Zum Astjoch

Wenig anstrengende Rundwanderung auf einen der schönsten (aber wenig bekannten) Aussichtspunkte im Vorfeld der Dolomiten. Gut markierte Wege; unterwegs zwei gut geführte Hütten (Autor: Eugen E. Hüsler)
11 km
650 m
3.00 h
Kronplatz.
Bei so viel Lob aus berufenem Mund erstaunt es wenig, dass der Alpenverein bereits 1895 ein Haus auf dem Kronplatz errichtete, als Einkehr und Unterkunft für jene, die, mit Alpenstock und Sonnenhut ausgerüstet, von Bruneck hinauf zur großen Aussicht stiegen.
Wer das heute tut, erlebt einen ganz anderen Berg (auch wenn die Aussicht immer noch die gleiche ist), schwer gezeichnet vom Massenskilauf. Und ob die neueste Attraktion, die 18 Tonnen schwere Friedensglocke mit ihrer begehbaren Panoramaplattform, bedeutet, dass der Mensch seinen Frieden mit der Natur gemacht hat, wage ich zu bezweifeln. Das nächste Großprojekt (Seilbahn und Piste ab Percha) steht bereits zur Diskussion. Immerhin regt sich dagegen aber erheblicher Widerstand in der Bevölkerung.
Der kleine Nachbar.
Wir wollen’s ruhig, können auf platt gewalzte Pisten verzichten und sehen weidende Kühe viel lieber als eiserne Liftmasten. Natur, vom Menschen auch geprägt, aber nicht verunstaltet. Wie beispielsweise am Astjoch (2194 m). Es markiert den höchsten Punkt eines aus-gedehnten Alm- und Wanderreviers, das sich westlich des Kronplatzes zwischen dem Lüsner Tal und der Mündungsklamm der Gader erstreckt, über zehn Quadratkilometer groß und sanft gewellt. Dazu gibt’s auf dem aus Quarzphyllit bestehenden Rücken mehrere Hochmoore, einige See-augen – und ein paar einladende Hütten. Ein großes Panorama genießt man vom Astjoch (Burgstall), jenem vom Kronplatz fast ebenbürtig, das – wie sich am originellen, aus Steinen gestalteten Gipfelzeiger ablesen lässt – vom Adamello im Südwesten bis zu Österreichs Höchstem, dem Großglockner, reicht.
Zur großen Aussicht.
Die Tour beginnt am Parkplatz (1550 m) oberhalb von Ellen. Man folgt kurz der asphaltierten Straße und biegt dann links auf den rot-weiß markierten Weg Nr. 67 ein. In angenehmer Steigung nun über-wiegend schattig bergan, wobei zweimal eine breite Forstpiste gekreuzt wird. Nach etwa einer Stunde ist die Walderalm (1908 m) in schöner Hanglage mit Prachtblick auf den weiten Talkessel von Bruneck erreicht. Eine Viertelstunde höher mündet der Pfad in eine Sandstraße, die nur sanft steigend zu den Kaserhütten (2110 m) führt. Zumindest einen Seitenblick verdienen die originellen »Trophäen« an der Hauswand sowie die »Edelweißwand«, ehe man über offene Wiesenhänge das weithin sichtbare Kreuz am Astjoch (2194 m; 1.45 Std.) ansteuert. Immens das Panorama und ziemlich genau im Osten und nur gut zehn Kilometer – aber eine halbe Welt – entfernt: der Kronplatz.
Einkehr.
Vom abgeflachten Rücken steigt man, den Markierungen folgend, über kleine Felsstufen ab zu der Senke der Astalm (1954 m). Sie bleibt rechts, wie auch das unter Naturschutz stehende Hochmoor. Auf einer Schotterpiste wandert man flach hinüber zur Starkenfeldhütte (1936 m; 2.30 Std.) in schöner Aussichtslage. Blickfang im Süden ist der Peitlerkofel (2875 m) mit seiner mächtigen Nordwand. Nur knapp eine Viertelstunde weiter (Wegzeiger) wartet mit der Rastnerhütte (1931 m) bereits die nächste Einkehrgelegenheit. Apfelstrudel oder Kaiserschmarrn?
Abstieg.
Man geht auf der Sandstraße kurz zurück und verlässt sie dann nach links (Wegzeiger »Ellen«). Das Weglein läuft an einem Holzzaun entlang, führt zu einem engen Durchlass und wenig weiter zu einem kleinen Moorsee (1930 m). Links an ihm vorbei, dann mit den Markierungen Nr. 67, später Nr. 67b, am bewaldeten Hang bergab. Schließlich stößt man auf eine Forstpiste, die über zwei Schleifen (Abkürzung möglich) zurückleitet zum Ausgangspunkt der schönen Runde oberhalb von Ellen (3.45 Std.).

Parkplatz – Astjoch 1.45 Std., Astjoch – Starkenfeldhütte 45 Min., Starkenfeldhütte – Parkplatz 1.15 Std. Insgesamt 3.45 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied650 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortSt.Lorenzen (810m), Nachbarort von Bruneck im Pustertal
AusgangspunktEllen (1362m), Weiler südlich über Ehrenburg (820m). Anfahrt auf einer Serpentinenstraße bis zum Wanderparkplatz bei den höchstgelegenen Höfen (Kreuzner, 1550m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterFast jeder kennt den Kronplatz (2273 m), von dem Paul Grohmann einst sagte, »dass die Rundschau [...] eine der schönsten der Dolomiten ist, und kein Gipfel, den ich kenne, vereinigt wieder die beiden Gegensätze Marmolata und Zillertaler Ferner in solcher Weise mit der schönsten Talaussicht, die man sich denken kann«.
Hinweise
Parkplatz – Astjoch 1.45 Std., Astjoch – Starkenfeldhütte 45 Min., Starkenfeldhütte – Parkplatz 1.15 Std. Insgesamt 3.45 Std.
KartentippTabacco 1:25000, Blatt 033 »Bruneck und Umgebung«
VerkehrsanbindungSt.Lorenzen ist Bahn- und Busstation im Pustertal. Auf der Gadertalstraße westwärts bis Montal, dann in Schleifen hinauf nach Ellen. Die Zufahrt von Ehrenburg ist für den Privatverkehr gesperrt!
GastronomieWalderalm, im Sommer bewirtschaftet. Starkenfeldhütte, Ende Mai bis Ende Oktober, Tel. 0472/454203. Rastnerhütte, Ende Mai bis Ende Oktober, Tel. 0472/546422
Informationen
Gasthaus Oberraut. Die Aussicht über den Brunecker Talkessel und bis in die Dolomiten ist bezaubernd, das Ambiente in den beiden Stuben sehr gemütlich, und was die Küche liefert, ist typisch tirolerisch. Da gibt es Pustertaler Spezialitäten (z. B. Tirtlan) und verschiedene Südtiroler Gerichte, alles liebevoll und gekonnt zubereitet. Gasthaus Oberraut in Amaten (4 km von Percha, 8 km von Bruneck), Donnerstag Ruhetag, zweite Junihälfte und letzte Septemberwoche geschlossen. Tel. 0474/55 99 77
Tourismusbüro
Tourismusverein, Rathausplatz 7, I-39031 Bruneck, Tel. +39/0474/55 57 22,info@bruneck.com, www.bruneck.com

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