Zur Burg Rabenstein

Angenehme Wanderung auf breiten Wegen, vorwiegend zwischen Feld und Wiese, leichter Anstieg im Wassertal auf Wiesenpfad. (Autor: Tassilo Wengel)
8 km
30 m
3.00 h
Durch das Wiesenttal zur Sophienhöhle.
Wir starten in der Vorstadt bei der Bushaltestelle Plärrer mit Wanderwegtafel und folgen dem Wegweiser in Richtung Pulvermühle (Markierung gelbes Kreuz) auf einer Teerstraße in das Wiesenttal. Bei der Pulvermühle leitet uns ein Wegweiser Richtung Burg Rabenstein und Sophienhöhle. Wir wandern auf einem Waldweg, gehen an der nächsten Gabelung geradeaus weiter und steigen durch das Wassertal allmählich aufwärts. Uns umgeben saftige blühende Wiesen, auf denen sich besonders im Frühsommer viele Schmetterlinge tummeln, zu denen Zitronenfalter, Kleiner Fuchs und auch Tagpfauenaugen ge- hören. Nachdem wir auf der Höhe eine Asphaltstraße überquert haben, gehen wir durch ein kleines Waldstück und folgen dem Wegweiser »Burg Rabenstein, Sophienhöhle« auf einem Wiesenweg weiter. Die Aussicht über die weite Hügellandschaft ist ein wahrer Genuss. Der Weg führt uns zu einer Asphaltstraße, wo wir auf die Markierung blauer Querstrich treffen. Immer noch zwischen farbenfrohen Wiesen wandernd, gelangen wir zum Parkplatz bei der Burg Rabenstein. Hier führt ein Wanderweg in 15 Minuten zur Sophienhöhle, die mit ihren wundervollen Tropfsteingebilden eine besondere Attraktion darstellt. Sie befindet sich unterhalb der Klaussteinkapelle und ist eine der größten Zerklüftungshöhlen in der Fränkischen Schweiz. Ihren Namen erhielt sie nach der Schwiegertochter des damaligen Besitzers von Schloss Rabenstein, dem Herrn von Schönborn. Sie ist mit der bereits im 15. Jh. als Klaussteinhöhle bekannten Vorhöhle 112 Meter lang und 82 Meter breit. Als Glanzstücke gelten der steinerne Wasserfall (5 Meter hoch) und der Millionär, ein einzeln stehender Stalagmit (2,4 Meter hoch). Geöffnet ist die Höhle von Ostern bis 31. Oktober täglich 9–18 Uhr.
Die Burg Rabenstein.
Sie wurde wahrscheinlich von den Edelfreien von Waischenfeld erbaut und erstmals 1188 im Zusammenhang mit einem Eschwin de Rabenstein als Ministerialen erwähnt. Im Jahre 1225 kam sie in den Besitz der Schlüsselberger und gehörte in der Mitte des 14. Jh. den Nürnberger Burggrafen. Sie machten sich allerdings durch zahlreiche Übergriffe recht unbeliebt, weshalb die Burg mehrfach zerstört wurde. Die Anlage, die im Kern noch aus dem 15. Jh. stammt, wurde nur teilweise wieder aufgebaut. Das gilt für den dreigeschossigen Hauptbau mit dem Allianzwappen derer von Rabenstein über dem Portal sowie den Türmen aus dem 15. Jh. Die Klaussteinkapelle, eine dem hl. Nikolaus geweihte Burgkapelle aus der Zeit der Rabensteiner mit romanischem Mauerwerk, wurde zwischen 1723 und 1739 barock ausgestattet. Seit 1744 befindet sich die Burg im Besitz der Grafen von Schönborn, die 1830 aus Anlass des Besuchs von König Ludwig I. von Bayern durch den Kunstgärtner Koch einen zauberhaften Rokokogarten anlegen ließen. Er war es auch, der unter der Kapelle eine der größten Tropfsteinhöhlen in der Fränkischen Schweiz entdeckte. Zwar war der Vorraum der Höhle schon im 15. Jh. bekannt, aber dass sich dahinter ein riesiger Raum mit bizarren Tropfsteingebilden befindet, entdeckte erst besagter Kunstgärtner 1832.
Greifvogel- und Eulenpark auf Burg Rabenstein.
Nach dem Besuch der Sophienhöhle bietet sich die Einkehr in der Burgschenke an, wo man bei schönem Wetter die reizvolle Kulisse im Burggarten genießen kann. Auf keinen Fall sollte man auf eine Besichtigung der über 800 Jahre alten Burg Rabenstein verzichten, wo regelmäßig Führungen stattfinden (Tel. 09202/970580). Besonders bei Familien mit Kindern ist ein Besuch der Falknerei auf der Burg Rabenstein sehr beliebt. Im neu angelegten Greifvogel- und Eulenpark können über 70 Tag- und Nachtgreifvögel aus nächster Nähe in großräumigen Volieren betrachtet werden. Besondere Begeisterung lösen die Flugvorführungen aus, wo verschiedene Greifvögel in Aktion zu erleben sind (Information - Falknerei Burg Rabenstein, www.falknerei- rabenstein.de, Tel. 0172/7301080. Geöffnet: 1.April bis 1.November Di–So 11–17 Uhr und an Feiertagen sowie nach Vereinbarung. Flugvorführungen finden immer um 15 Uhr statt. Von November bis März ist Winterpause).
Über Hannberg nach Waischenfeld.
Nach der Burgbesichtigung geht es zum Parkplatz zurück und nach rechts in Richtung Hannberg (Wegweiser). Zunächst gelangen wir auf einer Asphaltstraße bis zu einer Kreuzung mit einem wunderschönen Bildstock. Dort überqueren wir die Straße und folgen immer der Markierung diagonal rot-weiß geteiltes Rechteck, zunächst auf breitem Feldweg, dann am Feldrand entlang und dann wieder auf einem Feldweg, bis wir bei einem weiteren Bildstock (von 1816) den Ortseingang von Hannberg erreichen. Hier halten wir uns links und gelangen mit den Markierungen gelber Ring und gelber Punkt auf breitem Waldweg nach Waischenfeld, wo wir links abbiegen und wieder den Ausgangspunkt erreichen.

