Zwischen Rathen und Hohnstein

Schöne Rundwanderung mit viel Schatten; fantastische Ausblicke z.B. vom Hockstein (Autor: Tassilo Wengel)
13 km
180 m
4.00 h
Von Rathen durch den Amselgrund.
Vom Parkplatz in Oberrathen oder dem S-Bahn-Haltepunkt Rathen nehmen wir die Personenfähre auf die andere Elbseite hinüber und genießen schon während der Überfahrt den Blick auf den hübschen Kurort Rathen, der sich vor einer reizvollen Felsenkulisse ausbreitet. Das Ortsbild ist geprägt von Fachwerk- und Landhäusern, zwischen denen sich autofreie Pflasterwege schlängeln. Darüber erheben sich die Bastei und der Mönchfelsen sowie die 1261 erstmals erwähnte Burg Altrathen.
Wir folgen von der Fähre dem Wegweiser Richtung Amselsee und erreichen nach wenigen Minuten die Gaststätte Sonniges Eck. Hier biegen wir in die Straße Amselgrund und können schon bald im Biergarten des Ho- tels Amselgrundschlösschen eine Verschnaufpause einlegen. Nachdem wir die Theaterkasse der Felsenbühne Rathen passiert haben, genießen wir den reizvollen Uferweg am Amselsee entlang. Der 1934 durch Aufstauen des Grünbaches entstandene See wird von Felsgruppen wie Lokomotive, Große Gans und Talwächter umgeben. Einige der Felsen sind beliebte Kletterfelsen, z.B. die markante Lokomotive.
Auf den Hockstein.
Mit der Markierung grüner Querstrich biegen wir am Ende des Sees nach rechts ab. Durch dichten Mischwald schlängelt sich ein bequemer Weg auf- wärts, bis wir am Abzweig Knotenweg eine Höhe erreichen, wo wir rechts den Lilienstein durch die Bäume schimmern sehen. Nach einer scharfen Linkskurve überqueren wir eine Straße, kommen an einem Parkplatz vorbei und folgen weiter der Markierung grüner Querstrich bis zum Abzweig Hockstein/ Hocksteinschänke/Rathewalde. Hier wechseln wir zur Markierung blauer Querstrich und erreichen nach etwa fünf Minuten den Hockstein.
Im Mittelalter befand sich auf dem Hockstein eine Wehranlage, von der aus die Herren von Rathen die Wartenbergstraße und den Polenzübergang nach Hohnstein kontrollierten. Die im Jahre 1882 auf diesem Sandsteinfelsen erbaute Schutzhütte wurde 1974 von Waldarbeitern erneuert. Beeindruckend ist die Aussicht von hier aus auf den Ort Hohnstein mit seiner auf einem Felsplateau liegenden Burganlage. Schaut man von der Hockstein-Kanzel in das Polenztal hinunter, werden gleich zwei interessante geologische Erscheinungen sichtbar, die im Zusammentreffen von Sandstein und Granit ihre Ursache haben - Aus dem Norden kommt die Polenz durch ein V-Tal mit schrägen Granithängen, in südlicher Richtung fließt sie dagegen durch ein eher U-förmiges Tal weiter, das von terrassierten Sandsteinwänden geprägt ist. Außerdem bietet sich vom Steg auf dem Hockstein ein atemberaubender Blick in die Wolfsschlucht, in die auch ein Lehrpfad bis zum Polenztal führt.
Durch die Wolfsschlucht nach Hohnstein.
Auch unsere Wanderung führt nun in die Wolfsschlucht mit ihren zahlreichen Felstunneln, die als Vorbild für die Beschwörungsszene im »Freischütz« gilt, der jedes Jahr auf der Felsenbühne Rathen aufgeführt wird. Zunächst steigen wir auf Metalltreppen abwärts, dann über Holzstufen teilweise unter überhängenden Felsen hindurch. Am Ausgang der Schlucht lädt die Polenztalschänke mit schönem Biergarten zur Rast, bevor wir dem Wegweiser Bärengarten/ Hohnstein folgen. Wir überqueren die Polenz und steigen im feuchtkühlen Schindergraben aufwärts zum »Bärengarten«, wo vom Mittelalter bis 1756 Bären gehalten wurden. Die Tiere wurden für die Bärenhatz des Dresdner Hofstaates benötigt, die auf dem Altmarkt und im Schlosshof veranstaltet wurde. Um sie an der Flucht zu hindern, errichtete man eine Mauer, die sich über das gesamte Tal des Hohnsteinbaches erstreckte und von der nur noch Reste vorhanden sind. Nach einem kurzen Anstieg kommen wir am Rathaus in Hohnstein an, von wo sich ein Stadtrundgang mit Besichtigung der Burg anbietet.
Durch den Wald zurück nach Rathen.
Wir setzen unseren Weg über die Rathausstraße zum Parkplatz (P2) fort, wo mehrere Weg- weiser auf reizvolle Wanderziele aufmerksam machen. Dort folgen wir der Markierung roter Querstrich nach rechts Richtung Neuweg, den wir nach etwa zehn Minuten erreichen. Anfangs umgibt uns reiner Fichtenwald, der bald mit Buchen durchmischt ist. Am Wegrand begleiten uns Himbeer- und Brombeersträucher, im Juli/August fallen die großen Blütenstände der Fingerhüte ins Auge. An einer Gabelung führt unser Weg abwärts. Teilweise bestimmen große Felsen das Bild, die mit leuchtend gelben Schwefelflechten bewachsen sind. Sie zeigen an, wie sauber die Luft hier ist. Auf einem schönen breiten Waldweg kommen wir gut voran und stoßen schließlich auf den Polenztalweg bei der Waltersdorfer Mühle, wo wir die Polenz überqueren. Ihr Name ist vom sorbischen pollo (Feld) abgeleitet und findet sich als »Poliza« bereits in einer Oberlausitzer Grenzurkunde von 1223. Hier folgen wir dem Wegweiser Füllhölzelweg mit der Markierung roter Querstrich. Nach wenigen Minuten geht es aufwärts und wir gewinnen auf einem Waldweg mit Wurzeln und Steinen allmählich an Höhe. Nach einigen abschließenden Stufen überqueren wir die Straße Stolpen–Waltersdorf. Links erkennen wir den Lilienstein. Wir wandern auf dem Füllhölzelweg nach Rathen, das wir nach zwei Stunden Gehzeit von Hohnstein erreichen. Unser Weg führt am Touristenamt vorbei, wir biegen nach rechts und erreichen die Elbfähre in Rathen. Wer noch Lust auf eine schöne Aussicht hat, sollte in der Pension & Gaststube Panorama bei hausgemachen Kuchen sowie regionaler und internationaler Küche verschnaufen. Von der Sonnenterrasse bieten sich wundervolle Blicke auf Rathen und zahlreiche Felsformationen in der Umgebung.

