Zum Col dala Piëres

Gipfelüberschreitung mit packenden Aus- und Tiefblicken, teilweise schmale Wege. Beiderseits des Col dala Piëres kurze gesicherte Passage, Trittsicherheit erforderlich. Im Frühsommer blüht es auf den Steviawiesen besonders üppig. (Autor: Eugen E. Hüsler)
13 km
1250 m
5.00 h
Unter den Geislerspitzen.
Die Tour beginnt im (leichten) Abwärtsgang und führt von der Liftstation in einer Viertelstunde zur stattlichen Regensburger Hütte (Geislerhütte, 2037 m). Das 1888 von der AV-Sektion Regensburg erbaute Haus, seit dem Ende des Ersten Weltkriegs im Besitz des CAI-Firenze, ist Stützpunkt für Klettereien und Gipfelbesteigungen in den Geislerspitzen. Deren Hauptkamm erhebt sich nördlich über den weiten, für ihren Blumenreichtum bekannten Almböden. Hauptgipfel ist die massige Pyramide des Sas Rigais (3025 m), mit seinen gesicherten Anstiegen ein sehr beliebtes Ziel. Ganz selten bestiegen wird dagegen die exakt gleich hohe Furcheta. Kletterer ignorieren beide und verlustieren sich in den steilen Wänden der Fermedatürme.
Auf den Gipfel.
Wer den Col dala Piëres zum Ziel hat, lässt die Geislerspitzen buchstäblich links liegen und wandert hinein in das licht bewaldete Ncislestal. Rechts mündet der steinige Graben von Forces de Siëles; er vermittelt den weiteren Anstieg zur Forcela Forces de Siëles (2505 m; 2 Std.), zuletzt über eine geröllige Zickzackspur. In der Scharte hält man sich rechts und folgt dem schmalen Grat (Sicherungen), der überleitet zur nordostseitigen, nur mäßig steilen Gipfelflanke. Über den breiten Rücken gewinnt man den lang gestreckten Gipfelgrat des Col dala Piëres (2751 m; 2.45 Std.). Und oben stellt sich dann die Frage: Wer ist der schönste (Gipfel) im Grödner Land?
Die Blumenwiesen des Mont de Stevia.
Nicht zu übersehen ist auch die dünne Wegspur, die im weiten Bogen die Karmulde unterhalb der Muntejela (2644 m) passiert, unmittelbar an die von einer schlanken Felsnadel flankierte Forcela dla Piza (2489 m) heranführt und anschließend über die riesige Schräge der Steviaalm hinabzieht zur gleichnamigen Hütte. Einen felsigen Abbruch gleich unterhalb des Col dala Piëres meistert man problemlos am sichernden Drahtseil.
Die Einladung zu einer gemütlichen Rast auf der Steviahütte (2312 m; 3.45 Std.) wird kaum jemand abschlagen, zumal es zur Brotzeit auch noch eine herrliche Aussicht auf die Dolomitenkulisse von Luis Trenkers Heimattal gibt. Blickfang ist der Langkofel (3181 m); unverkennbar im Südwesten das Profil des Schlern (2563 m) mit seinen beiden Fronttürmen und dazwischen die grünen Wellen der Seiser Alm.
Abstieg.
Der Weiterweg führt zunächst, ein paar abschüssige Gräben ausgehend, flach in die St.-Silvester-Scharte (2280m) und dann über eine felsige Flanke schräg hinab zu den Lärchenwiesen von La Paussa. Bei der hübsch gelegenen Baita Juac (1903 m) stößt man auf den Fahrweg, der aus dem Ncislestal heraufkommt. Zuletzt geht’s mit dem Ncislesbach zurück zur Talstation der Gondelbahn (5 Std.).

Col Raiser – Forcela Forces de Siëles 2 Std.,Forcla – Col dala Piëres 45 Min., Col dala Piëres – Steviahütte 1 Std., Steviahütte – St.Christina 1.15 Std. Insgesamt 5 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied1250 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortSt.Christina (1428m), Ferienort im Grödner Tal
AusgangspunktCol Raiser (2107m), Bergstation der von St.Christina ausgehenden Gondelbahn
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterBei all der Gipfelprominenz rundum könnte man den Col dala Piëres (2751m) glatt übersehen. Doch das wäre wirklich schade, bietet der massige Bergstock doch eine besonders schöne Aussicht auf die berühmten Kletterzacken der Grödner Dolomiten: Fermeda, Geisler, Sella, Langkofel und Schlern. Den Aufstieg verkürzt der Gondellift zum Col Raiser auf an-genehme Weise; die Überschreitung bietet dann viel Abwechslung, immer wieder neue Ausblicke, dazu ein paar leicht felsige Passagen. Zusammen mit einer gemütlichen Einkehr in der Steviahütte reicht das locker für einen ausgefüllten, genussreichen Wandertag. Und im Frühsommer blüht es auf den Wiesen rund um den Col dala Piëres, vor allem am Mont de Stevia, besonders schön.
Hinweise
Col Raiser – Forcela Forces de Siëles 2 Std.,Forcla – Col dala Piëres 45 Min., Col dala Piëres – Steviahütte 1 Std., Steviahütte – St.Christina 1.15 Std. Insgesamt 5 Std.
KartentippTabacco 1:25000, Blatt 05 »Gröden–Seiseralm«
VerkehrsanbindungSt.Christina erreicht man vom Eisacktal auf gut ausgebauten Straßen. Busverbindungen mit Bozen, Waidbruck, Klausen und Brixen
GastronomieRegensburger Hütte (Geislerhütte), Anfang Juni bis Mitte Oktober, Tel. 0471/796307. Steviahütte, Mitte Juni bis Ende September, Tel. 0472/844111. Baita Juac, im Sommer bewirtschaftet, Tel. 0335/8082321
Tourismusbüro
Tourismusverband Gröden, I-39047 St. Christina, Dursanstr. 80/c, Tel. +39/0471/77 77 77, Fax 49 22 35, info@valgardena.it, www.valgardena.it

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