Piz Tasna, 3179 m

Überwiegend nordseitige Tour, die wegen ihrer Länge Kondition, wegen des oberen Gletschers bei sehr sicherheitsbewussten Gletscherausrüstung und wegen des steilen Gipfelgrats Alpinerfahrung verlangt; Steigeisen obligatorisch! Gute Sicht über südliche Silvretta und Graubünden.
Exposition - Nordwest/Nordost. / Lawinengefahr: gering bis mäßig. (Autor: Christian Schneeweiß)
Zustieg - (Siehe Tour Ils Gips/Ils Chalchogns) A) Über die Trisanna und per Überführung zur Silvrettabahn, aufwärts zum Beginn der Piste, über diese das Fimbatal hinauf und dem Fimbabach auf planiertem Skiweg folgend talein zur Wiesbadener Hütte (2264 m, 900 Hm, 5 Std). B) Über die Trisanna und per Unterführung am Silvretta-Center vorbei zur querenden Hauptstraße des Dorfs (bis hier Fußgängerzone), eine schräg gegenüber spitzwinklig nach links abzweigende Straße nehmen und nach deren Rechtsbogen (vor der Kirche) die zweite Straße rechts zum Hotel Piz Tasna nehmen. Hier nach dem Raupenbus des Hüttenwirts fragen (Transport ca. 20 €). Aufstieg: Zum Joch Ils Gips: Ostwärts via Stauwerk über das Fimbatal, links haltend aufwärts queren (steile Stelle) zum Beginn eines schwach ausgeprägten Nordwestrückens und in Rechts-Links-Schleife mäßig steil um diesen herum zu einem ausgeprägten Absatz. In Rechts-Links-Schleife weiter zum Beginn einer Mulde und links von dieser hinauf (evtl. Lawinengefahr) zum Joch am Ils Gips (2593 m). Zum Ils Chalchogns (nur mit Moderns!): Rechts haltend zum Beginn des Nordgrats des Ils Chalchogns und auf diesem aufwärts möglichst über freigeblasene Zonen, oben evtl. in die Nordwestflanke ausweichend (dort Lawinengefahr) zum Vorgipfel und auf schmalem Grat (links Wechten; evtl. teils zu Fuß) zum Hauptgipfel. Aufstieg: Rechts des Kopfs hinter der Hütte auf der Westseite des oberen Fimbatals (der verschneite Fimbabach heißt hier Aua Naira) südwärts erst ansteigend, dann flach talein. Zu Füßen einer Felswand (bei Lawinengefahr in weiter Linksschleife ausweichen) südwestwärts hinauf und etwas abwärts in den obersten Talgrund. Aus diesem südwärts aufsteigen zu einem flachen Einschnitt rechts einer Steilstufe (ca. 2700 m; rechtshalten zur Breiten Krone, 3079 m). Erst steiler links eines Tälchens, dann rechtshaltend zunehmend flacher hinauf zur Fuorcla da Tasna (2835 m). Links kurz abwärts und südostwärts hinaufqueren in Richtung einer weiteren Scharte (2920 m; links liegen lassen) und über den fast spaltenlosen Vadret da Tasna relativ steil südwärts gerade hinauf, zum Schluss (evtl. Lawinengefahr) in einer die Schrofen umgehenden Rechts-Links-Schleife zum Nordostrücken und hinauf zur Ostschulter. Vor dieser Schneeschuhe ab- und Steigeisen anlegen (ausgesetzt der Abschnitt). Westwärts anfangs einfach, dann über Blockgelände und die sich bis über 45° aufsteilende Firnflanke des Ostgrats (evtl. Wechten) hinauf zum Gipfelsteinmann (knapp 100 Hm). Abstieg: Entlang der Aufstiegsroute.

Schneeschuhtour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied925 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktIschgl im Paznauntal. In Ischgl von der Hauptstraße rechts ab und über die Trisanna zum Parkplatz Heidelberger Hütte, ca. 1350 m. Busfahrer zur Silvrettabahn, ca. 1370 m.
