Zum Sandessee

Im Bannkreis der Tribulaune.
Anspruchsvolle Bergwanderung auf schmalen Bergpfaden, teils in freiem Gelände, daher Trittsicherheit, Schwindelfreiheit sowie wegen des Höhenunterschieds von 1130 m gute Kondition erforderlich (Autor: Peter Mertz)
Der steile Aufstieg zur Tribulaunhütte.
Wir queren den Talbach und gelangen nahe dem Wasserfall zu einer Weggabelung, wo wir der Markierung »Tribulaunhütte« gemäß den Weg Nr. 8 wählen. Dieser führt nun in vielen Serpentinen durch die steilen, mit Felsen durchsetzten Grashänge unterhalb der Wartiggruben-Spitze (2582 m). Etwa bei Kote 2100 erreichen wir eine Geländeschulter, bei der ein etwas flacheres Karbecken beginnt. Wir schwenken leicht in nordwestliche Richtung und steigen weniger anstrengend zur Tribulaunhütte hinauf (2365 m). Gleich daneben liegt der Sandessee, unser eigentliches Ziel.
Der Sandessee.
Ein Kleinod im wahrsten Sinne des Wortes empfängt uns am Ende des strapaziösen Aufstiegs, wenn wir neben der Tribulaunhütte am gegrasten Felsriegel stehen und auf den beinahe kreisrunden See blicken. Die Gletscher haben hier all ihre Künste walten lassen und die Vorbedingungen für eine 200 Meter große Perle geschaffen, die von gleißenden Felswänden kulissenhaft umgeben wird. Mitten aus dem Wasser ragt eine kleine Insel aus Blockwerk, die wegen der Höhenlage nicht einmal bewachsen ist. Hochinteressant gestalten sich die geologischen Verhältnisse. Während der See in einer Wanne aus Schiefergestein liegt, werden die ostseitigen Felsbastionen aus Dolomitsteinen aufgebaut. Dadurch entsteht auch der landschaftlich bestechende Kontrast. Die höchste Erhebung dieser Kalkberge ist der 3096 Meter hohe Pflerscher Tribulaun, der sich mit dem Sandessee zu einer unverwechselbaren Gebirgskulisse vereinigt.
Der Rückweg.
Konditionsstarke und geübte Wanderer können als Rückweg den Pflerscher Höhenweg wählen, der zuerst über den Aufstiegsweg in den Karboden hinabführt. Dort zweigt ein Pfad (Nr. 7) ab, der zunächst mit geringem Gefälle, danach ebenfalls steil über Bergwiesen (Schwindelfreiheit erforderlich!) und später durch Wald direkt nach Innerpflersch absteigt. Wer den Rückweg nicht so ehrgeizig gestalten will, steigt auf dem Aufstiegsweg hinab nach St. Anton.

Dauer: St. Anton im Pflerschtal – Parkplatz Hinterstein/Wasserfall 30 Min. – Tribulaunhütte 3 Std. – St. Anton 2.30 Std.; Gesamtgehzeit 6 Std. ;
Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied1325 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSt. Anton (1246 m) im Talschluss des Pflerschtals, Parkplatz Hinterstein
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterBei Gossensass zweigt das erste größere Seitental des nördlichen Eisacktals ab: das Pflerschtal. Wir fahren zehn Kilometer tief in die Bergwelt der Stubaier Alpen hinein, um eine Tour zum bizarren Sandessee zu unternehmen. Die gesamte Szenerie des Tals wird vom Bergmassiv des Tribulaun überragt, dessen gleißende, hoch aufragende Wände sich weiter oben dann im Sandessee spiegeln. Das Tal wurde früh vom Menschen erschlossen, denn Erze wie Zinkblende, Bleiglanz und Silber waren schon in vorgeschichtlicher Zeit begehrt. Prähistorische Relikte finden wir zum Beispiel als Schalensteine beim Blaseggerhof und beim Steinerhof. Die wildreiche Lage schätzte zum Beispiel der norwegische Dramatiker Henrik Ibsen, der nach eigenen Worten stundenlang mit Leidenschaft an den wilden Wassern des Pflerscher Bachs und des Eisack sitzen konnte.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt Wanderkarte 1:50000, Blatt WKS 4 (Sterzing–Brixen); Kompass Wanderkarte 1:50000, Blatt 44 (Sterzing)
VerkehrsanbindungVon der Brenner-Staatsstraße SS 12 bei Gossensass nach Westen ins Pflerschtal, bis zum Dorf Innerpflersch und weiter nach St. Anton, von hier auf schmaler Straße bis zum Parkplatz in der Nähe des Wasserfalls »In der Hölle« Unregelmäßige Busverbindungen von Gossensass und Sterzing, Lokalbahnhof Außerpflersch
GastronomieTribulaunhütte (Anfang Juli bis Ende September), Gasthäuser im Pflerschtal (z.B. Pfarrgasthof Innerpflersch) sowie in Gossensass
Tipps
Die Tribulaunhütte. Die Anfänge des Schutzhauses reichen bis ins Jahr 1896 zurück, als die Sektion Magdeburg des Alpenvereins eine erste Hütte errichtete. Später hat man diese vergrößert, sodass sie heute ein idealer Stützpunkt für Touren in die unmittelbare Bergwelt wie zum Hohen Zahn (2925 m) oder zum Goldkappl (2599 m) ist. Die Hütte trägt auch den Namen »Italienische Tribulaunhütte« oder »Rifugio Calciati al Tribulaun«.
Tourismusbüro
Tourismusverein Gossensass, Ibsenplatz 2, I–39040 Gossensass, Tel.: 0472/632372, www.gossensass.org, www.colleisarco.org, info@gossensass.org

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