Wandern in der Fränkischen Schweiz

Zum Druidenhain bei Wohlmannsgesees

Im Druidenhain bei Wohlmannsgesees liegen tonnenschwere bemooste Felsblöcke scheinbar einer Ordnung folgend beieinander. Handelt es sich hier um eine Kultstätte der Kelten oder ist diese Ordnung rein zufällig entstanden? Der Landwirt Georg Richter kam zu dem Schluss, dass es sich hier um eine Sonnenkultstätte handelt, die astronomischen Berechnungen diente. So sollen zum Beispiel an Sonnenwendtagen die ersten und letzten Sonnenstrahlen durch ein rundes Loch im Taufstein, einem vier Meter langen und 40 Zentimeter dicken Felsblock auf die umliegenden Felsblöcke fallen. Wie es auch sein möge, seine Anziehungskraft hat dieser geheimnisumwitterte Platz bis heute nicht eingebüßt. (Autor: Tassilo Wengel)

Von Ebermannstadt ins Juradorf

Wir starten am Markt in Ebermannstadt und gehen zunächst zum berühmten Wasserschöpfrad, das aus dem Jahr 1603 stammt. Hier wenden wir uns nach rechts und wandern mit der Markierung roter Punkt im schönen Wiesenttal zum Freibad nach Rothenbühl. Von hier führt unser Weg zu einem Wanderparkplatz, wo wir nach rechts schwenken und allmählich aufwärts steigen. Beim Abzweig zur Ruine Neideck halten wir uns rechts (Haarnadelkurve) und wandern auf sonnigem Forstweg nach Birkenreuth. Hier ist das Brunnenhaus von 1796 sehenswert. Der 70 Meter tiefe Brunnen wurde damals per Hand gegraben und stellt eine Meisterleistung dar. Er diente bis 1923 der Wasserversorgung des Juradorfes Birkenreuth.

Zum Druidenhain

Vom Brunnenhaus folgen wir der Markierung grünes Kreuz auf einer Asphaltstraße, die wir am Ortsausgang halblinks verlassen, um auf schönem Wiesenweg nach Kanndorf zu wandern. Hier hat der Golf-Club Fränkische Schweiz seinen Sitz. Im Ort folgen wir dem Wegweiser zum Druidenhain. Zunächst gehen wir ein Stück am Golfplatz entlang und schwenken dann nach rechts. Beim Aussichtspunkt Vogelherd bietet sich ein Abstecher an, obwohl die Aussicht durch hochgewachsene Bäume recht eingeschränkt ist. Hier lädt eine Bank zum Verweilen ein, bevor wir unseren Weg fortsetzen. Vom kurzen Abstecher zurück führt der Wanderweg abwärts durch eine bizarre Kalksteinwelt. Allmählich nähern wir uns dem Druidenhain, wo eine keltische Kultstätte vermutet wird.

Zuckerhut und Wallerwarte

Nur wenige Meter nach dem Druidenhain treten wir aus dem Wald, wenden uns nach links und folgen der Markierung gelber Ring nach Birkenreuth zurück. Dort leitet uns vom Brunnenhaus der Wegweiser »Zuckerhut, Wallerwarte« (Markierung blauer Senkrechtstrich) aus dem Ort. Anfangs führt unser Weg zwischen Wiesen hindurch, dann in den Wald und erreicht bald den Zuckerhut, einen gemütlichen Aussichtsfelsen.

