Zwischen Vitt und Kap Arkona

Abwechslungsreiche Wanderung auf bequemen Pfaden zwischen Feldern und Wiesen und auf einem aussichtsreichen Hochuferweg. (Autor: Tassilo Wengel)
9 km
46 m
2.00 h
Wir starten in der Ortsmitte von Putgarten beim Rügenhof Arkona und gehen dann in Richtung Kap Arkona. Nach wenigen Metern zweigt rechts der Vitter Weg ab, eine schmale Asphaltstraße nach Vitt (Wegweiser), auf der wir nun wandern. Unser Weg führt zwischen Feldern bis zur achteckigen Kapelle von Vitt, die außerhalb des kleinen Fischerdorfes auf einer Anhöhe steht. An diesem Platz wurden früher während der Heringssaison Uferpredigten für die Fischer abgehalten. Vitt war bis in das 19. Jahrhundert der bedeutendste Heringshandelsplatz Vorpommerns.
An der Kirche vorbei gehen wir geradeaus ins Dorf, wo wir den zauberhaften Anblick des kleinen Fischerhafens und den Blick hinüber zum Kap Arkona genießen können (20 Min.). Vom Hafen gehen wir zurück und folgen bei der Gaststätte Goldener Anker dem Wegweiser »Kap Arkona« (Markierung blauer Querstrich) nach rechts. Wir steigen einige Stufen aufwärts und erreichen einen Hochuferweg.
Links sehen wir noch einmal die Fischerkirche, während wir auf einem schönen Weg zwischen der Uferkante und Gebüsch dahinschlendern. An mehreren Stellen laden Bänke zur Rast ein und Fernrohre zur Benutzung. Wir nähern uns immer mehr Kap Arkona und dem slawischen Burgwall der Jaromarsburg, eine der bedeutendsten Befestigungen der pommerschen Slawen (Ranen), die im Jahre 1168 von den Dänen unter König Waldemar I. zerstört wurde (1 Std.).
Unser Weg führt an der alten Königstreppe vorbei, die 1995 an historischer Stelle wiedererrichtet wurde und eine Höhe von 42,10 Meter überbrückt. An dieser Stelle ließ der schwedische König Frederik I. im Krieg mit Russland (1741–1743) eine Feuerbake zur Verteidigung errichten, um die Kriegsschiffe des Zaren rechtzeitig zu erkennen.
Der Hochuferweg führt am Naturschutzgebiet Nordufer von Wittow mit den Hohen Dielen entlang, einem bemerkenswerten Mosaik aus Halbtrockenrasen, Sickerfluren, Buschbuchenwald und Salzrasenvegetation am reizvollsten Blockstrand Deutschlands. Wir nähern uns dem Gellort mit dem Siebenschneiderstein (Söbensniedersteen) am Strand, der mit 61 Kubikmeter Masse und 165 Tonnen Gewicht einer der größten Findlinge Rügens ist. Eine Treppe führt abwärts, und wer möchte, kann die Uferwanderung auch am Strand fortsetzen. Wir bleiben auf dem Hochuferweg und erreichen eine Schutzhütte, wo abermals ein Abstieg zum Strand möglich ist. Hier geht es jetzt nach links (Wegweiser »Putgarten 2km«) auf einem Plattenweg zwischen Feldern bis zu einer Gabelung. An dieser wählen wir die Richtung nach links (geradeaus liegt Fernlüttkevitz) und nähern uns auf dem Asphaltband Putgarten, dem Ausgangspunkt beim Rügenhof (2:45Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied46 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktPutgarten, Rügenhof Arkona.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDas Kap Arkona ist mit seinem 46 Meter hoch aufragenden Kreidefelsen und den beiden Leuchttürmen nicht nur der nördlichste Punkt Rügens, sondern als einstiger Siedlungsplatz der Ranen auch recht geschichtsträchtig.
Beste Jahreszeit
KartentippOffizielle Rad- und Wanderkarte Rügen, Maßstab 1:50000.
MarkierungenWegweiser, blauer Querstrich.
VerkehrsanbindungAuf der B96 Greifswald – Stralsund bis Reinberg, mit der Autofähre von Stahlbrode bis Glewitz oder B105 von Rostock nach Stralsund und über den Rügendamm, auf B96 über Bergen bis Sagard, abzweigen Richtung Glowe und über Altenkirchen nach Putgarten. Busverbindung mit Altenkirchen, Busverbindung zwischen Altenkirchen und Sassnitz.
GastronomiePutgarten: Café-Restaurant Schnecko Haus, Dorfstraße 18; Imbiss im Rügenhof. Vitt: Gaststätte Goldener Anker. Kap Arkona: Historische Gaststätte Arcun.
Tipps
Svantevit – Gott der Ranen. Die Ranen galten vom 8. bis zum 12. Jahrhundert als unbesiegbare Herren der Insel Rügen. Unter ihren Göttern ragt der viergesichtige Svantevit besonders heraus. Im hölzernen Tempel der Jaromarsburg stand einst ein kolossales hölzernes Götzenbild Svantevits, bis das Hauptheiligtum der Ranen 1168 zerstört wurde und diese den christlichen Glauben annahmen. Türme auf Kap Arkona Der Alte Leuchtturm wurde 1826/27 nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel als klassizistischer Backsteinturm errichtet und 1993/94 umfassend restauriert. Seine Räume beherbergen ein Museum über Leuchtfeuer und Seenotrettung. Daneben steht der Neue Leuchtturm, ein 36 Meter hoher Ziegelbau von 1902, zu dessen Laternenraum 175 Stufen führen. Das Leuchtfeuer ist 22 Seemeilen (ca. 35 Kilometer) weit zu sehen und heute noch ein wichtiger Orientierungspunkt für die Schiffe in der Nacht. Etwas abseits steht am Burgwall der Jaromarsburg der Marinepeilturm, 1927 von der Kriegsmarine errichtet, die damit den Schiffsverkehr in der Ostsee vor Kap Arkona kontrollierte. Die technischen Einrichtungen wurden nach 1945 zerstört, der Turm verfiel, wurde aber 1996 umfassend restauriert. Im Innern befindet sich das »Internationale Ausstellungszentrum Oststeeküste«. Alle drei Türme können bestiegen werden, sie bieten wunderbare Aussichten über große Teile der Insel Rügen und über das Meer bis zur dänischen Insel Mön.
Unterkunft
Putgarten: Pension Zum Kap Arkona, Tel. 038391/4330, Fax 038391/43351, E-Mail: info@zum-kap-arkona.de
Tourismusbüro
Informationsamt Kap Arkona, Parkplatz, 18556 Putgarten, Tel. 038391/4190, Fax 038391/41917.
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