Zwei Wege zum Großen Daumen

Über den Koblatweg zum Großen Daumen: häufig begangene alpine Wanderung auf steinigen Pfaden, die herrliche Ausblicke bietet. Am Weg liegen einige kleine Bergseen, die sich als romantische Rastplätze anbieten. Die Angaben zu Schwierigkeit und Gehzeit beziehen sich auf diesen Zustieg zum Großen Daumen. Die Tour ist ohne Probleme zu finden und als Rückweg vom Großen Daumen beschrieben. Hindelanger Klettersteig: Hochalpiner Klettersteig über einen langen, luftigen Felsgrat, gefährlich bei Schlechtwettereinbruch und Vereisung; nur für absolut schwindelfreie und trittsichere Bergsteiger mit entsprechender Klettersteigausrüstung geeignet. Mehrere Notabstiege nach Süden zum Koblatweg. (Autor: Bernhard Irlinger)
8 km
620 m
3.00 h
Auf dem Hindelanger Klettersteig zum Großen Daumen: Von der Gipfelstation der Nebelhornbahn (2224m) folgen wir den Wegweisern zum Hindelanger Klettersteig kurz abwärts und überqueren die ersten beiden kleinen Grataufschwünge auf schmalem Weg. Am eigentlichen Einstieg zum Klettersteig bringt uns eine Leiter auf einen felsigen Gratzacken. Nach einer ausgesetzten Querung folgen wir ohne große Probleme der luftigen Grathöhe. Im Auf und Ab erreichen wir den Westlichen Wengenkopf (2235m). Nach weiteren Felszacken auf einer langen Leiter abwärts und ausgesetzt links um einen Felsturm. Nach der Scharte gilt es, eine 16m hohe Eisenleiter zu erklimmen. Immer nahe der Gratschneid führt uns der Weg über den lang gezogenen Gipfelgrat des Östlichen Wengenkopfs (2207m), ehe uns ein langer, ausgesetzter Abstieg entlang einer Felskante abwärts führt. Nach einer tief eingeschnittenen Scharte geht es mit Hilfe von Eisentritten und langen Leitern in luftigem Auf- und Abstieg über die Grattürme der Zwiebelstränge in einen geräumigen Sattel. Am letzten Zacken erwarten uns nochmals Leitern und Drahtseile. Als allerletztes Hindernis müssen wir noch einen ungesicherten Quergang meistern, ehe wir auf den Weg treffen, der uns links durch die harmlose Südostflanke auf den Gipfel des Großen Daumen (2280m) bringt. Der aussichtsreiche Kulminationspunkt des heutigen Tages ist erreicht.
Rückweg vom Großen Daumen: Vom Gipfel steigen wir wieder auf dem Weg ab, den wir zuvor heraufgekommen sind. Wir lassen den Hindelanger Klettersteig rechts liegen und wandern geradewegs abwärts zum tiefblauen Laufbichelsee. An der Wegkreuzung nach rechts und am kleinen Koblatsee vorbei in ein kleines, blockgefülltes Kar. Unterhalb des Östlichen Wengenkopfs folgt ein kurzer, anstrengender Anstieg über Geröll, ehe der schmale Steig durch eine felsdurchsetzte Latschenflanke quert. Der Weg führt uns bald durch harmlose Wiesen sanft bergauf zu einer Weggabelung. Wir nehmen den besseren, rot markierten Steig, der uns im Auf und Ab durch eine Felsflanke leitet. Bei einer Wegkreuzung in einem kleinen Sattel gehen wir geradeaus (Wegweiser Edmund-Probst-Haus; in Gegenrichtung Koblat, Daumen). Ein kurzer, steiler Abstieg bringt uns nun zur Bergstation eines Skilifts, an der wir geradewegs vorbei wandern. Jetzt steigen wir noch wenige Meter auf einem breiten Weg zur nahen Bergstation der Nebelhornbahn (Station Höfatsblick) hinauf. In umgekehrter Richtung begangen, vermittelt der beschriebene, gut ausgeschilderte Abstiegsweg über das Koblat einen nicht sonderlich schwierigen, herrlich aussichtsreichen Hin- und Rückweg zum Großen Daumen.

Thermentour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied620 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktDie Talstation der Nebelhornbahn in Oberstdorf; der Koblatweg beginnt an der Bergstation (Station Höfatsblick, 1932m) der Nebelhornbahn, der Hindelanger Klettersteig an der Gipfelstation (2224m); Auskunft Nebelhornbahn, Tel. 0700/55533666).
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterProblemlos schwebt man mit der Nebelhornbahn hinauf in hochalpines Tourengelände. Dort lockt der Weg über den nach Süden geneigten Aussichtsbalkon des Koblat, der vorbei an kleinen Seeaugen zum Großen Daumen führt. Der versierte Alpinist wählt als Hinweg die 1978 eröffnete Himmelsleiter des Hindelanger Klettersteigs.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte 1:50000 des Bayerischen Landesvermessungsamtes, Blatt Allgäuer Alpen.
MarkierungenWanderwegweiser und Farbmarkierungen.
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der B19 durch das Illertal nach Oberstdorf. Die ausgeschilderte Talstation der Nebelhornbahn liegt am südöstlichen Ortsrand von Oberstdorf. Oberstdorf ist mit der Bahn und mit verschiedenen Buslinien hervorragend zu erreichen.
GastronomieIm Edmund-Probst-Haus neben der Bergstation der Nebelhornbahn.
Tipps
Der Hindelanger Klettersteig. Nach fünfjähriger Bauzeit stellte 1978 die Sektion Immenstadt des Deutschen Alpenvereins den Hindelanger Klettersteig fertig. Unter anderem wurden 110m an Leitern und 800m Drahtseil auf dem langen Weg vom Nebelhorn zum Breitenberg verbaut. Die meisten Begeher beenden die Tour, auf der an Wochenenden großer Andrang herrscht, schon am Großen Daumen und kehren von dort zur Nebelhornbahn zurück. Trotz des leichten Zugangs mit Hilfe der Nebelhornbahn ist der Hindelanger Klettersteig eine ernste hochalpine Tour, die nur von erfahrenen, schwindelfreien Bergsteigern mit der nötigen Ausrüstung unternommen werden soll.
Unterkunft
In Oberstdorf; im Edmund-Probst-Haus, Tel. 08322/4795.
Tourismusbüro
Kurverwaltung Oberstdorf, Tel. 08322/7000; www.oberstdorf.de

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