhe aus dünnerem Fleece, sorgt das meist für höhere Atmungsaktivität.

Achtung: Bei extremen Niedrigtemperaturen sollte man nur Fausthandschuhe verwenden!

Eine mit der meist etwas dehnbaren Außenhaut verbundene wasserdicht-atmungsaktive Membran mit verschweißten Nähten hält den Handschuh von außen trocken und winddicht.

Dafür reduziert die Membran die Dampfableitung von innen bei Aktivität. Ausgleichen lässt sich das bei Zweilagenhandschuhen mit dampfleitendem Gestrick des Außenhandschuhs und schnelltrocknendem Innenhandschuh.

Die Griffigkeit von Warmen Handschuhen

Auch die Handfläche sollte im Einsatz atmen können, wofür griffig gemachtes, weiches Ziegenleder optimal ist. Keinen besseren, aber einen robusteren Grip hat man mit unangenehm dichtem PVC und dem griffigsten Hypalon oder teildurchlässigen Besätzen aus Polyurethan (PU).

Fingerhandschuhe sollten die Durchblutung der Finger nicht behindern, also eher mittel als eng geschnitten sein (gilt bei Zweilagen-Handschuhen für beide zusammen). Eine Vorformung ist weniger wichtig als die tatsächliche Greiffähigkeit.

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Der Abschluss von warmen Handschuhen

Der Schwachpunkt von warmen Handschuhen ist ihr Arm-Abschluss. Während am Handgelenk mit Gummis, Riemen, Schnallen, Kletten und Zügen experimentiert wird, haben sich an der martialischen Stulpe über der Kleidung funktionelle Gummizüge mit Einhandbedienung als Abdichtung durchgesetzt. Eine Spezialität gegen Vereisung und "Bändelei" sind Doppelzüge (einer auf, einer zu).

Extras: Gut ausgestattete Zweilagen-Modelle haben eine abnehmbare Handschlaufe zur Sicherung gegen Verlust plus Fleecedaumen zum Schweißabwischen oder Brille putzen plus Zugschlaufe zum Ein- oder Ausschlüpfen plus Schnalle (Häkchen geht auch) zum Verbinden der Handschuhe im Rucksack oder beim Trocknen. Spezielle Eishandschuhe sollten über einen Knöchelschutz verfügen. 

Tipps vom Outdoor-Experten

  • Beim Kauf darauf achten, dass Stulpenzüge und Handgelenk tatsächlich abschließen (können zu weit sein).
  • Handfläche und -krümmung sollten so griffig sein, dass die Hand am Metall des Skistocks kaum verrutscht.
  • Je besser die Trocknung des Innen-handschuhs, desto effektiver die Wärmung des Gesamthandschuhs.
  • Auf Skitour im Idealfall mit vollwertigem Innenhandschuh (atmend) aufsteigen und mit gefüttertem (Faust-) Handschuh (dicht) abfahren.
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