GEHZEITEN.
Rathen – Amselsee 1/2 Std. – Hohnstein 11/2 Std. – Rathen 2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied180 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktOberrathen
EndpunktOberrathen
TourencharakterWie eine Bastion erhebt sich 114 Meter hoch der Hockstein über dem Polenztal und gibt in wundersamer Weise den Blick auf Burg Hohnstein und den gleichnamigen Ort frei. Die Höhen und Tiefen der abwechslungsreichen Landschaft lassen sich auf einem reizvollen Wanderweg zwischen Rathen und Hohnstein hautnah erleben.
Hinweise
DER »ROSENGARTEN«. Nur wenige Minuten von der Fähranlegestelle entfernt erwartet den Besucher das älteste Gasthaus von Rathen mit Zimmern im Landhausstil und einer Sauna. Bei schönem Wetter kann man auf den Elbterrassen unter alten Kastanien sitzen und die deftige Landhausküche genießen. Berühmt sind vor allem die Wild- und Fischspezialitäten, aber auch sächsische Spezialitäten und Elbtalweine werden serviert.
KartentippTopografische Karte 1 - 25000 mit Wanderwegen des Landesvermessungsamtes Sachsen, Blatt 43
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der A4 oder A13 bis zur Anschlussstelle Dresden Altstadt und durch Dresden Richtung Pirna, oder bis Autobahndreieck Dresden-West, auf der A17 bis Pirna, auf der B172 über Pirna zur Staatsstraße 168 und weiter über Struppen und Weißig zum Parkplatz in Oberrathen. Mit der S-Bahn von Dresden bis Kurort Rathen; Schiffsanlegestelle der Sächsischen Dampfschifffahrt
GastronomieRathen - mehrere Möglichkeiten, u.a. Pension & Gaststube Panorama mit Sonnenterrasse, Zur kleinen Bastei 4, Tel. 035024/70669; Gasthaus Rosengarten mit Kaffeegarten oberhalb der Elbe, Kottesteig 1, Tel. 035024/70232. Unterwegs: Pension & Gaststätte Polenztal, Polenztal 2, Tel. 035975/80826. Hohnstein: mehrere Möglichkeiten
Tipps
EINKEHR-TIPP. Majestätisch erhebt sich die Burg Altrathen über der Elbe und bietet von der romantischen Burgterrasse schöne Aussichten auf das Elbtal und zum Lilienstein. Auch Unterkünfte in urigen Zimmern und eine Turmsuite mit Himmelbett warten auf Gäste. Für das leibliche Wohl sorgen neben typisch regionalen Gerichten Ritterspieße, deftige Haxen und andere Spezialitäten der Burgküche. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die Ritteressen mit Spektakel, die regelmäßig im Rittersaal mit Kreuzgewölbe stattfinden. Außerdem lädt ein Burgtheater zu verschiedenen Veranstaltungen ein (Info-Tel. 035024/7600, www.burg-altrathen.de).
Informationen
DESTILLERIE »GEIST«. Am Elbufer von Rathen lagern im Sandsteingewölbe einer 150 Jahre alten Destillerie edle Tropfen, die hier aus handverlesenen Früchten von den Elbtalhängen der Sächsischen Weinstraße hergestellt und in wunderschöne Flaschen abgefüllt werden. Das Angebot reich vom Apfelgeist über Himbeer-, Hopfen-, Holunder-, Haselnuss- und Kräutergeist bis zum Quittengeist. Destillerie am Elbufer, Kottesteig 3, Tel. 035024/7900, www.geistvonrathen.de
Unterkunft
Rathen - Hotel Amselgrundschlösschen, Amselgrund 3, Tel. 035024/74333, www.sachsenhotels.de Hotel Elbschlösschen, Kottesteig 5, Tel. 035024/750, www.hotelelbschloesschen.de Ettrich’s Hotel, Elbweg 2, Tel. 03524/68524, www.ettrichs-hotel.de
Tourismusbüro
Touristinformation, Füllhölzelweg 1, 01824 Kurort Rathen, Tel. 035024/70422, info@kurort-rathen.de, www.kurort-rathen.de

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