Von diesem kurzen Abstecher zum Wanderweg zurückgekehrt, folgen wir unserer Markierung weiter. Bald gelangen wir an einen Abzweig nach rechts (schwer zu erkennen), überqueren dann die Straße nach Gößweinstein und folgen dem Wegweiser zur Wallerwarte. Unser Weg führt durch den Wald aufwärts und gelangt zu einer Gabelung. Hier halten wir uns rechts und folgen nun dem Wegweiser »Wallerwarte, Kreuzkapelle« unmarkiert durch den Wald. Steinmännchen weisen uns den Weg bis zur Wallerwarte, einem aus Natursteinen gemauerten Aussichtsturm. Die Sicht reicht über Ebermannstadt zur Burg Feuerstein, weit in das Leinleitertal und an klaren Tagen sogar bis in das Fichtelgebirge. Bei der nahen kleinen Kapelle leitet uns die Markierung blauer Punkt nach rechts abwärts. Wir wandern auf einem Stationsweg mit Bildtafeln zur Erlachkapelle und durch das Scheunenviertel. Nachdem wir die Wiesent überquert haben, ist es nicht mehr weit zum Wasserschöpfrad und dem Ausgangspunkt.

Gehzeiten: Ebermannstadt – Birkenreuth 1 3/4 Std. – zum Druidenhain über Kanndorf 1 Std. – zurück nach Birkenreuth 1/2 Std. – Wallerwarte 1 1/2 Std. – zurück nach Ebermannstadt 1/2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied224 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortEbermanstadt
AusgangspunktEbermannstadt, Marktplatz.
EndpunktEbermannstadt, Marktplatz.
TourencharakterVorwiegend bequeme Wald- und Wiesenwege mit mäßig steilen Anstiegen.
Beste Jahreszeit
KartentippFritsch Wanderkarte Naturpark Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst – Hersbrucker Alb, Blatt Süd, Maßstab 1 - 50000.
VerkehrsanbindungAuto: Auf der Autobahn A 9 bis zur Anschlussstelle Pegnitz/Grafenwöhr, auf der B 2/B 470 in Richtung Forchheim nach Ebermannstadt oder auf der Autobahn A 73 bis zur Anschlussstelle Forchheim Nord, auf der B 470 über Forchheim nach Ebermannstadt.
Bahn: Bahnstation Ebermannstadt, Busverbindung mit Forchheim.
GastronomieEbermannstadt - Zahlreiche Einkehrmöglichkeiten, unter anderem Café Kaffeetanten, Hauptstraße 3, Tel. 09194/796981 (Sa Ruhetag).
Rothenbühl: Landgasthof Bieger, Tel. 09194/9534 (Mo Ruhetag).
Kanndorf: Golfclubheim »Messingschlager« mit Biergarten, Tel. 09194/7610 (Mo Ruhetag).
Tipps
Das Wasserschöpfrad von Ebermannstadt. Wasserschöpfräder fanden wahrscheinlich durch fränkische Ritter, die an Kreuzzügen teilnahmen, den Weg zu uns. Das Wasserschöpfrad in Ebermannstadt befindet sich an einem Wiesentarm, der wahrscheinlich künstlich angelegt wurde. Die dadurch entstandene Insellage bot der Stadt Schutz, die nur über Brücken mit wehrhaften Torhäusern erreichbar war.
Informationen
Landgasthof Bieger in Rothenbühl. In Rothenbühl bieten sich gleich mehrere Möglichkeiten zum Genießen. Bei warmem Wetter lädt das schöne Freibad zum Verweilen ein, und gleich nebenan kann man sich im Landgasthof Bieger kulinarisch verwöhnen lassen. Sowohl in der gemütlichen Gaststube als auch auf der schattigen Terrasse werden fränkische Spezialitäten serviert. Besonders bekannt und beliebt sind Knoblauchforelle und als Nachtisch hausgemachter Apfelstrudel.
Unterkunft
Ebermannstadt - Hotel-Brauerei Schwanenbräu mit Biergarten, Am Marktplatz 2, Tel. 09194/209, www.schwanenbraeu.de;
Hotel-Gasthof Resengörg mit Biergarten, Hauptstraße 36, Tel. 09194/73930, www.resengoerg.de
Brauereigasthof Sonne mit Biergarten, Hauptstraße 29, Tel. 09194/ 767480.
Tourismusbüro
Touristinformation Ebermannstadt, Bahnhofstraße 5, 91320 Ebermannstadt, Tel. 09194/ 50640, touristinfo@ebermann-stadt.de, www.ebermannstadt.de.

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