Breiter Grieskogel, 3287 m

Nach einem flachen, für Anfänger geeigneten Hüttenzustieg sind auf dieser Kondition fordernden Tour durch ein Hochtal mit Lawinengefahr aus seitlichen Steilkaren Gebirgs- und Lawinenkenntnisse erforderlich. Gute Aussicht vom Gipfel.
Exposition - Nord/Ost. / Lawinengefahr: mäßig
(Autor: Christian Schneeweiß)
Zustieg - Nordostwärts auf einem Fahrweg an der Larstigalm vorbei (bis hierher meist geräumt) durch das Horlachtal. Wo der Fahrweg links über den Bach führt, geradeaus weiter, wenig später über das Bachbett und an dessen linker (nördlicher) Seite, abschließend steil, zur Guben-Schweinfurter Hütte (2028 m, 500 Hm, 2 Std.). Aufstieg: Im Grund des breiten Zwieselbachtals links (östlich) des Bachbetts südwärts. Ab der Hälfte des Tales (hinter der Schrofenwand des Zwieselbacher Grieskogels) wegen des stärker eingeschnittenen Bachs und der Lawinengefahr aus den rechtsseitigen (westlichen) Karen auf der linken Talseite wei- ter (zwischendurch Steilstufe) in weitem Rechtsbogen zum Zwieselbachjoch (2868 m). Westwärts über eine sich mäßig aufsteilende Firnrampe an Larstigjoch und Grastaljoch vorbei zum Gipfelaufbau und über den teils steilen Nordostrücken (Schneebrettgefahr; evtl. zu Fuß) zum Breiten Grieskogel. Dem Gipfelkamm-Aufschwung weicht man am besten rechts aus, um den Gipfel direkt über die konka- ve Nordostflanke zu erreichen (erhöhte Lawinengefahr!). Abstieg: Entlang der Aufstiegsroute.

Schneeschuhtour, einsame Schneeschuhtouren
Schneeschuhtouren Tirol, Schneeschuhwanderungen

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour29 km
Höhenunterschied1200 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktUmhausen im Ötztal. Parkplatz am nordöstlichen Ortsende von Niederthai, 1540 m.
TourencharakterDer strahlend blaue Himmel eines Zwischenhochs grüßt durch die holzgerahmten Stubenfenster des Winterbaus der Guben-Schweinfurter Hütte. Drinnen herrscht Aufbruchstimmung. Ela trinkt den dampfenden Tee aus, Harry löffelt hastig sein Müsli leer, während Wirbelwind Bernd bereits die Gamaschen an seine wasserdichten Trekkingschuhe legt. Mit festgezogenen Riemenbindungen und leichtem Wiegeschritt beginnt die Erkundung des Zwieselbachtals - Kein Mensch scheint es diesen Winter vor uns betreten zu haben. Die einzigen Geräusche sind das Knarren der Lederschuhe, ein leichter Hauch beim Aufsetzen der Schneeschuhe und das tiefe Atmen von uns Gehern. Noch ist es hier unten schattig und kalt. In kleinen Wölkchen entweicht der Atem unseren gefrorenen Nasen: Die reine Winterluft tut gut! Mutterseelenallein ziehen wir unsere Spur zwischen zusammenrückenden Talflanken und vorbei an zu Pilzköpfen verschneiten Felsblöcken talein. Während das Licht der von Wolkenschleiern verdeckten Sonne die Spitze des Zwieselbacher Roßkogels umspielt, leuchten die Felsschründe und Schneerinnen der Larstigkette zur Rechten in einem prachtvollen rötlichen Farbenspiel. Die bedrohlichen nordostseitigen Steilkare sind uns bei diesen Neuschneemassen nicht geheuer: Unter der 500 Meter in der klaren Himmel schießenden Fels- und Schrofenwand des Zwieselbacher Grieskogels wechseln wir vom Talgrund in die sanfte linke Flanke und stoßen vor zum hinteren Talkessel. Souverän meistern Kraftpaket Bernd und die zierliche Ela mit ihren harscheisenbewehrten Classics die steile Moränenstirn des Zwieselbachferners. Wie ein auftauchender Weißwal erhebt sich der Firnrücken des Breiten Grieskogels vor den abgerundeten Spitzen meiner hölzernen Schneeschuhe: Noch gut 400 Höhenmeter auf einer Gletscherrampe und über den steilen Gipfelaufbau sind es zum Ziel unserer Träume. Hier schweifen unsere Blicke über die schwarzweiß gescheckte Urgesteinswildnis der Stubaier und Ötztaler Alpen, bleiben an den gigantischen Gletschermassen um die Wildspitze hängen: Wie wär’s wohl damit? Aber dort bräuchte man nun doch Seil und das übliche Gletschergeraffel, das die Leichtigkeit des Seins auf Schneeschuhen beschweren würde. »Im Früh- und Hochwinter macht man in den Zentralalpen keine Skitouren«, sagt der alpinistische Volksmund. Genau da sind wir Schneeschuhgeher unterwegs und genießen die winddurchwebte Stille der puren Geosphäre auf diesem Modeberg völlig allein. In langen Gleitschritten starten wir zurück zur heimeligen Hütte, flutschen kurz in sie hinein, tauchen mit Isomatten und Leckereien bewaffnet wieder auf und fläzen uns, an die aufgewärmte Holzwand gelehnt, in der Abendsonne. Genau so hab’ ich mir das vorgestellt ...
Beste Jahreszeit
KartentippAlpenvereinskarte 1 - 25 000 (mit Skirouten), Blatt 31/2, »Stubaier Alpen-Sellrain«; Kompass-WK 1:50 000, Blatt 83, »Stubaier Alpen-Serleskamm« (mit Skirouten); Freytag & Berndt-WK 1:50 000, Blatt 251, »Ötztal-Pitztal-Kaunertal«.
VerkehrsanbindungAuto - Auf der Inntal-Autobahn A 12 bis Ausfahrt Ötztal und talein bis Umhausen. Am Ortsende links hinauf nach Niederthai. ÖV: Mit der Bahn bis Ötztal-Bahnhof. Mit dem Bus durchs Ötztal bis Umhausen und per Taxi oder per Anhalter hinauf nach Niederthai.
GastronomieGuben-Schweinfurter Hütte, 2028 m, bewirtschaftet Ende Februar bis Ende April, geräumiger Winterraum im Nebengebäude (Alpenvereins-Schlüssel erforderlich!), Tel. Hütte - 05255/5702, Tel. Tal: 05255/5792.
Unterkunft
Guben-Schweinfurter Hütte, 2028 m, bewirtschaftet Ende Februar bis Ende April, geräumiger Winterraum im Nebengebäude (Alpenvereins-Schlüssel erforderlich!), Tel. Hütte - 05255/5702, Tel. Tal: 05255/5792.
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