Rosskogel-Überschreitung, 1940 m

Abwechslungsreiche, aber anstrengende Tagestour mit Aufstieg über einen langen, aussichtsreichen Rücken, gefolgt von der »Muss-Variante« unterhalb der senkrechten Nordwände des Rofanstocks. Beste Kondition und Orientierungsvermögen sind Voraussetzung.
Exposition - West/Nord / Lawinengefahr: mittel. (Autor: Christian Schneeweiß)
Über die Brücke (Fahrweg) über die Steinberger Ache, nordostwärts hinauf und nach scharfem Rechtsknick zum Enterhof (ca. 1000 m). Südwärts weiter auf einem Absatz zum zweiten Fahrwegsabzweig (am ersten, nach ca. 1 km, kann man südostwärts durch Wald direkt relativ steil hinauf zum Ameiskogel). Über diesen kurz ostwärts, dann südwärts ansteigend zu einem freien Rücken (ca. 1250 m) und über diesen nordostwärts hinauf zum Ameiskogel (1518 m). Nahezu eben südostwärts durch lichten Wald anfangs auf einem Kamm zur Labeggalm (1545 m) und südwärts kurz steiler, dann flacher ansteigend und wieder abfallend über einen Kamm zum Joch (1652 m) über der Kreuzeinalm. Der folgende Aufschwung bis 1851 m kann bei viel Schnee direkt (Latschen, relativ steil), ansonsten nach ansteigender Linksquerung über den Nordostrücken erstiegen werden. Über einen weiteren Buckel zu einem weiteren Sattel und in Links-Rechts-Schleife, zum Schluss steil, südwärts zum Roßkogel. Abstieg - Westwärts hinab zu einem Westrücken und abschließend kurz steil abrutschen in die Senke des Zireiner Sees (1799 m). Immer westwärts über den Zireiner See (Einbruchgefahr am Westufer), kurz gegenüber hinauf und an Felstrümmern rechts haltend vorbei zum Marchgatterl (1905 m). Relativ steil abwärts zu einer weiteren See-Ebene (atemberaubender Blick auf den »Wächter«, der Rofanspitze, 2259 m), gegenüber hinauf und erst durch Felstrümmer weiter, dann links haltend in eine Senke unterhalb der Seekarlspitze, die westwärts ansteigt unter den Hochiss (150 Hm, knapp 1 Std.). Aus der Senke unterhalb der Seekarlspitze nordwärts durch ein Tälchen an den Hütten der Ampmoosalm vorbei (Biwakmöglichkeit, sofern sie nicht völlig eingeschneit sind) zu einer Senke vor einer Steilstufe (in den Senken befinden sich im Sommer Seen). Der folgende Abstieg durch das relativ steile, licht bewaldete Eselskar verläuft rechts eines markanten Bacheinschnitts: Kurz rechts queren, gerade zunehmend steiler hinunter (Moderns evtl. abschnallen, Classics in jedem Fall!) und steil links zum Beginn des Waldes queren oder gerade in ihn abrutschen (Passage mit mäßiger Lawinengefahr). Wieder mit Schneeschuhen relativ steil gerade hinunter, an der Engstelle des trichterförmigen Kars kurz unter Felsen über einen von rechts herunterziehenden Bacheinschnitt queren und hinunter zum Eselsbach. Östlich von diesem leicht rechtshaltend zum Beginn eines Fahrwegs am Bach (ca. 0,5 km). Erst gerade, dann in Links-Rechts-Schleife abwärts über den Bach und links von diesem nordwärts entweder abkürzend oder bei einer Jagdhütte zum »Hauptfahrweg« an der Grundache. Rechts (ostwärts) gemächlich auf diesem talaus, nach einem Tunnel (dahinter Wasserfall und Eiskerze) in die von Felsen und Schrofen gerahmte Rofanschlucht der Steinberger Ache und nordwärts in 0,5 Std. zum Ausgangspunkt.

Schneeschuhtour, einsame Schneeschuhtouren
Schneeschuhtouren Tirol

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour24 km
Höhenunterschied1150 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSteinberg am Rofan. Parkplatz in der Schlucht der Steinberger Ache, ca. 880 m (bei Abstieg entlang Aufstiegsroute wenn möglich am Enterhof parken, 1000 m).
TourencharakterDie wohl längste und spektakulärste Tour im Rofangebirge beginnt im Eiskeller des Rofantals. Man muss schon eine Weile dahinwandern (genauer - durch die Stille spuren), um am Ameiskogel die ersten Strahlen der Sonne zu erreichen, die einen ab da den ganzen, nicht immer einfachen Kamm bis zum abschließenden Rosskogel linksseitig begleitet. Während sich zuvor keine Menschenseele blicken ließ, steht man hier unerwartet über dem wimmelnden Skizirkus der Sonnwendjochbahn (aus dem Inn- tal). Auf dem Abstecher über die weiße Ebene des Zireiner Sees zu den Rofanwänden kann man mit etwas Glück sogar Kollegen begegnen. Kurz darauf steht man staunend vor der wie mit der Wasserwaage ausgerichteten Nordostkante des Rofanstocks unter dem scheinbar allseitig überhängenden Kopf des »Wächters« (Rofanturm) und – nach längerem Marsch – im Angesicht der 300 Meter nahezu lotrecht abbrechenden grauen Plattenpanzer und Kalkwände von Seekarlspitze und Hochiss. Der anfangs keineswegs problemlose Abstieg durch das Eselskar zum Rofantal wartet mit einer letzten Überraschung auf: Nach dem Tunnel steht man unter einem gefrorenen Wasserfall.
Beste Jahreszeit
KartentippAlpenvereinskarte 1 - 25 000, Blatt 6, »Rofan«; Kompass-WK 1:50 000 (mit Skirouten), Blatt 28, »Achensee-Rofan-Zillertal«.
VerkehrsanbindungVon München bzw. aus dem Inntal zum Nordende von Achenkirch. Von hier hinauf nach Steinberg, annähernd eben zum Ortsbeginn, an einer Straßengabelung halb links Richtung Rofanschlucht/Schauertal und erstes Sträßchen rechts hinab (nicht immer geräumt; Schneeketten mitnehmen!).
GastronomieIn Steinberg, z.B. Gasthof Waldhaus.
Höchster Punkt
Rosskogel-Überschreitung, 1940 m
Unterkunft
In Steinberg, z.B. Gasthof Waldhaus.
Tags: 
Mehr zum Thema