Gehzeiten.
Waischenfeld – Burg Rabenstein 11/4 Std. – Hannberg 1 Std. – zurück nach Waischenfeld 3/4 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied30 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortWaischenfeld
AusgangspunktWaischenfeld, Vorstadt bei der Bushaltestelle Plärrer.
EndpunktWaischenfeld, Vorstadt bei der Bushaltestelle Plärrer.
TourencharakterDas Ailsbachtal gehört zu den reizvollsten Tallandschaften in der Frän- kischen Schweiz. Anziehender Mittelpunkt ist ein Felssporn, auf dem wahrscheinlich schon seit dem 12. Jh. hoch über dem Tal die Burg Rabenstein thront. Sie gehört zu den schönsten Burgen im Frankenland und stellt mit ihren prunkvollen Sälen einen wundervollen Rahmen für Veranstaltungen verschiedenster Art bereit. Zum Hotel umgestaltet, bietet sie Übernachtungen in wunderschön renovierten, individuell gestalteten Zimmern. Nicht weniger interessant sind die Sophienhöhle mit ihren beeindruckenden Tropfsteingebilden in der Nähe der Burg sowie die Falknerei.
Beste Jahreszeit
KartentippFritsch Wanderkarte Naturpark Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst – Hersbrucker Alb, Blatt Süd, Maßstab 1 - 50000.
VerkehrsanbindungAuto. Auf der Autobahn A 70 bis zur Anschlussstelle Stadelhofen, über Hollfeld nach Waischenfeld oder auf der A 9 bis zur Anschlussstelle Trockau und weiter nach Waischenfeld. Bahn. Bahnstation Bayreuth, dann mit dem Bus bis Waischenfeld.
GastronomieWaischenfeld - Historisches Gasthaus Zum Roten Roß, Tel. 09202/401 (nur abends geöffnet); Brauerei Heckel, Vorstadt 3, Tel. 09202/493, kleiner uriger Gastraum und süffiges, preiswertes Bier. Burg Rabenstein: Gutsschenke mit Biergarten, Tel. 09202/970447.
Tipps
Ahorntaler Brauereienweg. Ein besonderes Erlebnis ist eine Wanderung auf dem Ahorntaler Brauereienweg, der allerdings 24 km lang ist. Er beginnt in Ober- ailsfeld bei der Brauerei Held, wo auch eine schöne Pfarrkirche aus dem 18. Jh. mit barocker Innenausstattung zu besichtigen ist. Über Adlitz mit seinem Schloss geht es zur Brauerei Stöckel in Hintergereuth. Am Ailsbach entlang führt der Weg über Christanz zur Ludwigshöhle und durch das Schneiderloch. Auskunft unter Tel. 09202/200 oder unter www.ahorntal.de.
Informationen
Die Burgklause mit Biergarten. Die Burgklause auf Burg Rabenstein bietet urtümliche Gastlich- keit und eine bodenständige fränkische Küche. Besonders beliebt ist in den Sommermonaten der Aufenthalt im großen Biergarten, wo die uralten Bäume an heißen Tagen wohltuenden Schatten spenden.
Unterkunft
Waischenfeld - Hotel zur Post, Marktplatz 108, Tel. 09202/750, www.hotel-zur-post-waischenfeld.de; Gasthof–Café–Restaurant Jöbstel, Harletzsteiner Weg 178, Tel. 09202/240, www.gasthof-joebstel.de.
Tourismusbüro
Städtische Tourist-Information, Marktplatz 58, 91344 Waischenfeld, Tel. 09202/960117 oder 19433, E-Mail: tourist-info@waischenfeld.bayern.de, www.waischenfeld.de.

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