Schönbichl (2050 m), Zillertaler Alpen

Parkplatz (– Abkürzung) – Stinkmoosalm – Kreidlschlagalm – Waldstück – Klaushöhe – Schönbichl – retour.
Exposition - West, Nordwest/flach - Lawinengefahr: gering (Autor: Christian Schneeweiß)
10 km
800 m
4.00 h
Zu Fuß auf der Straße Richtung Gerlospass auf der Brücke über den Gerlosbach zu einem Hotel-Parkplatz, Schneeschuhe anschnallen und südostwärts neben der Loipe nordostseitig durchs Schönachtal frei einwärts spazieren zu einem Brückerl über die Schönach (sofern geräumt, hierher auch vom Ortsteil Oberhof mit dem Auto über den Gerlosbach südwestseitig durchs Schönachtal zu einem kleinen Parkplatz hinter dem Brückerl). Variante A - Rechts übers Brückerl, auf Forstweg (in der Skisaison Loipe, davor und danach geräumt) durchs Schönachtal einwärts gehen zur Stinkmoosalm (1348 m), davor links abzweigen und auf einem freien Fahrweg nordwärts aufwärts queren. Variante B: Auf dem Sommerweg Richtung Schönbichl ostwärts über einen Rücken hinauf, kurz durch Jungwald zu einem Fahrweg, über Sommerweg und Schlag rechts haltend weiter hinauf, einen kleinen Bach queren und über einen Almrücken aufwärts gehen zum freien Fahrweg, der von der Stinkmoosalm heraufkommt (anspruchsvoller, aber kürzer). Auf diesem nordostwärts in Serpentinen aufwärts oder diese abkürzend über die Almfläche hinaufstapfen zur neuen Kreidlschlagalm (1520 m). Am linken Rand einer Steilstufe auf einen Absatz und gerade auf schmaler Schneise in dichten Wald. Auf dem Sommerweg insgesamt rechts haltend ostwärts hinauf (deutliche, aber nicht häufige Markierungen an den Bäumen), ab 1720 m links aufwärts queren zum hier gratartigen Ansatz des Nordwestrückens der Klausenhöhe und rechtsseitig zu einem breiten freien Absatz hinauf queren (1790 m; Schlüsselpassage, die Orientierungsfähigkeit erfordert). Anfangs links des Rückens, dann diesem einen wunderschönen Kilometer hinauf folgend südostwärts über einen markanten Vorgipfel zur Klausenhöhe steigen (2039 m, Kuppe mit Stange) und im Linksbogen hinüber zum Gipfel des Schönbichl. Der Abstieg erfolgt entlang der Aufstiegsroute.

Schneeschuhtour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied800 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortGerlos (1245 m)
Ausgangspunktgroßer Ski-Parkplatz am Ortsende, 1250 m
TourencharakterObwohl das Skigebiet von Gerlos sich mit der Zeit wie eine Wucherung über die am Gerlospass liegenden Berge ausgebreitet hat, blieb der Schönbichl wie durch ein Wunder bisher von der Lifterschließung verschont. Die sanft geschwungene Bergkuppe erhebt sich frei wie eine glänzende weiße Riesenglatze als nördlichster Ausläufer der Zillertaler Alpen über der plateauartig ausgebreiteten Filzenalm. Dorthin steigt man zwar problemlos über angenehm geneigte Almflächen auf. Für die Rechts-Links-Schleife durch den Wald zum langen Rücken sollte man aber schon Orientierungskenntnisse mitbringen – obwohl man meist den Skispuren der Einheimischen folgen kann, die den lawinensicheren Geheimtipp bereits gemacht haben. Für den irritierten Blick ins Skigebiet von Gerlos bei der ausgedehnten Gipfelrast nach Norden entschädigt das Panorama der Reichenspitzgruppe der Zillertaler Alpen reichlich - Im Südwesten stechen die verschneiten Felsflanken des im Sommer so beliebten Brandberger Kolms ins Auge, vor denen sich der unscheinbare Torhelm nur dank seines weißen Winterkleids deutlich abhebt. Er verdeckt die, wie mit dem Messer abgehackte, Gerlossteinwand oberhalb von Hainzenberg, die bei der Herfahrt aufgefallen ist. Davor bleibt der Blick an einem dem Schönbichl ähnelnden Bergplateau mit der Glocke der Kirchspitze hängen, das leider zum Liftareal der Fürstalm gehört. Im Süden endet das wilde Schönachtal mit seinen völlig unerschlossenen Bergen im Kessel des Schönachkeeses, während überm parallelen Wildgerlostal keck die Reichenspitze über der steilen Firnflanke des Gabler aufragt, die im Spätwinter mit den Girlanden der Abfahrtsspuren garniert ist. Und im Südosten verdeckt die Wildkarspitze den Großvenediger in den Hohen Tauern. Wer von so viel Schauen noch nicht genug hat, der kann nach dem Abstieg auf der Rückfahrt der Wallfahrtskirche Maria Rast am Hang zwischen Hainzenberg und Zell einen Besuch abstatten und im Spätwinter die Frühlingsstimmung genießen. Man kann aber auch etwas oberhalb, an der Kehre vorm Ortsende von Hainzenberg, sich ein Schaubergwerk ansehen und in den Berg einfahren: Hier wurde ab dem 15. Jahrhundert von den Knappen der »Gewerkschaft« Schwaz Gold abgebaut. In den Tuxer Bergen gegenüber schürften sie vor allem Kupfer, aber auch Blei, und in Fügen sogar Eisenerz, das in Finsing verhüttet wurde: Das Zillertal wurde damals Teil eines Bergbaureviers, dessen Herz die Hütte von Jenbach bildete, in der so ziemlich jedes Metall verarbeitet wurde. Möglich wurde diese Expansion durch die Verpfändung der Bergbaurechte an die umtriebigen Fugger, denen Kaiser Karl V. seine – zur Bestechung bei der Kaiserwahl aufgenommenen – Schulden nicht zurückzahlen konnte.
Beste Jahreszeit
KartentippAlpenverein 1 - 25000, Nr. 35/3 »Zillertaler Alpen/Östliches Blatt«; Kompass 1:50000, Nr. 37 »Zillertaler Alpen-Tuxer Alpen«
VerkehrsanbindungAuto - Auf der Salzburger Autobahn A8 und der Inntalautobahn A93/A12 bis Ausfahrt Achensee/Zillertal und durchs Zillertal einwärts bis zu einem Abzweig bei Zell am Ziller. Hoch Richtung Gerlos und hinter Hainzenberg den Gerlos talein. ÖV: Auf der Inntalstrecke Richtung Innsbruck bis Jenbach und mit der Zillertalbahn bis Zell am Ziller. Mit dem Bus Richtung Gerlos.
GastronomieJausenstation Stinkmoosalm (Skisaison/ Wochenende geöffnet); in Gerlos
Tipps
Schneeschuhtyp - Classics
Unterkunft
Wie Einkehr.
Tourismusbüro
Tourismusverband Gerlos, Tel. 0043/(0)5284/5244–0, www.gerlos.at

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