Kreuzjoch (2390 m), Tuxer Alpen

Die leichte Schneeschuhtour führt über weite freie Hänge und einen stellenweise felsigen Kamm hinab zu einer Hochfläche. Der Aufstieg zur Rastkogelhütte ist zwar eher ein belebter Winterspaziergang; die sich zu Füßen des Kreuzjochs ausbreitende weiße Pigneidalm aus sanften Hügeln und Buckeln mutet dagegen arktisch an. (Autor: Christian Schneeweiß)
14 km
800 m
4.00 h
Mit Schneeschuhen oder zu Fuß nordwärts am Mauthäusel vorbei über drei üblicherweise vom Hüttenwirt der Rastkogelhütte zum Rodeln und Spazierengehen mit dem Pistenbully platt gewalzte Serpentinen der geschlossenen Zillertaler Höhenstraße frei aufwärts wandern, bis links der Fahrweg zur Rastkogelhütte abzweigt.

Auf diesem nordwestwärts leicht ansteigend über die Schafleitenalm in gut einer Stunde zur Hütte queren (2124 m). Man kann auch mit Schneeschuhen (meist Skispuren) auf einem Fahrweg westwärts abfallend zur unteren Schafleitenalm queren, dann nordwestwärts aufwärts zur Sidanalm (1871 m) gehen und unter der Materialseilbahn in anfangs weiten Serpentinen hinauf zur Hütte. Nordwärts kurz flach entlang des ehemaligen Hüttenlifts aufwärts, dann links haltend steil hinauf zu einem Westrücken und über diesen ostwärts hinauf an vereinzelten Felsen vorbei zum Eckpunkt einer Kammverzweigung.

Auf breitem Kamm nordostwärts leicht links haltend aufwärts zu dem wenig ausgeprägten Gipfel des Kreuzjochs oberhalb einer kleinen südseitigen Steilflanke. Zurück zum Eckpunkt. Kurz zurück, kurz steil hinab unter die kleine Südflanke und über flache Mulden südostwärts zu einer Scharte; oder zurück zum Eckpunkt und über den Südostkamm abfallend dorthin (2290 m). Variante - Gipfelsammler machen einen kurzen Abstecher über einen Westrücken hinauf zu dem felsigen Mitterwandskopf (2336 m; evtl. zu Fuß). Anfangs kurz eng und steil, dann durch eine breite Mulde zwischen Schrofen nordostwärts hinab und rechts um diese herum in der Senke des Talbachs abwärts zum Beginn eines Fahrwegs auf der Hochfläche der Pigneidalm.

Auf diesem kurz rechts zu den Hütten des Hochlegers (2150 m; lässt sich unterhalb umgehen), ostwärts talaus, rechts steile Hänge eines Kessels queren und in Serpentinen hinab zur ungeräumten Zillertaler Höhenstraße. Auf dieser einen steilen Hang südwestwärts aufwärts queren (100 Hm; evtl. Lawinengefahr!), flach um den Arbiskopf und westwärts über die Baumgartenalm abwärts zum Ausgangspunkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied800 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHippach im Zillertal (608 m), Parkplatz/Haltestelle bei der Atlas-Sportalm, 1720 m
TourencharakterDie leichte Schneeschuhtour führt über weite freie Hänge und einen stellenweise felsigen Kamm hinab zu einer Hochfläche. Der Aufstieg zur Rastkogelhütte ist zwar eher ein belebter Winterspaziergang; die sich zu Füßen des Kreuzjochs ausbreitende weiße Pigneidalm aus sanften Hügeln und Buckeln mutet dagegen arktisch an - Nur das weit unten liegende Zillertal deutet darauf hin, dass man sich nicht über die unberührten Weiten der winterlichen Finnmark bewegt, sondern in der Gebirgswelt der Tuxer Alpen. Die im Sommer teils sumpfige Wanne des Pigneidalm-Hochlegers ist Teil eines ausgeklügelten Bewirtschaftungssystems: Nachdem im Winter und Frühjahr die Kühe in den Ställen im und überm Zillertal das Heu futterten, das die Bauern im Sommer im Talgrund und an Hangwiesen gemäht haben, werden besonders Jungtiere und Ochsen im Frühsommer hoch auf die Alm getrieben, die sich oft mehrere Bauern teilen. Ist der Niederleger abgeweidet, folgt im Hochsommer der Auftrieb zum meist über der Baumgrenze gelegenen Hochleger, wo das Gras inzwischen hoch genug steht. Spätestens im September findet dann der Almabtrieb statt, der überall im Tal mit Festen gefeiert wird. Die Zillertaler Almen wurden wie das Tal selbst erst im Mittelalter von den eingesickerten Bajuwaren erschlossen. Viele heutige Niederleger waren damals permanent bewohnte Schwaigen, die aber im Verlauf der »Kleinen Eiszeit« (Ende 14. Jh. bis Anfang 19. Jh., mit Höhepunkt um 1600) aufgegeben wurden. Der höchste ganzjährig bewirtschaftete Hof der Region ist derzeit der Geiselhof auf »nur« 1600 Metern im benachbarten, bereits während der Römerzeit von den Kelten besiedelten Tuxer Tal.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50000, Nr. 37 »Zillertaler Alpen-Tuxer Alpen«; Österreichische Karte 1:50000/1:25000, Nr. 149 »Lanersbach«
VerkehrsanbindungAuto - Von München auf A8 und A93/12 Richtung Innsbruck bis zur Ausfahrt Zillertal und dieses talein bis Hippach. Rechts über den Ziller und rechts zur Zillertaler Höhenstraße. Diese in Serpentinen hoch (evtl. Schneeketten!). ÖV: Mit der Bahn Richtung Innsbruck bis Jenbach und mit der Zillertalbahn weiter bis Hippach. Mit dem Bus die Zillertaler Höhenstraße hoch.
GastronomieAtlas-Sportalm; Rastkogelhütte (2124 m), DAV, bewirtet Weihnachten bis Mitte Januar und Mitte Februar bis Osterwoche, 98 Schlafplätze, Winterraum mit 4 Plätzen, Tel. 0043/(0)5285/2145
Unterkunft
Wie Einkehr.
Tourismusbüro
Tourismusverband Hippach/Schwendau/Ramsau, Tel. 0043/(0)5282/ 3630, www.hippach.at

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