Windegg, 2577 m

Die Traumtour über breite Rücken und durch weite Mulden sollte man nicht bei Nebel gehen, da es wegen des wenig strukturierten und weitläufigen Geländes Orientierungsprobleme geben kann.
Exposition - Ost / Lawinengefahr: gering bis mäßig. (Autor: Christian Schneeweiß)
20 km
1150 m
4.00 h
Zustieg - Siehe Schafleger (vorherige Tour). Aufstieg: Hinunter zur Fahrwegsverzweigung (ca. 30 Hm), kurz talein und einen rechts abzweigenden Fahrweg hinauf. Auf diesem südwestwärts an Ferienhäusern vorbei queren und nach Querung eines Bacheinschnitts Richtung Westen aufwärts in Serpentinen bis knapp unter die Almindalm (ca. 1700 m; links geht es zum Roten Kogel). Auf dem rechts abzweigenden Fahrweg durch dichten Wald ca. 0,7 km queren bis zum parkartigen, breiten Rücken des Windegg. Mäßig steil hinauf ins freie Gelände, wo man von einem Absatz unter einer Steilstufe A) nach rechts in die Seigesgruben queren kann (unterhalb 2100 m) oder B) rechts haltend über die Steilstufe hinauf und über Blockgelände rechts in die Seigesgrube queren kann (oberhalb 2100 m). Durch eine Serie von Mulden oder an deren linkem Rand (mit Stangen markierter Sommerweg) hinauf zu einem Sattel. Hier südwärts auf einen Rücken, der in einen leichten, oft freigewehten Blockgrat übergeht, der (Umgehungsmöglichkeit über westseitige Schleife) zum Gipfelkreuz führt (zu Fuß). Abstieg: Entlang der Aufstiegsroute (kurzer Gegenanstieg zur Hütte).

Schneeschuhtour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour20 km
Höhenunterschied1150 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSellrain im Sellraintal. Parkplatz an einer Haarnadelkurve über den Fotscherbach, 1100 m.
TourencharakterDas Stubaier Windegg ist relativ selten besucht, weil seiner Höhenangabe die magische Drei fehlt und weil der Zustieg zum Bergheim Fotsch sich in die Länge zieht. Dafür bietet die Umgebung ein abwechslungsreiches hochalpines Schneeschuhrevier für den konditionell bis alpinistisch fortgeschrittenen Schneeschuhgeher - vom leichten Schafleger (2405 m; siehe Tour 44) über den langen Roten Kogel (2832 m) bis zur anspruchsvollen Lüsener Villerspitze (3009 m), die man besser von der Potsdamer Hütte geht. Hier müsste man wohnen können! Am Wegrand reiht sich Ferienhäuschen an Skihüttchen, die Zugänge sind proper aus dem meterhohen Schnee gestanzt. Neben Skispuren arbeiten Bernd und ich uns die Serpentinen hinauf, bis rechts ein neuer Fahrweg abzweigt – seit dem letzten Schneefall unverspurt! Da rennen sie alle zum Ewigkeitshatscher des Roten Kogels und wissen gar nicht, was sie hier verpassen: Plötzlich lichtet sich der Wald, und wir spuren über glitzernde, makellos weiße Rundungen eines behäbigen Aussichtsrückens zwischen immer weiter auseinander stehenden und immer knorrigeren Zirben aufwärts. Plötzlich hören wir ein grunzendes Knurren: Kaum 20 Meter entfernt äugt ein Schneehuhnpärchen neugierig herüber, um zu schauen, was wir denn für seltsame Dinge treiben in ihrem ruhigen Revier. Dann streichen sie ab, um am Landeplatz wieder mit der Schneedecke zu verschmelzen. Als Liebhaber von heißen Badewannen statt kalten Duschen bereitet es uns besonderes Vergnügen, durch die lange Muldenreihe der Seigesgrube zum Sattel zu stapfen. Mit zunehmender Höhe brechen wir allerdings immer öfter mit unseren Moderns tief durch die Harschdecke; unsere Moderns haben, so praktisch sie in schwierigerem Gelände auch sind, einfach zu wenig Auflagefläche. Das letzte Stück spazieren wir zu Fuß über den blockübersäten Grat, immer wieder stolpernd, weil wir in der klaren, blauen, kalten Gebirgsluft überall hinschauen, nur nicht auf den Weg vor uns.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-WK 1 - 50 000 (mit Skirouten), Blatt 83, »Stubaier Alpen«; Freytag & Berndt-WK 1: 50 000, Blatt 241, »Innsbruck-Stubai-Sellrain-Brenner«.
VerkehrsanbindungAuto - Auf der Inntal-Autobahn A 12 bis Ausfahrt Zirl bzw. vom Zirler Berg auf der B 177 nach Zirl und über Kematen ins Sellraintal. Am oberen Ende des Hauptorts Sellrain (Kennzeichen: ca. 100 m lang dichte Bebauung) links ins Fotschertal Richtung Bergheim Fotsch. ÖV: Mit der Bahn bis Kematen. Mit Bus durchs Sellraintal bis Sellrain-Ort und abholen lassen vom Bergheim Fotsch.
GastronomieBergheim Fotsch, bewirtet ganzjährig außer November, 40 Übernachtungsplätze (unbedingt lange vorreservieren), Abholung von Sellrain möglich, Tel. 0664/2245572.
Höchster Punkt
Windegg, 2577 m
Unterkunft
Bergheim Fotsch, bewirtet ganzjährig außer November, 40 Übernachtungsplätze (unbedingt lange vorreservieren), Abholung von Sellrain möglich, Tel. 0664/2245572.
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