Zur Hickelhöhle

Lange, von steilen An- und Abstiegen im Bereich der Hickelhöhle abgesehen, eben verlaufende Wanderung auf breiten Waldwegen, teilweise Asphalt (Autor: Tassilo Wengel)
16 km
132 m
4.00 h
Von der Neumannmühle zum Zeughaus.
Wir wandern von der Neumannmühle zunächst auf einem breiten Weg, der als Fahrstraße ausgebaut ist, in Richtung Zeughaus. Es wurde 1642 errichtet, um darin Jagdgeräte aufzubewahren (siehe auch Tour 15). Die hiesigen abgeschiedenen Wälder waren für ihren Wildreichtum berühmt und im nahe gelegenen Ziegengrund – den wir auf der Wanderung allerdings nicht berühren – wurde 1743 der letzte Luchs gestreckt. Im Zeughaus wohnte auch der Zeichenschläger, der die Wege zu markieren hatte, damit man sich in dieser Wildnis zurechtfand. Heute lädt das Alte Zeughaus mit kleinem Gastraum und großer Terrasse zur Rast ein, bevor die Thorwalder Wände in Angriff genommen werden.
Auf dem Reitsteig zur Hickelhöhle.
Wir setzen unsere Wanderung im Großen Zschand fort (jetzt Markierung roter Querstrich) und erreichen nach fünf Minuten einen Abzweig. Hier beginnt der Reitsteig, ein etwas anstrengender, aber sehr eindrucksvoller Weg durch die Felsenwelt unterhalb der Thorwalder Wände zur Hickelhöhle. Die Hickelhöhle ist mit 45 Meter Breite und 14 Meter Tiefe die zweitgrößte Höhle der Sächsischen Schweiz. Zeitweise füllt im hinteren Teil der Höhle klares Sickerwasser ein kleines Becken.
Beeindruckende Sandsteinfelsen.
Von der Höhle folgen wir dem Stimmersdorfer Steig aufwärts (Markierung roter Querstrich) und gewinnen auf breiten Holzsprossen an Höhe. Wir schauen auf eine beeindruckende, hohe Felswand, an der die Verwitterung des Sandsteins – erkennbar an den vielen großen und kleinen Löchern und Nischen, mit denen er übersät ist – deutlich wird. Der Sandstein ist so porös, dass er sich leicht mit den Fingern abreiben lässt. Unser Weg führt weiter auf einem sehr steilen Steig zunächst aufwärts, dann abwärts. Über Treppen, Steine und Wurzeln nähern wir uns bald einem breiten Weg, der uns durch hohen Fichtenwald führt.
Von der Stimmersdorfer Brücke zur Neumannmühle.
Bei der Stimmersdorfer Brücke überqueren wir die Kirnitzsch, wenden uns nach links und folgen nun einem Asphaltweg (ab hier Markierung blauer Querstrich). Rechts fallen große Flächen der leuchtend gelben Schwefelflechte an den hohen Felsen auf, die auf sehr saubere Luft hinweisen. Wir erreichen die Niedere Schleuse, die nach ihrer Rekonstruktion durch Waldarbeiter zwischen 1985 und 1993 wieder funktionsfähig ist. Bei der Thorwalder Brücke wenden wir uns nach links, überqueren die Kirnitzsch und gehen nun auf breitem Waldweg, der in Serpentinen allmählich an Höhe gewinnt, zum Zeughaus und auf bekanntem Weg zurück zur Neumannmühle.

GEHZEITEN.
Neumannmühle – Hickelhöhle 11/4 Std. – Stimmersdorfer Brücke 1 Std. – Neumannmühle 2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied132 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz bei der Neumannmühle
EndpunktParkplatz bei der Neumannmühle
TourencharakterDer Große Zschand – ein Tal zwischen Kirnitzsch und der tschechischen Grenze – verengt sich nach dem Zeughaus zu einer eindrucksvollen Schlucht zwischen den Partschenhörnern und den Thorwalder Wänden mit der Hickelhöhle. Das Bild bestimmen stark zerklüftete Felsen, zwischen denen sich malerische kleine Seitentäler ausbreiten.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte 1 - 25000 mit Wanderwegen des Landesvermessungsamtes Sachsen, Blatt 45
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der A4 oder A13 bis zur Anschlussstelle Dresden Altstadt und durch Dresden Richtung Pirna oder bis Autobahndreieck Dresden-West, auf der A17 bis Anschlussstelle Pirna und auf der B172 über Pirna und Bad Schandau zur Neumannmühle. Mit der S-Bahn bis Bad Schandau, weiter per Bus
GastronomieKirnitzschtal - Gaststätte Neumannmühle, Kirnitzschtalstr. 4 u. 5, Tel. 035974/50565, Mo Ruhetag; Gasthaus Altes Zeughaus, Zeughausstr. 5, Tel. 035974/55800, Mo Ruhetag
Tipps
DIE NIEDERE SCHLEUSE. Die 32 Meter breite Staumauer der Niederen Schleuse hält bei einer Staulänge von 750 Metern die beachtliche Menge von 28000 Kubikmetern Flutwasser für die Holztrift zurück. Zum Korrigieren des triftenden Holzes wurden früher Floßhaken verwendet, die in dem schindelgedeckten Schleusenhäuschen aufbewahrt wurden.
Informationen
EINKEHR-TIPP. Wo der Große Zschand und das Kirnitzschtal aufeinandertreffen, steht die Neumannmühle. Im 18. Jahrhundert hieß sie noch »Friedrichsmühle«, denn sie war bis dahin im Besitz des gleichnamigen Müllergeschlechts. Nachdem Joseph Neumann die Tochter der Familie Friedrich heiratete, gehört die Mühle – im Volksmund auch Sephsmühle genannt – seit 1791 bis heute der Familie Neumann und ist seit 1996 als Schankwirtschaft & Pension für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Speisekarte bietet verschiedene Bratenbrote, Kartoffeln mit Quark, Eintöpfe, aber auch Schweinebraten, Gulasch und Minigrillhaxen mit Sauerkraut zu soliden Preisen.
Unterkunft
Kirnitzschtal - Hotel Forsthaus, Kirnitzschtalstr. 5, Tel. 035022/5840, www.weka-touristik.de/hotel-forsthaus
Tourismusbüro
Fremdenverkehrsamt Kirnitzschtal, Sebnitzer Str. 2, 01855 Altendorf, Tel. 035022/42774, fva-kirnitzschtal@freenet.de, www.saechsische-schweiz-urlaub.com

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