TourencharakterVom alles überragenden Gipfel des Fluchthorns (3399 m) aus wirkt das Fimbatal oberhalb der Heidelberger Hütte wie ein weiter, rundum in sanften Wellen ansteigender Teller. Von unten aus ragen die hell-dunkel gescheckten Flanken und Grate des zweithöchsten Bergmassivs der Silvretta wie eine drohende Nemesis in den verglühenden Abendhimmel, während gegenüber die kurzen, aber rassigen Skihänge der Hausberge vom Ils Chalchogns bis zum Piz da Val Gonda sich mit zartrosa Schmelz überzogen haben. Völlig unspektakulär lässt sich dagegen die Tour zum höchsten Berg des Reviers an. Über dem weißen Winterbett des hier Aua Naira genannten Fimbabachs (rätoromanisch Aua da Fenga) marschiert man gemütlich südwärts. Das gibt einem Muße, die spektakulär ausgeleuchteten, von der Morgensonne plastisch hervorgehobenen Felspfeiler und Schrofenschründe des Fluchthorns zu betrachten, gegenüber denen der die Linie der Gipfel fortsetzende Zackengrat zwischen Zahnjoch und Kronenjoch natürlich etwas abfällt. Unter einer Felswand gelangt man in den oberen Kessel namens Davo Dieu, wo es dann endlich, endlich aufwärts geht (bisher gab es 200 Meter Höhengewinn auf 3,5 Kilometer!). Dafür wird man an der Fuorcla da Tasna belohnt mit einem sagenhaften Blick über die hierzulande kaum bekannte südliche Silvretta mit ihrem dezent abseits stehenden Häuptling Piz Linard (3411 m), einer flachen Felspyramide, und dem gewaltigen, ins Auge springenden Klotz des Piz Buin (3312 m). An der Fuorcla da Tasna steht man zwar schon auf dem Gletscher Vadret da Tasna (oder was davon übrig ist); aber selbst in der steileren Gletscherflanke zur Tasna-Schulter legt mangels Spalten selten jemand das Seil an. Auf dem außergewöhnlich steilen Ostgrat dagegen würde sich mancher weniger Erfahrene eines wünschen. Für Angst- und Anstrengungsschweiß entschädigt die gewaltige Gipfelszenerie der Graubündner Bergwelt, über der die breiten Gletscherflanken des Piz Palü und der messerscharfe Biancograt zur Piz Bernina (4049 m) aufragen. Kaum niedriger steht der Ortler (3899 m) mit der Königsspitze über den Dingen - Gegenüber diesen Westalpenformaten in den Ostalpen wirken die praktisch gletscherfreien Dreitausender dazwischen wie groß geratenes Spielzeug. Schon frustrierend: Da ist man stolz darauf, unter Schweiß und Mühen einen richtigen Dreitausender bestiegen zu haben – nur um festzustellen, dass das noch gar nichts war im Vergleich zu dem, was möglich ist. Ein guter Ansporn für die Sommerferien …
Beste Jahreszeit
KartentippAlpenvereinskarte 1 - 25 000 (mit Skirouten), Blatt 26, »Silvrettagruppe«; Kompass-WK 1:50 000 (mit Skirouten), Blatt 41, »Silvretta-Verwallgruppe«; Freytag & Berndt-WK 1:50 000, Blatt 373, »Silvretta-Hochalpenstraße-Piz Buin«.
VerkehrsanbindungAuto - Über die Inntal-Autobahn A 12 Richtung Bregenz bis Autobahnende und weiter auf der B 316 nach Pians bzw. vom Arlberg auf der B 316 hierher; hier Abfahrt Paznauntal. In dieses hinunter und südwestwärts bis Ischgl. ÖV: Mit der Bahn nach Landeck und umsteigen in den Bus Richtung Paznauntal/Galtür.
GastronomieHeidelberger Hütte (2264 m), DAV, bewirtschaftet Mitte Dezember bis Mitte Mai, 156 Schlafplätze, Winterraum mit 8 Plätzen, Tel. 0544/ 5418.
Unterkunft
Heidelberger Hütte (2264 m), DAV, bewirtschaftet Mitte Dezember bis Mitte Mai, 156 Schlafplätze, Winterraum mit 8 Plätzen, Tel. 0544/ 5418.
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