Zwischen Hoher Sonne und Glasbachwiese

Streckenwanderung auf bequemen Wegen, sanfte Anstiege. (Autor: Tassilo Wengel)
11 km
360 m
3.00 h
Bei der Passhöhe Hohe Sonne überqueren wir die B19 und folgen dem Rennsteig auf einem breiten Forstweg. Wir befinden uns auf der »Weinstraße«, die bereits 1321 als »alta strata« erwähnt wurde. Nach etwa 200m treffen wir auf eine Gabelung, wo wir dem Rennsteig geradeaus weiter allmählich aufwärts folgen. An einem Rastplatz mit Schutzhütte und Wassertretbecken können wir verschnaufen, bevor wir an der Fuchswiese vorbei weiter allmählich ansteigen. An einer Reihe von Kastanien zweigt die »Weinstraße« ab. Hier weist ein Schild nach links auf die Rennsteiggrotte hin, einen Felsüberhang.
Wir erreichen den Rastplatz Zollstock mit Schutzhütte, wo in Zeiten deutscher Kleinstaaterei Wegezoll erhoben wurde. Unser Weg auf dem Rennsteig führt nun an der dreifachen Weggabelung Ascherbrück halb rechts weiter und überquert kurz danach die Straße Ruhla–Etterwinden zum »Hubertushaus« Ascherbrück, einer Waldgaststätte und Wanderherberge.
Am Zaun steht der Gedenkstein für Johannes Bühring, einen Mitbegründer des Rennsteigvereins und zusammen mit Ludwig Hertel Autor des »Rennsteigführers« (1896).
Wir gelangen bald zur Neuen Wiese und dann zum Ruhlaer Häuschen, einem Wegestern. Hier stand bis um 1800 ein Jagdhaus, jetzt finden wir eine Schutzhütte sowie einen Wegweiserobelisk vor. An dieser Stelle trifft der »Sallmannshausener« Rennsteig von rechts auf »unseren« Rennsteig, der uns im Bogen um die Schlauchentalwiesen zur Triniusrast führt. Als »Schlauchen« bezeichnete man mundartlich den Wiesenknöterich. Nach einem mäßigen Anstieg erreichen wir den Auerhahn mit einer Hütte des Bergrettungsdienstes. Aufmerksamkeit verdient hier eine kleine Sonnenuhr in Form einer Weltkugel mit Tierkreiszeichen. An einer Tafel beim Forstort Vogelheide wird daran erinnert, dass die Gegend bis 1750 durch jahrhundertenlangen Raubbau für die Holzkohleherstellung fast waldlos gewesen ist. Erst durch die von Oberforstrat Gottlob König durchgeführte Aufforstung nach 1752 entstand wieder dichter Wald. An der Großen Meilerstätte, einem Wegestern mit Sitzmöglichkeit, wird an die Holzkohleherstellung für die Schmelzhütten erinnert. Nach etwa 500m zweigt nach rechts ein Pfad zum »Klöckler«, einer Granitgruppe, ab, die auch als Glöckner bekannt ist. Der Weg führt am »Königstuhl« vorbei zum »Ehrenmal des Rennsteigvereins« und bietet eine großartige Aussicht in das Werratal. Nach etwa 200m Abstecher erreichen wir wieder den Rennsteig, auf dem wir schnell das Straßendreieck Glasbachwiese erreichen. Hier kreuzt der Rennsteig die Straße, wo sich die Bushaltestelle nach Ruhla bzw. Eisenach, Bad Liebenstein und Brotterode befindet.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied360 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHohe Sonne.
EndpunktGlasbachwiese.
TourencharakterDie Felsformationen des »Königsstuhls« und der »Rennsteig-Sphinxe« auf dem Glöckner bergen mit ihren Inschriften zahlreiche Geheimnisse. Reizvoll ist von diesem Platz die herrliche Aussicht in das Werratal, das durch einen Windbruch entstand.
Beste Jahreszeit
KartentippWanderkarte Naturpark Thüringer Wald, Nr.1, Maßstab 1:30000, grünes herz, verlag für tourismus oder Fritsch-Wanderkarte Nr.45 1:50000, Westlicher Thüringer Wald und Vordere Rhön.
Markierungen»R« für Rennsteig.
VerkehrsanbindungHohe Sonne: Von Eisenach mit Bus; Glasbachwiese: Busverbindung nach Ruhla und Bad Liebenstein. Busauskunft: 0369/22 88 44
GastronomieHohe Sonne: Restaurant Zur Hohen Sonne mit Biergarten und Imbiss am Parkplatz; Unterwegs: Waldgaststätte »Hubertushaus«.
Tipps
August Trinius. Er war ein »Thüringer Wandersmann«, der 1851 in Schkeuditz bei Leipzig geboren wurde und ab 1890 in Waltershausen lebte. Neben seinem Hauptwerk, dem achtbändigen »Thüringer Wanderbuch«, schrieb er über 50 Wanderbücher über deutsche Landschaften. Anlässlich seines 60. Geburtstages stiftete ihm der Zweigverein Ruhla des Thüringerwald-Vereins eine Bank.
Unterkunft
Nähe Glasbachwiese (2,5km entfernt): Ruhlaer Skihütte, Tel. 036929/63434; Ruhla: Hotel Arnstädter Hof, Tel. 036929/88911; Hotel Zum Landgrafen, Tel. 036929/64164.
Tourismusbüro
Tourist- und Naturparkinformation, Am Markt 1, 99842 Ruhla, Tel. 036929/89013, www.ruhla.de.

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